Kolumne «Zuger Ansichten»

Die fehlenden Puzzlestücke im Strassennetz

Kantonsrat Thomas Gander (FDP) aus Cham setzt sich für die Umfahrung von Zug und Unterägeri ein.

Der Wunsch, aber auch die Notwendigkeit nach Mobilität ist weiterhin gross. Die Wahl des Verkehrsmittels und die Antriebsart haben sich in jüngster Vergangenheit jedoch etwas geändert. Kürzere Strecken werden vermehrt mit dem E-Trottinett anstelle zu Fuss zurückgelegt, für mittlere Strecken wird öfters das E-Bike anstelle des Autos gewählt. Einen der grössten Wandel sehe ich jedoch in der Elektrifizierung vom Auto, weg von Diesel und Benzin hin zu Elektroautos. Doch eines kann hierbei festgehalten werden: Auch Elektroautos benötigen Strassen!

Für eine effiziente Fortbewegung müssen diese Strassen sinnvoll vernetzt und möglichst staufrei sein. Mit der zunehmenden Verdichtung der Dorfzentren werden die derzeitigen Hauptstrassen stark durch den innergemeindlichen Verkehr belastet. In der Folge werden die Hauptverkehrsachsen an die Peripherie verschoben, womit die Dorfkerne umfahren werden können. Mit der Eröffnung der sogenannten Tangente Zug–Baar konnte damit Baar bereits stark vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Mit der Umfahrung Cham-Hünenberg folgt das nächste Puzzlestück in der Erneuerung der zugerischen Verkehrsinfrastruktur.

Doch damit ist das Gesamtziel noch nicht erreicht. Es fehlt insbesondere für die Stadt Zug eine attraktive Umfahrungsmöglichkeit, aber auch in Unterägeri ist die Verkehrs­belastung gross. Hierfür liegen die Lösungen auf dem Tisch und beinhalten die Realisierung von jeweils einem Umfahrungstunnel.

Die Idee einer Umfahrung der Stadt Zug mittels eines Tunnels ist nicht neu. Die ursprüngliche Idee liegt Jahrzehnte zurück, der letzte Anlauf scheiterte im Jahr 2015 an der Urne. Das nun vorliegende Projekt unterscheidet sich jedoch stark von demjenigen im Jahr 2015. Das damalige Projekt umfasste Anschlüsse an die Arther-, Ägeri-, Gotthard- und Gubelstrasse und verknüpfte vier Tunnel­äste in einem unterirdischen Kreisel.

Die Projektkosten wären um einiges höher ausgefallen, die finanzielle Lage des Kantons Zug war hingegen um einiges schlechter. Das aktuelle Projekt ist wesentlich weniger komplex. Es besteht aus einem einfachen Tunnel mit nur zwei Portalen. Das nördliche Portal liegt bei der SBB-Unterführung an der Gubelstrasse, das südliche Portal liegt an der Artherstrasse in der Nähe vom Casino. Die Investitionskosten für die Umfahrung Zug liegen bei rund 700 Millionen Franken.

Ein weiteres Puzzlestück im Verkehrskonzept ist die Umfahrung Unterägeri. Das Dorf soll mittels eines Tunnels vom Verkehr entlastet werden. Im Westen endet der Tunnel im Gebiet Neuägeri und besteht aus einem Kreisel und einem Tunnelportal. Im Osten wird der Tunnel an die Seestrasse angeschlossen Die Investitionskosten für die Umfahrung Unterägeri betragen rund 300 Millionen Franken. Somit liegen die Gesamtkosten für die beiden Puzzleteile bei rund 1 Milliarde Franken.

Dies ist sicherlich ein grosser Betrag, aber der Nutzen ist noch grösser. Die aktuelle finanzielle Situation des Kantons Zug ist derzeit hervorragend, und auch die Zukunftsaussichten sind gut. Die Finanzierung ist somit gesichert. Durch die Umfahrungen können sowohl in der Stadt Zug wie auch im Dorfkern von Unterägeri Aufwertungsmassnahmen realisiert werden. Damit wird die Attraktivität für die Fussgänger, aber auch für Velofahrer erhöht, womit diese Umfahrungen auch einen direkten Nutzen für den Langsamverkehr bieten.

Ich bin von diesen Projekten überzeugt und habe mich daher bereits in den vorberatenden Kommissionen für die Projekte eingesetzt. Bald kommt das Geschäft in den Kantonsrat, natürlich werde ich mich auch dort für die Projekte starkmachen. Das letzte Wort wird wohl auch in diesem Fall das Stimmvolk haben. Ich fordere Sie hiermit bereits jetzt auf, den beiden Umfahrungen bei einer Urnenabstimmung zuzustimmen, um die Lücken im Verkehrsnetz zu schliessen.

In der Kolumne «Zuger Ansichten» äussern sich Kantonsrätinnen und Kantonsräte zu einem frei gewählten Thema. Ihre Meinung muss nicht mit jener der Redaktion übereinstimmen.

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