Cornelia Bisch
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Schon zeigen Wagemutige ein Stück helle Haut und führen die neueste Sommermode spazieren. Dieser Tage hat der Frühling eingesetzt und zwar mit Schmackes, wie der deutsche Nachbar sagt. Temperaturen über 20 Grad und wolkenlose Heiterkeit erfreuten die Zugerinnen und Zuger. Bald darf man nicht mehr nur am Ufer bummeln, sondern sich auch wieder auf dem blank polierten, stahlblauen See mit Pedalos, Motorbooten und Stand-up-Paddles vergnügen. Diese kann man bei guter Witterung ab Karfreitag bis Ende September oder Anfang Oktober in grosser Anzahl und Varietät am Stadtzuger Landsgemeindeplatz mieten.
«Für Motorboote muss man 18 Jahre alt sein. Aber einen Führerausweis oder eine Bootsprüfung braucht es nicht», sagt Peter Casanova, neuer Pächter des Bootsverleihs.
«Die Motoren haben nur acht PS. Damit erreicht man eine Höchstgeschwindigkeit von lediglich rund zehn Stundenkilometern.»
Pedalos und Stand-up-Paddles vermietet er schon an Jugendliche ab 14 Jahren. Wenn ihm jedoch der eine oder andere Mietwillige angeheitert oder etwas gar ungelenk erscheint, weist er ihn schon mal ab. Hier verlässt er sich auf den gesunden Menschenverstand und sein Augenmass sowie jenes seines Kompagnons Luiz Franco und der rund 20 jungen Helfer, welche das operative Tagesgeschäft vor Ort leiten werden. Darunter auch sein 16-jähriger Sohn Maximilian, der letztes Jahr bereits Teil des Böötliteams am Landsgemeindeplatz war. Als der Vorpächter aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, bat er den Vater um Hilfe.
Innert kurzer Zeit ein Team zusammengestellt
«Maximilian hat die lebendige Atmosphäre und den guten Zusammenhalt im Team letztes Jahr so positiv erlebt, dass er den Bootsverleih gerne übernehmen wollte», so Peter Casanova. Nun amtet der Vater gemeinsam mit Partner Franco als Pächter. Der Pachtvertrag läuft für zwei Jahre und wird danach jährlich verlängert.
Platz und Steg gehören der Stadt. «Wir stehen im Dienst der Stadt und der Gemeinschaft», ist sich Casanova bewusst. «Auch viele Anwohner sind betroffen.» Deshalb sei es erklärte Absicht des neuen Betreuerteams, den Verleih in bewährtem Rahmen weiterzuführen und mit neuen Ideen zu bereichern.
«Mein Sohn hatte innerhalb von zwei Wochen eine Gruppe von 20 Schülern und Studenten beisammen, die in der kommenden Saison mithelfen wollen. Ein Grossteil des Einsatzplans ist bereits erstellt.»
Die meisten der Helfer kennen den Betrieb bereits und wissen, wie der Hase läuft. Auch Casanova selbst und Maximilians vier Geschwister sowie seine Frau und die Familie des Partners haben sich bereit erklärt, zur Not einzuspringen, obschon sie alle voll berufstätig sind oder studieren.
«In Bezug aufs Kulinarische möchten wir eine weitere Dienstleistung anbieten», kündigt Casanova an. Nämlich Picknick-Körbe für die Seeausflügler und allenfalls kleine Caterings für Ausflüge mit dem elfplätzigen Partyboot. Als Catering-Partner ist das Restaurant Happynomie Zug vorgesehen, die Fischerstube liefert einige feine Cocktails dazu.
«Wir möchten das Partyboot abends mit Fahrer vermieten, sodass die Leute auch nach 20 Uhr noch auf dem See bleiben können.»
Wie gewohnt weitergeführt wird der Kioskbetrieb, jedoch mit einigen zusätzlichen Extras für die ganz kleinen Gäste.
Frostiges Einwassern
Als die 19 Pedalos und 9 Motorboote unterschiedlicher Grösse von den Eigentümern – der W.A.R. Bootbau und Boothandel AG in Adligenswil – nach der Winterpause frisch revidiert zum Einwassern angeliefert wurden, herrschte noch kein Sommerwetter. «Das war während des Kälteeinbruchs im März. Es schneite sogar zeitweise», so Casanova. Wenn das kein gutes Omen ist für einen prachtvollen Sommer. «Ja, den wünschen wir uns von Herzen und viele Kunden, die sich auf dem See vergnügen wollen.»
Die Motorboote kann man – mit oder ohne Picknick-Korb – im Voraus per Telefon oder bald über Internet reservieren, die Pedalos werden vorweg vermietet. «Wenn keins mehr da ist, muss man halt warten.» Deshalb sind die Bootsvermieter froh, wenn sich die Kunden an die vereinbarten Zeiten halten. Auch ein Handy gehört mit an Bord, und die Nummern werden beim Vertragsabschluss ausgetauscht. Die Mieter hinterlegen darüber hinaus ihren Ausweis und ein kleines Depot.
«Wenn jemand in Seenot gerät und abgeschleppt werden muss, kann er auf Hilfe zählen.»
Dafür steht der Crew nämlich ein leistungsstarkes Einsatz-Motorboot zur Verfügung.
Weitere Informationen und Öffnungszeiten auf www.zug-borddulac.ch





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