Das ist ungewohnt. Das Zuger Kantonsspital (ZGKS) in Baar hat 2024 einen Verlust von 4,7 Millionen Franken hinzunehmen. Das geht aus einer Mitteilung des Spitals hervor. Der Verlust sei einerseits auf Investitionen in die Attraktivität als Arbeitgeberin, andererseits auf nicht kostendeckende Tarife im stationären und ambulanten Bereich zurückzuführen. 2008 resultierte ein Verlust von knapp 412’000 Franken.
Dennoch bestehe gemäss Mitteilung kein Grund zur Sorge. Der Verlust sei strategisch und politisch in Kauf genommen worden. Die gewollte Steigerung der Anzahl ambulanter Operationen habe zu einer tieferen Kostendeckung geführt, während sich die Patientenzahlen im stationären Bereich stabil entwickelten.
«Das Zuger Kantonsspital befand sich im Jahr 2024 in allen Bereichen jederzeit im Normalbetrieb, das heisst, es verfügte über genügend medizinisches Fachpersonal, um alle Leistungen zu erbringen», heisst es in der Mitteilung zum Geschäftsbericht 2024.
Nicht vollständig gedeckte Personalkosten
Das Zuger Kantonsspital hat laut Mitteilung im vergangenen Jahr 11’735 Patientinnen und Patienten stationär behandelt, das sind 50 weniger als 2023 (–0,4 Prozent). Im ambulanten Bereich konnte der Ertrag auf 75,2 Millionen Franken gesteigert werden (Vorjahr: 70,7 Millionen, +6,4 Prozent).
«Wichtigste Ursache für den Jahresverlust sind die Tarife 2024, welche die Lohn- und Sachkostenteuerung der letzten Jahre erst zu einem kleinen Teil enthielten.» Der Umsatzsteigerung von 5,6 Millionen Franken stehe gemäss Mitteilung ein Mehraufwand von gut 10,8 Millionen Franken gegenüber.
«Vor gut fünf Jahren hat sich das Zuger Kantonsspital entschieden, die medizinisch sinnvolle und politisch gewollte ambulante Durchführung von geplanten Operationen proaktiv umzusetzen.» Entsprechend hätten sich laut Mitteilung die Fallzahlen im Ambulanten Operationszentrum entwickelt. Dieses ist seit 2022 in Betrieb. Von 800 ambulanten Operationen im Jahr 2022, stiegen diese 2023 auf 1514 und auf 2224 im Jahr 2024.
Das Zuger Kantonsspital investiere in seine Mitarbeitenden und habe deswegen 2024 den vollen Teuerungsausgleich bei den Löhnen bezahlt und die Anstellungsbedingungen deutlich verbessert. Dies «insbesondere mit höheren Zulagen für Abend-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit», steht in der Mitteilung. Deshalb stiegen die Personalkosten um 8,8 Millionen Franken und hätten nicht vollständig gedeckt werden können.
Für die Jahre 2025 und 2026 hätten im stationären Bereich höhere Tarife als im Jahr 2024 vereinbart werden können. «Die höheren Tarife und die Produktivitätssteigerung lassen das Zuger Kantonsspital zuversichtlich in die Zukunft blicken.»

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