Luzern

«Geschenk» für die Stadt Luzern: Das alte Krematorium geht in ihr Eigentum über

Die Stiftung Luzerner Feuerbestattung hat keine Verwendung mehr für das Gebäude und übergibt dieses kostenlos der Stadt. Die künftige Nutzung ist aber nach wie vor unklar.
Das alte Krematorium beim Friedhof Friedental. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 15. April 2019))
Cornel Suter, Leiter Stadtgrün. (Bild: Pius Amrein)
So sieht es im Innern des Kuppelgebäudes aus. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 15. April 2019))
Der Aussenbereich des alten Krematoriums (Bild: Pius Amrein (Luzern, 15. April 2019))

Stefan Dähler

Stefan Dähler

Stefan Dähler

Stefan Dähler

Das Gebäudeportfolio der Stadt Luzern wächst um ein bedeutendes Werk an: Per 1. Januar 2022 wird sie Eigentümerin des alten Krematoriums im Friedhof Friedental. Sie erhält das 1926 erbaute Kuppelgebäude von der Stiftung Luzerner Feuerbestattung als Schenkung. Letztere hat keine Verwendung mehr für den Bau, da dieser seit 2005 nicht mehr als Krematorium genutzt wird. Die Aussenanlage gehört der Stadt bereits.

«Wir haben uns gut überlegt, ob wir dieses Geschenk annehmen wollen», sagt Cornel Suter, Leiter der Stadtgärtnerei. Der Unterhaltsaufwand dürfte mehrere 10'000 Franken pro Jahr betragen, auch wenn sich das Gebäude in einem guten Zustand befinde. Zudem ist weiter nicht klar, wie die Anlage künftig genutzt werden soll. Eine 2019 vorgenommene Ausschreibung für eine Umnutzung endete ergebnislos. Es wurden nur fünf Konzepte eingereicht und diese seien zu wenig ausgereift gewesen.

Freiraum soll langfristig gesichert werden

«Den Ausschlag, die Schenkung anzunehmen, gab, dass wir uns ein Areal mit grosszügigen Grün- und Freiräumen langfristig sichern können», sagt Suter. «Freiräume gewinnen in immer dichter werdenden Städten an Bedeutung.» Hinzu kommt: In der Nachbarschaft des Krematoriums ist die Stadt bereits Eigentümerin des Friedhofs sowie des Naherholungsgebiets Friedental. Das vereinfache die Planung, falls dereinst ein neues Nutzungskonzept für das Gebiet erarbeitet werden sollte.

Auch kurz- und mittelfristig soll die Suche nach einer neuen Nutzung einfacher werden, wenn die ganze Anlage der Stadt gehört. Suter:

«Die Zusammenarbeit mit der Stiftung Feuerbestattung war zwar immer gut, die Meinungen gingen nicht auseinander. Aber es ist immer ein Zusatzaufwand, wenn mehr Organisationen involviert sind.»

Zuletzt wurde die Anlage im Herbst für ein Open-Air-Theater zwischengenutzt, weiter betreibt der Verein Kräuterei einen Garten auf einem Teil des 8300 Quadratmeter grossen Areals. Eine umfassende, längere Zwischen- oder Umnutzung des Krematoriums zeichnet sich derzeit nicht ab, so Suter. «Wir sind aber weiterhin offen für Ideen.»

Mehrere Umstände erschweren Suche nach neuer Nutzung

Dass es nicht einfach ist, eine neue Nutzung zu finden, komme nicht überraschend. «Der Standort ist abgelegen, und weil die Anlage als schützenswert gilt, kann man nicht einfach Umbauten vornehmen», so Suter. Zudem könne die Geschichte des Gebäudes sowie die Nähe zum Friedhof und damit zum Thema Tod abschreckend wirken. «Es ist uns wichtig, dass die neue Nutzung im Einklang steht mit der Umgebung. Eine Bar oder eine Disco beispielsweise wäre nicht möglich.»

Mit den kleineren Zwischennutzungen könne man nun immerhin austesten, was bei den Friedhofsnutzenden und bei der Bevölkerung auf Akzeptanz stösst. Eine erneute Ausschreibung sei derzeit nicht geplant, könnte mittelfristig aber wieder zum Thema werden, so Suter.

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