Obwalden

Der Brünig wird zur gigantischen Schatzkammer – Sicherheit und Diskretion stehen an erster Stelle

Vermögenswerte aber auch Daten sollen künftig absolut sicher in Kavernen unter dem Brünigpass lagern. Der Lungerer Unternehmer Thomas Gasser fügt dem Businesspark im Brünigmassiv ein weiteres aussergewöhnliches Angebot hinzu.
Thomas Gasser in einem Stollen auf dem Betriebsgelände in Lungern.  (Bild: Pius Amrein)
Die Visualisierung zeigt, wie es im Brünig Mega Safe aussehen wird. (Bild: PD/Brünig Mega Safe AG)
Was in den Kavernen im Brünig Mega Safe eingelagert wird, ist allein Sache der Besitzer. (Bild: PD/Brünig Mega Safe AG)
Vermögenswerte wie Edelmetalle, Kunstwerke, wertvolle mobile Sachen oder IT Komponenten können im Brünig Mega Safe sicher gelagert werden. (Bild: PD/Brünig Mega Safe AG)

Philipp Unterschütz

Philipp Unterschütz

Philipp Unterschütz

Philipp Unterschütz

Das Schiesssportzentrum Brünig Indoor ist bei den Schützen nicht mehr wegzudenken, die Cantina Caverna hat sich von einer Betriebskantine längst zum beliebten öffentlichen Restaurant entwickelt, Feuerwehrleute aus den verschiedensten Ländern nutzen die befeuerte Strassentunnel-Trainingsanlage und auch das grösste Schweizer Sprengstofflager für Emulsionssprengstoffe befindet sich hier. Mit dem Businesspark im Brünigmassiv hat der Lungerer Unternehmer Thomas Gasser eine Erfolgsgeschichte geschrieben.

Nun hat der umtriebige, ehemalige Patron der Gasser Felstechnik AG, ein neues Projekt angeschoben. Auf einer Fläche von rund 72'000 Quadratmetern, was etwa zehn Fussballfeldern entspricht, soll ein unterirdischer Tresor der Superlative entstehen. Im vergangenen September gründete Gasser dafür die Brünig Mega Safe AG (BMS). Bereits wurde mit der Teilsame Lungern die Übernahme der entsprechenden Baurechte für 99 Jahre geregelt, wie kürzlich dem Amtsblatt Obwalden zu entnehmen war.

Der persönliche Tresor kann bis 90 Meter hoch sein

«Hinter der Geschäftsidee steckt eigentlich eine Weiterentwicklung der bestehenden Baurechte für die bisherigen Aktivitäten im Businesspark», sagt Thomas Gasser. Tatsächlich hat die Gasser Felstechnik AG vor rund acht Jahren eine unterirdische Gewerbezone einzonen und von Gemeinde und Kanton bewilligen lassen. Aufgrund der Abkommen mit der Teilsame kann die BMS ihren Kunden nun auf diesen 72'000 Quadratmetern im Baurecht für 99 Jahre massgeschneiderte Hochsicherheitskavernen anbieten, die alle standardmässig über Wasser, Wärme, Strom sowie eine LKW-Zufahrt verfügen. «In der Schweiz gibt es noch nichts Vergleichbares», betont Thomas Gasser.

Von Grössen ab 100 bis zu 100'000 Kubikmetern und bis zu einer Höhe von 90 Metern, ist alles möglich. Die Kosten bewegen sich von 500'000 Franken an aufwärts. «Preisbestimmend sind die Erschliessung und das Sicherheitsdispositiv», erklärt Gasser. Den Ausbruch der «Schatzkammern» werden praktischerweise die vor Ort ansässigem Spezialisten der Gasser Felstechnik AG übernehmen.

Corona erschwert Verkaufsverhandlungen

Die Über­wachung sei rund um die Uhr gewähr­leistet, heisst es im Prospekt der Brünig Mega Safe AG. Das Grundstück im Fels eigne sich nicht nur für die sichere Auf­be­wahrung von Wert­gegen­ständen und Daten, sondern auch für Dienste, bei denen höchste Sicher­heits­standards ein­ge­halten werden müssen. «Der Mega Safe ist optimal geschützt vor Risiken wie Naturkatastrophen, Diebstahl, Vandalismus oder Brand», verspricht die Werbung. Und wie es sich für so ein Projekt versteht, gilt absolute Diskretion. «Hier weiss nur der Besitzer, was für Wertsachen er gelagert hat. Die Kavernen sind im Privateigentum. BMS hat keinen Zutritt zu den Kavernen», erklärt Gasser.

Eigentlich hätten die Bauarbeiten bereits starten sollen. Die Baubewilligung für die Portale und die Zugänge liegt bereits vor. Doch noch wurden keine Kavernen ausgebrochen. «Corona hat den Zeitplan über den Haufen geworfen. Die Verkaufsverhandlungen wurden erschwert», räumt Thomas Gasser ein. «Bis zum Baubeginn müssen etwa 20'000 Kubikmeter Volumen verkauft werden, damit die Erschliessungskosten abgedeckt sind.»

Politische Stabilität und Steuerklima als Verkaufsargumente

Es besteht laut Gasser ein vitales Interesse an den Kavernen, so sahen sich bei 48 Begehungen mögliche Kunden das Angebot in Lungern an. Dabei handelte es sich um Firmen, Banken aber auch Private aus dem In- und Ausland und es ging um Vermögenswerte wie Edelmetalle, Kunstwerke, wertvolle mobile Sachen oder IT Komponenten.

Wichtige Verkaufsargumente seien Sicherheit, Verfügbarkeit, klimatische Bedingungen im Untergrund, Flexibilität bei Zugänglichkeit und Grösse, politische Stabilität und natürlich auch die günstigen Steuerbedingungen in Obwalden. «Zudem sind die Bau­kosten im Berg erfahrungs­gemäss niedriger als an der Erd­oberfläche», so Thomas Gasser.

www.bruenigmegasafe.ch

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