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Stadt Luzern

CVP-Urgestein und Umweltpolitiker: Anton F. Steffen ist tot

Er kämpfte gegen AKWs und für das «C» im Namen. Nun ist der frühere Stadtluzerner CVP-Politiker Anton F. Steffen gestorben.
Anton F. Steffen an der Delegiertenversammlung in Hochdorf. Er referierte dort zum geplanten Namenswechsel der CVP.
Bild: Pius Amrein (6. 9. 2021)

Der frühere CVP-Grossrat Anton F. Steffen ist tot. Er starb am vergangenen Sonntag, kurz vor seinem 87. Geburtstag. Der Stadtluzerner vertrat während vielen Jahren – von 1979 bis 1995 – die Anliegen der CVP im Grossen Rat des Kantons Luzern (heute Kantonsrat). Kurz vor seinem Rücktritt hatte er 1994 auch das Ratspräsidium inne.

Anton F. Steffen während seines Präsidialjahrs im Grossen Rat.
Bild: Peter Fischli

Auch nach dem Rücktritt aus dem Kantonsparlament blieb das CVP-Urgestein weiterhin aktiv, etwa als eidgenössischer Delegierter. 2016 löste Steffen in der Stadt Luzern eine hitzige Debatte aus. Es ging um die Pläne der Stadt, in der Abdankungshalle im Friedental das Kruzifix zu entfernen . Toni Steffen war treibende Kraft hinter dem Referendum, das dann aber an der Urne scheiterte. Vergeblich kämpfte er auch gegen die Namensänderung seiner Partei, der CVP zur «Mitte». Das C im Parteinamen war für seine politische Überzeugung zentral. «Er war ein religiöser Mensch», sagt sein Sohn Lukas Steffen.

«Er war christlich-sozial geprägt»

Ihn einfach ins katholisch-konservative Lager einzuordnen, wäre aber zu kurz gegriffen. «Er war auch christlich-sozial geprägt», sagt Lukas Steffen. Er sei immer für die klare Trennung von Kirche und Staat gewesen. Und er setzte sich schon früh für Umwelt- und Energiefragen ein – zu einer Zeit, in der dies in bürgerlichen Kreisen noch höchst ungewöhnlich war. Der ETH-Bauingenieur studierte in den Sechzigerjahren Umweltwissenschaften in den USA, übernahm dann ein Luzerner Bauingenieurbüro und gründete später ein Büro für Umwelttechnik. Steffen gehörte zu den AKW-Gegnern der ersten Stunde. Als Anfang der Siebzigerjahre Pläne für ein Kernkraftwerk in Inwil aufkamen, kämpfte Toni Steffen an vorderster Front dagegen an.

In der Kirche war Toni Steffen bis zum Schluss aktiv. Zuletzt äusserte er sich 2024 in unserer Zeitung pointiert zu den internen Querelen in der Pfarrei St. Leodegar. (rk)

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