Ein verlockender Duft von frischem Popcorn lag in der Luft und mischte sich mit dem fröhlichen Lachen der Kinder. Im ganzen Stanser Schulhaus Turmatt herrschte eine lebendige, erwartungsvolle Stimmung: Vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse waren alle Klassenzimmer voller fleissigen Schülerinnen und Schülern. Doch statt des gewohnten Unterrichts wurde an diesem Donnerstag geprobt – zum letzten Mal vor der grossen Show.
Der Thurgauer Circus Balloni organisiert solche Projektwochen bereits seit mehreren Jahren, besucht Schulen in der ganzen Schweiz und bringt für kurze Zeit Zirkusluft in den Schulalltag. Dieses Projekt beinhaltet jeweils einwöchige Ateliers für die Kinder, gefolgt von öffentlichen Aufführungen. Dieses Jahr waren nun die Stanser Schülerinnen und Schüler des Turmatt-Schulhauses an der Reihe, im Mai steht Ennetbürgen auf dem Plan.
Morgenunterhaltung inbegriffen
Der letzte Probetag begann um 8:15 im grossen Zirkuszelt des Circus Balloni auf dem Gemeindeparkplatz des Stanser Schulzentrums Turmatt. Während die Kinder noch etwas verschlafen ihre Plätze einnahmen, betrat Daniel Aschwanden, Animator und Hauptleiter des Zirkus, die Bühne. Mit viel Humor und ansteckender Energie begrüsste er die Schülerinnen und Schüler und stimmte sie auf die bevorstehenden Proben und die erste Aufführung am Abend ein. So lief es nun schon die ganze Woche.
Anschliessend verteilten sich die Kinder auf ihre Probeateliers, entsprechend den Gruppen, für die sie sich entschieden hatten. Bereits zu Beginn des Projekts durften sie wählen, ob sie lieber auf der Bühne auftreten oder hinter den Kulissen mitarbeiten wollten. Für beide Bereiche gab es eine grosse Vielfalt an Möglichkeiten.
Einige Kinder kümmerten sich um die Verpflegung und bereiteten mit viel Engagement Popcorn, gebrannte Mandeln und andere Snacks vor. Andere Gruppen widmeten sich der kreativen Gestaltung der Dekorationen für den Anlass und sorgten so für eine passende Zirkusatmosphäre. Überdies entstand eine eigene Zirkuszeitung, die von Schülerinnen und Schülern selbst geschrieben und gestaltet wurde. Darin hielten sie verschiedene Interviews sowie ihre Erlebnisse und Eindrücke rund um das Zirkusprojekt fest.
Wer sich für einen Auftritt auf der Bühne entschied, konnte aus zahlreichen Disziplinen wählen. So gab es unter anderem Seiltanz, Trapezkunst, Fakir, Pyramidenakrobatik, Clownerie, Vertikaltuchakrobatik, Zauberei, Pantomime, Trickfussball und viele weitere beeindruckende Darbietungen. Geleitet wurden die Ateliers durch die Lehrpersonen der Schule.
Zwischen Tiefenruhe und Zitterattacken
Dass die Kinder am Abend ihre erste Aufführung vor grossem Publikum hatten, war ihnen kaum anzumerken. Unbeschwert übten sie weiter, voller Energie und Tatendrang. Auf die Frage, ob sie nervös seien, folgte meist ein «Nein», ergänzt durch ein ehrliches Strahlen und die klare Freude auf das, was bevorstand.
«Den Kindern merkt man es zwar nicht an, aber wir sind jetzt schon am Zittern», meinte Fachlehrperson Sara Antener lachend.
Ein voller Erfolg
Die rund 350 Tickets konnten von Verwandten, Freunden und Bekannten der Kinder erworben werden, und diese waren schnell ausverkauft. Die erste Aufführung fand am Donnerstagabend statt. Am Freitag folgten zwei weitere Vorstellungen, bei denen die jungen Artistinnen und Artisten ihr Können erneut präsentieren durften.
«Die Aufführungen waren ein voller Erfolg», bilanzierte Co-Schulleiterin Catherine Stalder. «Das Publikum war toll und es gab viel Applaus für unsere Performerinnen und Performer. Es war ein unvergessliches Erlebnis.»










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