notifications
Zug

Die letzte Bauetappe auf dem Areal Waldhof-Lindenmatt in Rotkreuz soll in Angriff genommen werden

Die Scheune und das Nebengebäude des Waldhofs in Rotkreuz sollen für den Neubau von insgesamt fünf Wohngebäuden weichen.
Der ländliche Charakter des Gebäudeensembles Waldhof soll trotz des Neubaus von fünf Wohngebäuden durch eine Komposition aus Alt und Neu bewahrt werden.
(Bild: Matthias Jurt (Rotkreuz, 10. Dezember 2020))

Tijana Nikolic

Bis vor kurzem lag bei der Einwohnergemeinde Risch das Baugesuch der nächsten Bauetappe des einfachen Bebauungsplans Waldhof-Lindenmatt in Rotkreuz auf. Der nächste Bauschritt wäre der Abbruch der Scheune und des Nebengebäudes des Waldhofs für den Neubau von insgesamt fünf Wohngebäuden mit geringem Gewerbeanteil. Bauherr ist die Firma Hausherr Immobilien des Gemeindepräsidenten Peter Hausherr. «Das Quartier Lindenmatt wird mit dieser Etappe ergänzt und abgeschlossen», sagt Alexander Hausherr von Hausherr Immobilien.

Die bereits bestehenden Wohnhäuser Waldhof eins, drei und fünf sollen in das laufende Projekt sowie in eine naturnahe Umgebungsgestaltung und einem Kleintiergehege integriert werden. Im Baugesuch wird festgehalten, dass das Areal Waldhof-Lindenmatt im gemeindlichen Richtplan als Vorranggebiet für Wohnnutzung gezeichnet ist. Über die Parzelle führe ein öffentlicher Fussweg und eine Bushaltestelle sei an der Kreuzung Waldeten- und Küntwilerstrasse im öffentlichen Richtplan verankert.

Grund ist der Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum

Mit dem Wirtschaftswachstum entstehe ein hoher Bedarf an attraktivem und bezahlbarem Wohnraum in der Gemeinde, heisst es im Gesuch weiter. Das Ziel sei deshalb die Minimierung des Bodenflächenverbrauchs pro Kopf gepaart mit hoher städtebaulicher Qualität.

Die Ziele des einfachen Bebauungsplans Waldhof-Lindenmatt seien unter anderem die Schaffung eines Bindeglieds zwischen der Überbauung Lindenmatt und dem Waldhof, der Erhalt und die Weiterentwicklung von identitätsstiftenden Elementen des Ortes sowie hohe Wohn- und Aussenraumqualität mit Übergang zur Landwirtschaftszone und Wald. Weiter heisst es im Baugesuch, dass mit dem grosszügigen Freiraum zwischen den Alt- und Neubauten auf dem Waldhof und der querverbindenden Wegführung Waldetenstrasse Waldhof, welche dem Siedlungsrand in Richtung Wald verläuft, das Bebauungskonzept einen Abschluss gegen Süden fände.

Wiesenflächen und Obstbäume weiterhin von Familie Kretz bewirtschaftet

Mit der deutlich geringeren baulichen Dichte im südlichen Bereich, solle der ländliche Charakter für das Gebäudeensemble Waldhof bewahrt und durch eine spannende Komposition aus Alt und Neu unterstützt werden. Die Felder entlang des Fusswegs in Richtung Naherholungsgebiet Bannwald seien öffentlich zugänglich. Der Fussweg führe durch den alten Obstgarten, welcher weitestgehend erhalten werden solle.

Doch verschwindet mit diesem Bauprojekt einer der letzten Bauernhöfe im Ort? «Das wäre übertrieben und entspricht nicht der Realität», findet der pensionierte Rektor und Lokalhistoriker Richard Hediger. Das Baugesuch für die fünf Wohngebäude an der Küntwilerstrasse sei nur noch der letzte Rest des eingezonten Gebietes von rund 8700 Quadratmetern des ursprünglichen Waldhofes. «Der sogenannte Waldhof umfasste ursprünglich zirka 120’000 Quadratmeter, wovon heute schon zirka 75’000 Quadratmeter überbaut sind», so Hediger weiter. Ungefähr 36’000 Quadratmeter dieses ursprünglichen Waldhofes befänden sich noch in der Landwirtschaftszone. Das Bauernhaus des Waldhofes sei schon seit längerer Zeit an den langjährigen Pächter verkauft worden und liege mitten in diesem Baugebiet.

Das Ende des Pachtvertrages mit der vorgängigen Familie Vogel sei auf das Jahr 2018 vereinbart worden. «Das Landwirtschaftsland mit Wiesenflächen und Obstbäumen wird seither und auch zukünftig von Marcel und Natalia Kretz bewirtschaftet», sagt Alexander Hausherr. Die landwirtschaftlichen Produkte würden weiterhin in ihrem nahe gelegenen Hof Bachtalen angeboten.

Kommentare (0)