
Die Dammerhöhung des Kraftwerks Göschenen ist eines von 16 auf nationaler Ebene priorisierten Wasserkraftprojekten. Mit der Dammerhöhung kann das Kraftwerk zwar nur geringfügig mehr Energie produzieren. Die Stromproduktion kann aber dank des rund 28 Prozent grösseren Speichervolumens des Stausees verstärkt vom Sommer- ins Winterhalbjahr verschoben werden und hilft damit, die Versorgungssicherheit zu verbessern. Mit einem Vorprojekt klärte die Kraftwerk Göschenen AG (KWG) in den letzten Monaten die technischen, ökologischen, rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Aspekte einer Dammerhöhung um 15 Meter vertieft ab. Nach diesen Abklärungen stehen die Ampeln für das Projekt weiterhin auf grün. Deshalb hat der Verwaltungsrat beschlossen, die konkrete Bauprojektierung anzugehen. Das Projekt startet damit als eines der ersten Wasserkraftprojekte von nationalem Interesse in diese Phase.
Anfang 2024 startete die vertiefte Prüfung der Dammerhöhung um 15 Meter unter der Führung von CKW in Zusammenarbeit mit Experten von SBB, Axpo sowie externen Dienstleistern. «Die durchgeführten Abklärungen zur technischen Umsetzbarkeit, ökologischen Verträglichkeit sowie zur Wirtschaftlichkeit inklusive Restwertvereinbarung zeigten keine Punkte auf, die das Projekt grundsätzlich verunmöglichen. Wir freuen uns, jetzt den nächsten Planungsschritt in diesem national wichtigen Projekt zu starten», wird nun Angela Krainer, Präsidentin des Verwaltungsrates der KWG AG in einer Medienmitteilung zitiert.
Die Ausarbeitung des Bauprojekts dauert voraussichtlich bis zum Frühling 2027. Anschliessend wird das Projekt öffentlich aufgelegt. Ein möglicher Investitionsentscheid mit nachfolgendem Baustart ist frühestens 2029 zu erwarten.
Restwert der Investition absichern
«Verschiedene technische Abklärungen und Variantenstudien zeigen, dass der bestehende Staudamm um 15 Meter erhöht werden kann», heisst es in der Mitteilung weiter. Die notwendigen Sicherheitsaspekte wie beispielsweise Hochwassersicherheit und Erdbebensicherheit seien auch mit einer Erhöhung gewährleistet. Auch bei den Wasserzuleitungen aus den Gebieten Voralp und Tiefenbach sowie den Triebwasserwegen zu den Turbinen wurden keine unüberwindbaren Hindernisse erkannt.
Die Konzessionen zur Nutzung der Wasserkräfte der Göscheneralp-, Voralp- und Furkareuss sowie des Lochbachs, welche die CKW und die SBB in die KWG eingebracht haben, laufen 2043 aus. Aufgrund der kurzen verbleibenden Restnutzungsdauer eines um 15 Meter erhöhten Stausees ist für die KWG die Wirtschaftlichkeit dieser Jahrhundert-Investition ohne eine Restwertvereinbarung nicht gegeben. So will die KWG den nicht amortisierbaren Restwert ihrer Investition in eine Dammerhöhung am Konzessionsende absichern. Mit den konzessionserteilenden Institutionen (Kanton Uri, Korporationen Uri und Urseren) konnte eine solche Restwertvereinbarung erarbeitet werden. Diese wird in einem nächsten Schritt zusammen mit der erforderlichen Zusatzkonzession den zuständigen Gremien zur Genehmigung vorgelegt. Parallel zu diesem Genehmigungsprozess treibt die KWG das Projekt weiter voran.
Ökologische Ersatzmassnahmen umsetzbar
Im Zusammenhang mit den vertieften Abklärungen zu den gesetzlich geforderten Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen trat das Projektteam in einen Dialog mit den Umweltschutzorganisationen. «In vielen Punkten ist man sich einig und die Umweltschutzverbände tragen eine Dammerhöhung um 15 Meter mit», hält die KWG in ihrer Mitteilung fest. Noch nicht abschliessend geregelt seien die weitergehenden Ausgleichsmassnahmen, welche die 16 priorisierten nationalen Ausbauprojekte Wasserkraft zusätzlich erbringen müssten. Die KWG sei jedoch zuversichtlich, dass für die noch bestehenden offenen Fragen ebenfalls gute Lösungen gefunden werden könnten. (zvg/unp)
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