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Zug

Der Skilift Nollen in Unterägeri: Vom hügligen Ponylift zum Bügellift, der es in sich hat

Wer in den letzten 50 Jahren im Kanton Zug aufgewachsen ist und seit Kindesbeinen Ski fährt, verbindet mit dem Skilift Nollen in Unterägeri wohl viele Erinnerungen. Denn wer ihn beherrscht, hat es im Griff.
(Bild: Matthias Jurt (Unterägeri, 17. Dezember 2020) )
(Bild: Matthias Jurt (Unterägeri, 17. Dezember 2020))
(Bild: Archiv/PD (Februar 2019))
Ruedi Hanhart ist Betriebswart und Leiter des Nollenstüblis zugleich.  (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 23. Dezember 2018))
(Bild: Matthias Jurt (Unterägeri, 17. Dezember 2020))

Zoe Gwerder

Zoe Gwerder

Zoe Gwerder

Zoe Gwerder

Zoe Gwerder

«Wer da ufe chunnt, chunnt überall ufe» – das Motto des Skilifts Nollen ist für diesen bezeichnend. Erstbefahrer werden von der starken Steigung überrascht, welche kurz nach dem komfortablen, fast geraden Plateau Höchstleistungen in Sachen Standhaftigkeit verlangt. Und wer aus dem Lift fällt, muss sich im kleinen Wäldchen, welches den Steilhang säumt, aus dem Schnee aufrappeln und einen Weg zur Piste suchen.

Doch trotz des anspruchsvollen Aufstiegs ist der Skilift Nollen auch 50 Jahre nach seiner Eröffnung noch immer ein beliebter Ausflugspunkt für Familien. Denn insbesondere der Ponylift der gleich neben dem berühmt-berüchtigten Bügellift 250 Meter den Hang hinauf führt, war und ist wohl für so manchen Zuger mit den ersten Ski-Erfahrungen verbunden.

Das Seil, welches wegen der Hügel im Gelände mal ganz am Boden entlang führt, um nur kurz darauf so hoch oben zu verlaufen, dass man den Griff beinahe nicht mehr fassen kann. Und erst die Schanzenpiste – ein kleiner, welliger Weg, der zwischen einigen Tannen hindurchführt – selbstredend natürlich nur für die, die ihre Skis schon etwas beherrschen.

Derzeit sind solche Erlebnisse jedoch nicht möglich. Aufgrund der Coronapandemie sind die Skilifte im Kanton Zug geschlossen.

Ein Flickenteppich von Landeigentümern

Damit unter normalen Umständen aber der Skibetrieb Jahr für Jahr möglich ist, ist das Skigebiet auf das Land von rund 40 verschiedenen Landbesitzern angewiesen. Die Korporation ist mit rund 8 Prozent an der Skilift Nollen AG beteiligt. Die Gemeinde Unterägeri ist zu 43 Prozent beteiligt und sprach in diesem Jahr 40'000 Franken zweckgebunden für den Lift.

Doch weil der Skibetrieb für einige Anwohner bei der Zufahrt zu ihren Gebäuden eine grössere Einschränkung bedeutet, hatte es in den vergangenen Jahren auch immer mal wieder Reibereien gegeben. So war ein Teil des Lift-Trassees des 1,5 Kilometer langen Bügelliftes mit einem Pflug zerstört worden.

Inzwischen habe man sich gefunden, erklärt Verwaltungsratspräsident Werner Waldis. «Jener Person, die aufgrund des Skibetriebs nicht mehr bis zu ihrer Wohnung fahren kann, helfen wir nun, die Sachen hoch zu transportieren.»

Sehr viele Arbeiten beim Skilift Nollen werden ehrenamtlich oder für ein kleines Entgelt erledigt. Abgesehen von den Sitzungsgeldern des Verwaltungsrates, wird lediglich dem Betriebsleiter Ruedi Hanhart ein Lohn ausbezahlt. Sehr aufwendig ist gemäss Waldis das Aufstellen und Abmontieren des Lifts:

«Ob der Schnee kommt oder nicht, aufgestellt wird er immer.»

Damit der Skilift funktioniert, sind viele Bewilligungen notwendig: unter anderem die eidgenössische Konzession, die Pistenzertifizierung sowie für qualifizierte Sanitäter und Schneefahrzeugführer.

Wenn es aber um die Zukunft geht, will die Skilift Nollen AG investieren. Denn trotz Klimaerwärmung hofft der Verwaltungsrat auf eine solche – auch auf 765 Metern über Meer. Zumindest für den Kinderlift. «Dieser liegt an einer optimalen Stelle – schön im Schatten, wodurch der Schnee lange liegen bleibt», so Waldis.

Um auch in schneeärmeren Zeiten einen Betrieb am kleinen Hang zu gewährleisten, schafft sich die Skilift Nollen AG nun eine Schneelanze an. Diese soll mit Wasser, Luft und Strom den Hang beschneien. Minus 2 Grad benötigt das System, um Schnee produzieren zu können. Sollten künftige Winter jedoch die benötigten Minustemperaturen nicht mehr regelmässig aufweisen, müsste die Schneelanze wieder verkauft werden, sagt Waldis.

«Wir wollen aber alles unternehmen, um den Kindern und jungen Leuten in der Region das Skifahren zu ermöglichen.»

Zusätzlich möchte die Skilift Nollen AG auch beim Kinderlift auf modernere Technologien setzen: ein Zauberteppich. Denn mit dem Förderband können auch die ganz Kleinen selbstständig den Hügel hinauf transportiert werden. «Wir finden es wichtig, dass der Nachwuchs die Möglichkeit hat, in der Nähe Skifahren lernen zu können.» Gemäss Waldis wird die Aktiengesellschaft für dieses Vorhaben aber auf Sponsoren und Gönner angewiesen sein. Denn ein Zauberteppich kostet mehrere 100'000 Franken. Für die Betreiber des Skilifts Nollen, der einen solchen Betrag nicht selber aufbringen kann, bedeutet dies nun, Überzeugungsarbeit zu leisten, um Gönner und Sponsoren für die Zukunft des Lifts zu finden.

Die Serie «Alles fährt Ski» blickt auf die Geschichte und Gegenwart von Zuger Skiliften. Im dritten Teil heute lesen Sie über den Skilift Nollen in Unterägeri.

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