Die Potenzialstudie des Kantons Obwalden ermittelt die geeigneten Gebiete und Gewässerstrecken für die Nutzung von Wasser-, Wind- und Solarenergie. Ziel ist es laut einer Mitteilung des Bau- und Raumentwicklungsdepartements, die energetischen Potenziale aufzuzeigen und eine stufengerechte Abwägung zwischen Schutz- und Nutzungsinteressen zu treffen.
Die Ergebnisse der Studie würden in den kantonalen Richtplan aufgenommen, der als Steuerungsinstrument für die Raumplanung diene. «Die Potenzialstudie wird ein Meilenstein für den Ausbau der Erneuerbaren im Kanton. Es wurde ein Fokus auf Winterstrom gelegt, damit wir künftig die Versorgung auch in den Wintermonaten mit Obwaldner Strom gewährleisten können», wird Regierungsrat Josef Hess in der Mitteilung zitiert.
Am Mittwoch seien Gemeinden, Korporationen, Umweltschutzorganisationen und Stromproduzenten über den aktuellen Stand der Potenzialstudie informiert worden. Sie seien eingeladen, zu den Zwischenergebnissen Stellung zu nehmen und damit ihr Lokalwissen einzubringen. Die Rückmeldungen der Interessensgruppen würden anschliessend in die Potenzialstudie eingearbeitet.
Studie wird der Bevölkerung vorgelegt
Die Potenzialstudie, welche Ende Sommer 2025 vorliegen soll, diene als Basis zur Anpassung des Richtplans, so die Mitteilung weiter. Darauf folgend, im Herbst 2025, könne die Bevölkerung Rückmeldungen zur Potenzialstudie und Umsetzung im Richtplan abgeben. Der Kantonsrat werde voraussichtlich 2026 die Gebiete und Gewässerstrecken für den Richtplan endgültig festsetzen.
Sowohl das eidgenössische Energiegesetz als auch das Raumplanungsgesetz verlangten, dass die für Wasserkraft geeigneten Gewässerstrecken sowie die für Windkraft und «freistehende Photovoltaikanlagen von nationalem Interesse» geeigneten Gebiete in den kantonalen Richtplänen festgehalten würden.
Der Kanton Obwalden verfolge zudem mit seinem Energie- und Klimakonzept 2035 eine Vision für den Ausbau erneuerbarer Energien: Er hat sich zum Ziel bis 2025 gesetzt, als «Kraftwerk für die Schweiz» die Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Energien um den Faktor 10 zu steigern. So beinhalte der Massnahmenkatalog des Konzepts die Massnahme «Zielkonflikte zwischen erneuerbarer Energieproduktion und Natur- und Landschaftsschutz entschärfen». Die Potenzialstudie bilde auch dafür die notwendige Grundlage. (zvg/mu)
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