Martin Schleifer und Rudolf Zemp gründeten 1986 in Stans die «Camerata Corona» als Berufs-Kammerorchester für anspruchsvollere Orchester- und geistliche Werke (seit der Pandemie nennt sie sich «Camerata Stans»). Zu ihrem 40-Jahr-Jubiläum führt sie am 8. November in der Pfarrkirche Stans zusammen mit der «Camerata Vocalis» und der Frauenschola Ennetbürgen ein Jubiläumskonzert auf.
Die «Camerata Vocalis» wurde im Herbst 2023 gegründet als Kammerchor für erfahrene Chorsängerinnen und -sänger. Bisher ist sie rund ein Dutzend Mal in Stans, mehrmals auch in Ennetbürgen zusammen mit der Frauenschola, aufgetreten. Am 2. November 2025 wurde das Requiem von Gabriel Fauré mit grossem Erfolg aufgeführt. Am 8. November tritt die Camerata Vocalis zusammen mit der Frauenschola Ennetbürgen auf. Im Jubiläumskonzert stehen Werke von Antonín Dvořák (1841 – 1904) auf dem Programm: Die Messe in D-Dur Op. 86 wird ergänzt durch Teile der Streicherserenade Op. 22 und die bekannte Humoresque Op. 101/7.
Glaube, Hoffnung und Liebe zu Gott
Dvořák komponierte die Messe D-Dur im Jahre 1887 zur Aufführung in einer Schlosskapelle. Er musste daher auf eine Orchester-Besetzung oder einen grösseren Chor verzichten. 1892 erstellte Dvořák eine Orchesterbearbeitung, in der das ursprünglich schlichte kammermusikalisches Werk einen «symphonischen» Rahmen bekommen hat. Seine Komposition beschrieb er in einem Brief an seinen Auftraggeber so: «Ich denke, es ist ein Werk, das seinen Zweck erfüllen wird. Es könnte heissen: Glaube, Hoffnung und Liebe zu Gott dem Allmächtigen und Dank für die grosse Gabe, die mir gestattete, dieses Werk zum Preis des Allerhöchsten und zur Ehre unserer Kunst glücklich zu beenden.»
Die Serenade für Streicher entstand im Mai 1875, lange bevor der Komponist berühmt wurde. Zu dieser Zeit erlebte Dvořák privat wie beruflich eine sehr glückliche Phase, begünstigt durch ein Künstlerstipendium aus Wien. Es erklingen zwei Teile aus der Serenade: «Tempo di Valse», ein melancholisch angehauchter Walzer, kombiniert mit einem lebhafteren Trio-Mittelteil, und «Scherzo», ein rhythmisch lebhafter, humorvoller Satz mit tänzerischem Charakter. Die Humoresque ist eines der weltweit bekanntesten Stücke der klassischen Musikgeschichte. Gemäss einer Legende soll das rhythmische Hauptthema vom Rattern einer Eisenbahn inspiriert worden sein. Das ursprüngliche Klavierstück erklingt in einer Orchestrierung, die für dieses Jubiläumskonzert entstanden ist. (zvg)
Das Jubiläumskonzert findet am 8. November um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Stans statt. Der Eintritt ist frei. Es wird eine Kollekte aufgenommen.

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