Reto Bieri
Rain braucht dringend mehr Räume für seine Schülerinnen und Schüler. Ein Anbau an das bestehende Schulhaus Chrüzmatt soll das Platzproblem nun lösen. Am 13. Juni stimmen die Bürgerinnen und Bürger an der Urne über einen entsprechenden Sonderkredit in der Höhe von 2,4 Millionen Franken ab. Im Erweiterungsbau sind sechs Klassenzimmer und sechs Gruppenräume geplant. Mit diesem zusätzlichen Schulraum könne der im Moment fehlende Bedarf an der Primarschule bis 2026 sichergestellt werden, heisst es in der Abstimmungsbotschaft.
Grund für den Platzmangel ist das grosse Bevölkerungswachstum in den vergangenen Jahren und neue Vorgaben der Dienststelle Volksschulbildung, sagt der für den Bereich Infrastruktur zuständige Gemeinderat Hubert Rigert (FDP). Die Gemeinde zählt momentan rund 2900 Einwohnerinnen und Einwohner, davon sind rund 360 Primar- und Sekundarschülerinnen und -schüler. Da in den drei bestehenden Schulhäusern der Platz knapp wurde, sind 2003 und rund zehn Jahre später Containerprovisorien aufgestellt worden. Nun reichen auch diese nicht mehr aus.
«Als Lösung haben wir wiederum Container in Betracht gezogen oder ob sich die Schule in bestehende Gebäude einmieten kann», sagt Hubert Rigert. Beides sei jedoch nicht nachhaltig, weswegen sich der Gemeinderat für den Chrüzmatt-Anbau entschieden habe.
Erdbebensicher und behindertengerecht
Ein Vorteil sei, dass die Infrastruktur des bestehenden Schulhauses genutzt werden kann, wie WC-Anlagen, Heizung und das Treppenhaus. «Dadurch können wir günstiger bauen», so Rigert. Ein weiteres Plus: Das gesamte Schulhaus, das aus den 1950er-Jahren stammt, wird durch den Anbau erdbebensicher gemacht. Durch den Einbau eines Personenlifts wird es zudem behindertengerecht erschlossen, sämtliche Etagen können barrierefrei erreicht werden.
Die Ausführungsplanung und der Baubeginn ist laut Rigert umgehend nach der Abstimmung geplant, bereits im Herbst 2022 soll der mit Beton erstellte Bau bezugsbereit sein. Aufgrund der aktuellen Lieferverzögerungen in der Baubranche könne sich der Zeitplan allerdings nach hinten verschieben, sagt Hubert Rigert. Er hofft, dass sich die Situation bis im kommenden Winter wieder beruhigt.
Erneuter Platzmangel bereits ab 2026
Der Erweiterungsbau löst das Platzmangel-Problem allerdings nur kurzfristig. Zwar nimmt die Anzahl neuer Schulkinder seit einigen Jahren tendenziell ab. Doch da die Rainer Bevölkerung insgesamt weiter wächst, wird die Gemeinde voraussichtlich ab 2026 weiteren Schulraum bauen müssen. Ob dies in Rain sein wird oder allenfalls in Hildisrieden, wird zurzeit abgeklärt. Die beiden Gemeinden bilden in der Oberstufe nämlich einen gemeinsamen Schulkreis. Konkret besuchen aktuell ein Drittel der Rainer Sekschülerinnen und -schüler in Hildisrieden den Unterricht.
Momentan erörtern Rain und Hildisrieden, ob sie das aktuelle Modell beibehalten oder die Oberstufe in einer der Gemeinden ansiedeln, damit nicht beide bauen müssen. Die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe befinden sich laut Hubert Rigert momentan zur Beratung in den beiden Gemeinderäten. Die Umsetzung des Bauprojektes werde aber erst in der nächsten Legislatur möglich sein.

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