Die Dätwyler Holding AG hat im ersten Halbjahr 2025 einen Umsatz von 563 Millionen Franken erzielt – leicht weniger als im Vorjahr (572,5 Millionen), aber währungsbereinigt ein Plus von 1,3 Prozent. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2024 stieg der Umsatz um 5,2 Prozent. Das Wachstum kam vor allem durch neue Produkte im Gesundheitsbereich und eine positive Entwicklung im Geschäft mit Lebensmitteln und Getränken (Segment «Food & Beverage») zustande. Die schwächere Nachfrage im Automobilgeschäft konnte damit teilweise ausgeglichen werden, geht aus einer Medienmitteilung der Dätwyler Holding AG hervor.
Der starke Franken drückte den Umsatz um 16,7 Millionen Franken. Operativ blieben die Auswirkungen aber gering. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg auf 68,9 Millionen (Vorjahr 67,5 Millionen), die Marge verbesserte sich auf 12,2 Prozent. Das Nettoergebnis sank leicht auf 37,9 Millionen Franken.
Gesundheitssparte wächst weiter
In der Sparte Healthcare kletterte der Umsatz währungsbereinigt um 5,8 Prozent auf 236,8 Millionen Franken. Nach einem verhaltenen Jahresstart zog die Nachfrage im zweiten Quartal an. Gründe dafür sind unter anderem die Serienproduktion von Kolbenstopfen für vorgefüllte Spritzen und Komponenten für ein führendes Medikament zur Gewichtsreduktion. Das Ebit stieg um 12,6 Prozent auf 40,1 Millionen Franken (Vorjahr 35,6 Millionen). Die Ebit-Marge verbesserte sich auf 16,9 Prozent (Vorjahr 15,4 Prozent). Die positive Entwicklung sei auf höhere Anlagenauslastung, einen verbesserten Produktmix, gezielte Effizienzsteigerungen und einen verstärkt wertbasierten Vertriebsansatz zurückzuführen.
Die Industriesparte verzeichnete einen währungsbereinigten Umsatzrückgang um 1,4 Prozent auf 329,3 Millionen Franken. Handels- und Zollkonflikte bremsten die Nachfrage. Der lokale Produktabsatz für batterieelektrische Fahrzeuge in China entwickelte sich weiterhin positiv. Im Energiemarkt blieb die Nachfrageerholung hingegen noch unter den Erwartungen. Stabil zeigte sich das Geschäft mit Kaffeekapseln im Bereich «Food & Beverage». Die Ebit-Marge sank auf 8,7 Prozent (Vorjahr 9,3 Prozent).
Umbau in den USA und neue Struktur
Das im Dezember 2024 gestartete Programm «ForwardNow» zeige bereits gute Fortschritte. Die geplanten Optimierungsmassnahmen greifen, der Zielbeitrag für 2025 sei erreichbar. Die Produktion in den USA wurde dennoch neu organisiert: Der Standort Vandalia (Ohio) wird bis Ende September 2025 geschlossen. Produktion und Vertrieb werden auf zwei bestehende Werke verlagert. Ziel sei eine schlankere Struktur und klarere Kundenfokussierung.
Auch im Konzern gab es Änderungen: Die Zahl der Konzernleitungsmitglieder wurde auf fünf reduziert. Zudem wurden die Business Units Mobility und Connectors zur neuen Einheit Transportation & Electronics innerhalb der Division Industrial zusammengeführt.
Solide Perspektiven – trotz Unsicherheiten
Für das zweite Halbjahr erwartet die Dätwyler Holding AG stabile bis wachsende Umsätze in der Gesundheits- sowie in der «Food & Beverage»-Sparte. Die Stimmung in den Automobil- und Industriemärkten werde stark von der weiteren Entwicklung der globalen Handels- und Zollkonflikte geprägt sein. Der Konzern will mit gezielten Investitionen und der Umsetzung von «ForwardNow» weiter wachsen. An den mittelfristigen Finanzzielen hält das Unternehmen fest, heisst es abschliessend in der Mitteilung. (sim)

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