
«Der Dani heds verdiened», meinte am Freitagabend ein älterer Kernser Bürger an einem der Tische bei der Dossenhalle, wo die Wahlfeier mit Volksapéro für den am gleichen Tag gewählten Obwaldner Kantonsratspräsidenten Daniel Blättler (SVP) angesagt war. Selbstverständlich wollte er mit diesen «gängigen» Worten nicht ausdrücken, dass der heute 49-jährige Mitbürger Daniel Blättler für all seine Leistungen zugunsten der Öffentlichkeit als Mitglied der SVP, des Kernser Gemeinderates (15 Jahre) und Mitglied des Kantonsrates «endlich» mit dem Amt des höchsten Obwaldners belohnt worden ist. Gemeindepräsident Beat von Deschwanden sagte es in seiner Ansprache denn auch klar: «Diese Wahl ist ein starkes Zeichen des Vertrauens, das dir das Parlament entgegenbringt – ein Vertrauen, welches du dir durch dein langjähriges Engagement, deine Sachlichkeit und deine stets offene, dialogorientierte Art verdient hast.»
So ganz nebenbei machte Gemeindepräsident Beat von Deschwanden die rund 200 Gäste der Wahlfeier auf eine politische Premiere aufmerksam: «Ab Juli stellt Kerns zwei Regierungsräte und gleichzeitig den Präsidenten des Kantonsrates. Das wolle aber höchstens heissen, dass es zu einem offenen Ohr mehr kommen könnte», meinte er mit Augenzwinkern.
Ruhe für komplexe Arbeit
Der Kantonsrat stehe vor vielfältigen Herausforderungen. «Die politische Arbeit wird komplexer, die Erwartungen der Bevölkerung steigen und Themen, die uns beschäftigen, werden nicht weniger», so der Gemeindepräsident weiter. «Gerade deshalb braucht es eine Präsidialperson, die Ruhe ausstrahlt.» Er dankte allen Helferinnen und Helfern, die diese Wahlfeier ermöglicht haben. «Und mein herzlicher Dank gilt auch dir, Andrea», wandte er sich an die Ehefrau des neuen Kantonsratspräsidenten, «du weisst, am besten, was es bedeutet, wenn Dani ein neues Amt übernimmt.»
Nach Rücksprache mit Daniel Blättler gab er das Geschenk der Gemeinde, in Form einer Spende von 1000 Franken, je zur Hälfte an die Stiftung «Rütimattli» und an den Verein «Bäuerliche Beratung und Vermittlung in schwierigen Fällen» weiter.
Aufeinander zugehen
Der Kernser Gemeindepräsident gab das Wort an «unsere Nationalrätin Monika Rüegger als Vertreterin der SVP Familie Obwalden» weiter.
«Viel Arbeit sei künftig zu bewältigen in unserem schönen Kanton», sagte sie. Um Probleme zu lösen, sei es das oberste Gebot, den Kontakt untereinander zu pflegen und aufeinander zuzugehen. Und immer sei vor Augen zu halten, dass die Gesundheit unser wichtigstes Gut sei.
Das Schlusswort war dann dem neuen Kantonsratspräsidenten vorbehalten. Wie bereits nach der Wahl an der Kantonsratssitzung stellte Daniel Blättler sein Amtsjahr unter das Motto: «Gemeinsam säen, pflegen, ‹la wachsä› und ernten – gemeinsam an unserer Scholle mit Bodenhaftung die Verantwortung übernehmen.» Die Menschen erwarten, dass die Politiker respektvoll miteinander umgehen, meinte der höchste Obwaldner für ein Jahr.




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