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Wochenbett

Das Luzerner Kantonsspital entlässt Mütter nach der Geburt nun früher

Frauen können das Spital auf Wunsch schon nach ein bis zwei Tagen wieder verlassen. Im August wird es zudem ein neues Angebot geben, das auf Neugeborene ausgerichtet ist.

Anfang Jahr machte unsere Zeitung publik, dass sich das Luzerner Kantonsspital (Luks) überlegt, Frauen nach der Geburt ihres Babys optional früher zu entlassen. Mittlerweile hat es dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt. Wie die Regierung in einem Vorstoss zu diesem Thema von SP-Kantonsrätin Sarah Bühler Häfliger schreibt, können Mütter nach einer unkomplizierten Geburt nun ein bis zwei Tage früher nach Hause gehen, als es bisher die Regel war. Üblich waren Aufenthalte von drei bis vier Tagen – je nachdem, ob das Kind natürlich oder per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen ist.

In anderen Schweizer Spitälern sei der Austritt nach zwei Tagen nach der Geburt bereits etabliert, so die Regierung. Auch sei vermehrt ein Trend festzustellen, wonach Frauen im Spital ambulant gebären und danach zusammen mit ihrem Neugeborenen in ein Geburtshaus für das Wochenbett gehen. «Selbstverständlich werden Mütter in medizinisch begründeten Fällen weiterhin so lange wie nötig in der Frauenklinik behalten», schreibt die Exekutive – und betont, dass keine systematische Verkürzung der Aufenthaltsdauer erfolge.

Verweildauer hat deutlich abgenommen

Das Luks selbst schreibt auf Anfrage, die Option einer früheren Entlassung werde grundsätzlich gerne genutzt. «Die grosse Mehrheit der frischgebackenen Eltern entscheidet sich für einen früheren Austritt – unabhängig davon, ob es eine Kaiserschnittgeburt war.» Die Erfahrungen und Rückmeldungen fallen laut Luks positiv aus. «Die familienorientierte Kommunikation und die Möglichkeit des Mitgestaltens des Prozesses werden sehr geschätzt.»

Mit der möglichen verkürzten Spitalaufenthaltsdauer reagiert das Luks auf eine Nachfrage von Müttern. «Wir orientieren uns an mündlichen Rückmeldungen der Wöchnerinnen mit konkretem Wunsch, möglichst schnell nach Hause zu gehen sowie auch an Rückmeldungen aus den Patientinnenbefragungen», heisst es.

Übrigens hat die durchschnittliche Verweildauer im Luks nach einer Geburt schon davor über die Jahre stetig abgenommen. Während eine Frau mit ihrem Baby 2008 im Schnitt noch 5,29 Tage im Spital blieb, waren es 2023 nur noch 3,88 Tage. Warum? «Die Entwicklungen der letzten 15 Jahre in den Bereichen Prozesse, medizinischer Fortschritt, Vernetzung mit freiberuflichen Hebammen und Pflegefachpersonen sowie Mütter- und Väterberatung haben zu einer kürzeren Verweildauer beigetragen», schreibt das Luks zur Erklärung.

Ambulante Sprechstunde und Anlaufstelle

Die Änderung bringt eine stärkere Einbindung von freischaffenden Hebammen mit sich. «Für die auch in der Geburtshilfe zunehmende Ambulantisierung ist eine gute Absprache zwischen den Spitälern und den freischaffenden Hebammen zentral», betont die Regierung. Aktuell führe das Luks elektronische Übergabeschreiben ein, um die zeitnahe und lückenlose Übergabe zu den Hebammen zu fördern. Damit die Kommunikation künftig noch einfacher und vorausschauender werde, seien die Spitäler gefordert, sich mit den Hebammen noch stärker abzustimmen.

Das Luks schreibt, der Austausch funktioniere gut. «Nachbetreuende Personen sind in den meisten Fällen bereits während der Schwangerschaft involviert und können mit den Familien ihre Terminmöglichkeiten besprechen. Falls es hierbei Schwierigkeiten gibt, bieten wir auch an, dass pflegerische Nachkontrollen oder Beratungen ambulant am Luks durchgeführt werden können.»

Im August lanciert das Luks zudem neu eine ambulante Sprechstunde und Anlaufstelle, welche die Nachsorge für Babys, die früher nach Hause gehen, im Fokus hat. «So können auch kurzfristige Untersuchungen übernommen werden, wofür es Kinderarztpraxen teilweise an Kapazitäten mangelt», erklärt das Luks den Hintergrund. Das neue Angebot wird durch Fachspezialistinnen und -spezialisten der Neonatologie durchgeführt und soll gleichzeitig auch den freipraktizierenden Hebammen die Möglichkeit geben, sich bei Fragestellungen beraten zu lassen.

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