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Nidwalden

Das Ende einer Ära: Vor 50 Jahren brannte das Hotel auf dem Stanserhorn nieder

Das Feuer von 1970 stellte die Weichen für Stanserhornbahnen neu. Man konzentrierte sich auf die Gastronomie und das Unternehmen entwickelte sich prächtig.
Der Brand vor 50 Jahren zerstörte das Hotel und das Maschinenhaus der Standseilbahn. (Bild: Stanserhornbahn/PD)
Das brennende Hotel Stanserhorn von der Stanserseite her gesehen. Das Feuer frisst sich zum Westflügel vor.  (Bild: Sammlung Kantonsbibliothek Nidwalden (Stanserhorn, 3. Oktober 1970))
Das Hotel auf dem Stanserhorn auf einer kolorierten Postkarte.  (Bild: Sammlung Christoph Berger)
Das Hotel auf dem Stanserhorn mit einem Wagen der obersten Sektion der Standseilbahn. (Bild: Stanserhornbahn/PD)
1975 ging die Luftseilbahn vom Kälti aufs Stanserhorn in Betrieb. (Bild: Stanserhornbahn/PD)
Restaurantbau auf dem alten, sanierten Hotelfundament.  (Bild: Alfred Aebi, 1975)
Blick auf das Restaurant, rechts die Terrasse und die Aussichtskanzel.  (Bild: Christoph Berger (Stanserhorn, 1. August 1993))
2012 nahm die Cabrio-Bahn ihren Betrieb auf.  (Bild Romano Cuonz (29. Juni 2012) )

Martin Uebelhart

Martin Uebelhart

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Martin Uebelhart

In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1970 ist die Hotel-Ära auf dem Stanserhorn zu Ende gegangen. Damals brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder. Ebenfalls zerstört wurde dabei das Maschinenhaus der damaligen dritten Sektion der Standseilbahn.

Ausgebrochen war das Feuer – wie eine Untersuchung des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich aufzeigte – wegen einer nicht mehr korrekt funktionierenden elektrischen Anlage, die Überspannungen ableiten sollte.

«Das war ein niederschmetterndes Ereignis für das Unternehmen, das bereits vorher angeschlagen war», sagt Jürg Balsiger, seit 1997 Direktor der Stanserhornbahn. Erst kurz zuvor habe eine Gruppe von Stansern die seit 1893 bestehende Bahn und den Hotelbetrieb von den Vorbesitzern übernommen, erzählt er. Die Antriebseinrichtungen hätten repariert werden können, sodass im Jahr darauf der Betrieb der Standseilbahn wieder aufgenommen werden konnte.

Betrieb der oberen Sektionen war kostenintensiv

Wieder ein Hotel aufzubauen, sei damals nicht mehr in Betracht gezogen worden. «Solche Berghotels hatten ihre grösste Blüte vor dem Ersten Weltkrieg», sagt Jürg Balsiger.

Es sei in erster Linie darum gegangen, die Bahn in die Zukunft zu retten. Die zweite und die dritte Sektion der Standseilbahn seien schon vor dem Brand auf der Kippe gestanden, da sie sehr zeit- und kostenintensiv waren und vor allem die dritte Sektion wegen des jährlichen Schneebruchs die Betriebssaison verkürzte.

Die Standseilbahn fuhr noch bis 1974 über alle drei Sektionen. 1975 ging die Luftseilbahn Kälti auf das Stanserhorn in Betrieb. «Man hat sich dann auf das Wichtige besonnen und das war die Gastronomie», so der Bahn-Direktor.

Der Brand sei ein Schock gewesen, sagt Robert Ettlin. Er war von 1966 bis 1997 der Vorgänger von Jürg Balsiger. Ettlin hält fest:

«Wenn die Korporation Stans nicht hinter dem Wiederaufbauprojekt gestanden hätte, wäre es wohl gescheitert.»

Den Hotelbrand, aber auch die Entwicklung der Gastronomie beleuchtet Stanserhorn-Kenner Christoph Berger in seinem Werk «Das kleine Buch vom Stanserhorn» aus dem Jahr 2005. Zunächst behalf man sich ab 1971 mit einem Provisorium. Schon damals beschäftigte sich der Verwaltungsrat mit der Idee eines Drehrestaurants. Die Pläne erwiesen sich seinerzeit allerdings als zu teuer und es wurde eine einfachere Variante ins Auge gefasst.

Ende Mai 1976 wurde das neue Restaurant eröffnet. Es bot im Selbstbedienungsbereich rund 120 Personen Platz. Weiter gab es ein Säli mit 50 Plätzen und einen Kiosk. Die Aussichtsterrasse entsprach in etwa den Dimensionen der Hotelterrasse.

Die Infrastruktur wurde nach und nach ausgebaut. 1993 wurde die Terrasse um rund 50 Sitzplätze vergrössert. Zudem wurden die Toiletten erneuert und es erfolgte der Anschluss an die Abwasserreinigungsanlage Rotzwinkel über eine 2,5 Kilometer lange Abwasserleitung nach Wiesenberg.

Überbleibsel aus der alten Zeit

Ein weiterer Meilenstein folgte zu Beginn dieses Jahrhunderts: 2001 löste das Drehrestaurant Rondorama das bisherige Panorama-Restaurant ab. Seit 2012 kann man mit der zweistöckigen Cabrio-Luftseilbahn auf den Stanser Hausberg fahren.

Jürg Balsiger vergleicht das Stanserhorn mit dem Phönix aus der Asche: «Nach der Zäsur mit dem Brand ist die Stanserhornbahn zu einem erfolgreichen Unternehmen geworden.» Die Gästezahlen seien über die Jahre stetig gewachsen.

Heute noch lassen sich Überbleibsel der alten Zeit auf dem Berg entdecken. Wer mit der Cabrio-Bahn aufs Stanserhorn schwebt, kann unter dem heutigen Restaurantgebäude nach wie vor die alten Grundmauern sehen – samt der Einfahrt für die ehemalige Standseilbahn. Deren Original-Antrieb mit den mächtigen Zahnrädern steht noch heute am Rand der Aussichtsterrasse.

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