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Lucerne Convention Bureau

Die Business-Abteilung von Luzern Tourismus feiert Jubiläum – so lockt sie Geschäftsreisende an

Seit 20 Jahren vermarktet das Lucerne Convention Bureau Luzern als Kongress- und Event-Destination. Die Leiterin erklärt, worauf es dabei ankommt.
Isaline Grichting leitet das Lucerne Convention Bureau.
Bild: Dominik Wunderli (Luzern,  21. 4. 2026)

Dieses Jahr hat die für den Geschäftstourismus zuständige Abteilung von Luzern Tourismus Geburtstag: Das sogenannte Lucerne Convention Bureau (LCB) wird 20 Jahre alt. Es ist zuständig für die Akquirierung von Kongressen, Seminaren und Incentive-Reisen. Unter «Incentive» versteht man Reisen und Veranstaltungen, die Firmen für ihre Mitarbeitenden oder Kunden planen, um sich bei ihnen zu bedanken. Die Aufgabe des LCB ist es, Interessierte zu beraten und Offerten zu erstellen. «Ursprünglich wollte das Kultur- und Kongresszentrum Luzern eine eigene solche Abteilung gründen», erzählt Isaline Grichting, die heute das LCB leitet. Doch nach Gesprächen mit Luzern Tourismus kam es anders: Eine externe Beratungsfirma erstellte das Businesskonzept und 2006 wurde das LCB mit 18 Partnern aus der Stadt Luzern gegründet – «um die ganze Destination zu fördern».

Die Partner – darunter auch das KKL – finanzieren die Marketing-Aktivitäten, Luzern Tourismus die Administration. «Das LCB ist so freier und unabhängiger als durch die Finanzierung durch die öffentliche Hand», erklärt Grichting. Ab 2020 ist die Zahl auf 88 Partner gestiegen, denn seither sind auch Partner aus der ganzen Region Zentralschweiz an Bord.

«Wir wollen eine kleine Destination bleiben»

Die mittlerweile fünf Mitarbeitenden des LCB präsentieren die Destination an Workshops, Messen und weiteren Branchenevents, um Kunden nach Luzern zu locken. 28 solcher Einsätze waren es im letzten Jahr - «in allen Zielmärkten». Entscheiden sich die Kunden für Luzern, übergibt das LCB zur konkreten Organisation und Umsetzung der Anlässe an Bucher Travel.

Im Vergleich zu Basel, Zürich oder Genf sind die Kapazitäten in Luzern kleiner, etwa was Hotelbetten oder Säle anbelangt. «Wir sind eine kleine und feine Destination, und das wollen wir bleiben», sagt Grichting. «Viele Kongresse haben 200 bis 700 Teilnehmende, dafür ist Luzern ideal.» Doch es gab auch schon Grossanlässe wie etwa die Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock oder einen Medizinkongress mit 1400 Teilnehmenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. «Hauptmarkt für das LCB ist die Schweiz, auch zukünftig», erklärt Grichting.

Von einem Kongress im Juli rät sie ab

Seit 2009 gibt es in Luzern einen Fonds zur Kongressförderung, gespiesen von der Stadt Luzern, der Wirtschaftsförderung Luzern, Luzern Tourismus und Luzern Hotels. Dieser unterstützt Kongresse finanziell. Um die Unterstützung beantragen zu können, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Unter anderem muss die Veranstaltung mindestens 1,5 Tage dauern und mindestens 100 Teilnehmende zählen sowie Partner des LCB berücksichtigen.

2025 hat der Fonds 26 Kongresse unterstützt, die gemäss LCB-Reporting zusammen rund 21 Millionen Franken Wertschöpfung innerhalb der Destination generiert haben. «Kongresse werden meist ausserhalb der Hochsaison durchgeführt, wovon die Hotels profitieren», erläutert die LCB-Leiterin. «Mit unseren Empfehlungen können wir dies auch steuern. Von einem Kongress im Juli raten wir zum Beispiel von vornherein ab.» Der Geschäftstourismus sorgt für rund 20 bis 25 Prozent der Übernachtungen in der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Ein Kongressteilnehmer gibt durchschnittlich 350 Franken pro Tag aus.

Sie hängen gerne noch ein paar Tage an

Eine weitere Aufgabe des LCB ist die Durchführung und Begleitung von Studienreisen, insgesamt elf waren es im letzten Jahr. Hierbei erkunden Meeting- und Incentiveplaner von Agenturen oder Firmen die Region. Für die gemeinsam mit Zürich Tourismus lancierte Studienreise «Go Sustainable», bei welcher die Teilnehmenden mit dem Zug aus London anreisten und der Fokus auch vor Ort auf Nachhaltigkeit lag, erhielt das LCB zwei internationale Auszeichnungen - in London und Utrecht.

Die Teilnehmenden der Studienreise «Go Sustainable» erkundeten die Region Zentralschweiz. Für die Reise erhielt das Lucerne Convention Bureau zwei Auszeichnungen.
Bild: zvg

Noch sind solche Programme aber nicht Standard. «Die Kunden fragen zwar nach nachhaltigen Konzepten. Liegt ihnen auch eine günstigere, aber weniger nachhaltige Variante vor, entscheiden sie sich oft für diese», schildert Grichting ihre Erfahrungen. Die LCB-Leiterin beobachtet aber auch andere Entwicklungen, vor allem seit der Coronapandemie, als Veranstaltungen online stattfanden. «Heute reisen die Menschen weniger oft als früher. Dafür bleiben sie länger, wenn sie es doch tun, und hängen nach einem Kongress noch ein paar Tage an.»

Bald gibt's 300 neue Hotelzimmer

Entscheidend bleibe der persönliche Kontakt und die Pflege des Netzwerks. «Wir müssen zuhören und herausfinden, was genau die Bedürfnisse unserer Kunden sind, um ihnen die beste Location dafür zu empfehlen», sagt die LCB-Leiterin.

In Zukunft ist Luzern weiterhin gut aufgestellt für Kongresse und Incentive-Anlässe, ist Grichting überzeugt. So gibt es seit Kurzem etwa ein neues, modulares Angebot in der Halle 1 der Messe Luzern, für 500 bis 1100 Personen. Und bis 2027 entstehen mit dem Hotel 6000 im Tribschen-Quartier und dem Hotel Zleep in Emmenbrücke beinahe 300 neue Hotelzimmer. Auch der Titlis Tower, der Ende Mai eröffnet wird, sowie die neue Titlis Bergstation von Herzog & de Meuron, die bis 2029 realisiert werden soll, seien Anziehungspunkte für Incentive-Reisen.

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