Bei der im Zuge der Sanierung der Wehranlage Wichelsee in den Jahren 2008/2009 realisierten Fischaufstiegshilfe wurden bei Wirkungskontrollen und späteren Neubeurteilungen Defizite erkannt. Unabhängig davon muss der Kanton Obwalden aufgrund der baulichen Massnahmen des Projekts «Sarneraa mit Hochwasserentlastungsstollen Ost» (Verlegung Etschischwelle flussaufwärts, Sohlenabtiefung unterhalb) die Fischaufstiegshilfe anpassen, beziehungsweise verlängern.
Diese Gründe haben im Jahr 2019 zu einer Sanierungsverfügung für den Fischaufstieg seitens des Regierungsrats zuhanden der Kraftwerk Sarneraa AG als Inhaberin des Kraftwerks Sarneraa geführt. Eine Sanierung der Wehranlage bezüglich des Fischabstiegs wurde bereits im Jahr 2016 verfügt. Für den Fischaufstieg und den Fischabstieg im Wichelsee wurden im Auftrag der Kraftwerk Sarneraa AG von der Ingenieurgemeinschaft Sawi, Spiez, zwei Projekte erarbeitet.
Synergien optimal nutzen
«Aufgrund des Fortschritts des Projekts «Sarneraa mit Hochwasserentlastungsstollen Ost» und dem absehbaren Start der Bauarbeiten im Bereich der Wehranlage (Auslaufbauwerk/Etschischwelle ab Herbst 2024) ist die Planung der Sanierung Fischgängigkeit prioritär voranzutreiben», steht im Technischen Bericht. Und: «Es gilt, bei den baulichen Eingriffen im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts und der Sanierung der Fischgängigkeit bei der Fassung Wichelsee (Fischabstieg sowie Fischaufstieg) die Synergien optimal zu nutzen.»
Nun wird das Bauprojekt für die Realisierung eines Mäanderfischpasses vorgelegt. Der projektierte Mäanderfischpass wird so optimiert und der Fischeinstieg in Richtung der neuen Etschischwelle verschoben, dass die Auffindbarkeit der Aufstiegshilfe für die Fische verbessert werden kann. Die Beckengrössen und das Gefälle wurden so gewählt, dass sie für alle in der Sarneraa vorkommenden Arten und Grössen geeignet sind.
Gemäss aktueller Planung des Hochwasserschutzprojekts ist die Realisierung der Massnahmen an der Sarneraa im Abschnitt der Wehranlage Wichelsee auf die Periode Sommer 2025 bis zirka im Frühjahr 2026 geplant. Für das Projekt der Fischabstiegshilfe ergeben sich ungefähr folgende Termine:
Vergabe der Baumeisterarbeiten im Juni 2024; Start Kanal Fischabstiegsanlage in der Baugrube von Auslaufbauwerk im Sommer 2025; Umbau Fassung Kraftwerk Sarneraa und Anschluss Fischabstieg Oktober bis Dezember 2025. Parallel dazu laufen die Flussbauarbeiten in der Sarneraa und der Neubau der Etschischwelle. Der Umbau der Fischaufstiegshilfe findet vom November 2025 bis Juli 2026 statt. Der Bau der neuen Fischaufstiegshilfe hängt stark vom Fortschritt der Realisierung im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts ab.
Die veranschlagten Bau- und Planungskosten für die Realisierung des Mäanderfischpasses (Anlagekosten) betragen 3,4 Millionen Franken. Die Gesamtkosten werden mit 4,16 Millionen Franken ausgewiesen. Die veranschlagten Bau- und Planungskosten für die Realisierung des Fischabstiegs (Anlagekosten) betragen 3,6 Millionen Franken. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 5,3 Millionen Franken. Ein Grossteil der Kosten für die Sanierungsmassnahmen werden vom Bund zurückerstattet.

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