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Bäumige Gabe

«Druiden» schenken der Stadt Luzern eine Eiche im Vögeligärtli

Mit der Geste zelebriert die Vierwaldstätter-Loge, die zum Schweizerischen Druidenorden gehört, ihr 25-Jahr-Jubiläum. Mit dem Klischeebild des weiss gekleideten Zaubertrankbrauers hat die Organisation wenig gemeinsam.

Im Vögeligärtli wächst eine neue Eiche heran. Diese hat die Stadt von der Vierwaldstätter-Loge Luzern geschenkt erhalten. Anlass ist das 25-jährige Bestehen der Loge, eines nach eigenen Angaben humanistisch geprägten Männerbunds, der rund 20 Mitglieder hat. Am Mittwoch wurde das Jubiläum gefeiert.

Die Loge ist Teil des Schweizerischen Druidenordens. Die ersten Druidenorden sind im 18. Jahrhundert im Geiste der Aufklärung in England entstanden und haben sich von dort aus ausgebreitet. Heute denken Laien wegen der Asterix-Comics bei Druiden an weiss gekleidete Herren, die Misteln schneiden und Zaubertränke brauen. «Das hat nichts mit unseren Tätigkeiten gemeinsam», sagt Hans-Peter Stocker, Vizepräsident der Vierwaldstätter-Loge. Die Bezeichnung gehe auf die keltische Kultur zurück, in der Druiden die gebildete Kaste gebildet haben.

Bildung steht im Zentrum

Bildung steht denn auch im Zentrum der Vierwaldstätter-Loge. «Wer uns beitreten will, muss willens sein, Zeit in humanistische Bildung zu investieren», sagt Stocker. «Man muss nicht Akademiker sein, aber lernaffin.» Bei den Treffen, die alle zwei Wochen stattfinden, würden wissenschaftliche oder philosophische Vorträge gehalten. Weiter seien soziales Engagement und Respekt vor der Natur wichtig. Der Aufbau von geschäftlichen Beziehungen stehe, anders als bei Business-Clubs, nicht im Vordergrund.

Konfessionell und politisch sei die Organisation neutral, politische Streitgespräche gebe es bei den Treffen bewusst keine. Man sei offen für Mitglieder mit unterschiedlichen Haltungen, «wobei wir fundamentalistische und dogmatische Positionen ablehnen», sagt Stocker.

Schon das zweite Baumgeschenk dieses Jahr

Die von der Vierwaldstättersee-Loge geschenkte Eiche ist bereits im Frühling gepflanzt worden, sagt Fritz Bächle, Baumsachverständiger bei Stadtgrün Luzern. Das ist übrigens kein Einzelfall: Die Zunft zu Safran hat der Stadt ebenfalls in diesem Jahr einen Baum geschenkt – eine Gleditschie beim Rosengartplatz neben der Peterskapelle.

Diese Häufung von Baumschenkungen ist aber aussergewöhnlich. «Das kommt sonst nur ab und zu mal vor», sagt Bächle. Er erinnert sich etwa noch an einen geschenkten Baum anlässlich des Jodlerfests 2008. Hin und wieder gebe es auch Anfragen, die nicht umsetzbar seien. Etwa, wenn verlangt wird, dass mit der Baumpflanzung die Platzierung von Werbung verbunden ist – oder wenn an einem gewünschten Standort schlicht der Platz fehlt.

Infos: www.sdo.ch/vwl-luzern

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