Ein frühlingshafter Samstagmorgen: Kundinnen und Kunden schlendern durch den Altdorfer Wochenmarkt, Zweiräder werden zur Altdorfer Velobörse gebracht und wechseln ihren Besitzer. Und da erklingt sie – zwischen Vogelgezwitscher und Dorfgeräuschen – die Stimme von «Carmen». Sie singt «Seguidilla» auf dem Lehn, oder lässt «Habanera» vom Theater-Balkon und bei den Kassen der Altdorfer Coop-Filiale erklingen. Verwunderte Blicke, gebannte Zuhörerinnen und Zuhörer, gefolgt von spontanem Beifall, lösten die Gesangseinlagen der Schweizer Sängerin aus. Grund für diese klangvolle Aktion: Am kommenden Sonntag, 26. April, wird das Theater Uri mit «Carmen» zur Opernbühne.
Ein Sprung in die Zukunft
Boxopera «Carmen» wagt einen völlig neuen Zugang zu einem der meistgespielten Werke der Operngeschichte. Die grossen Weichen einer intimen, psychologisch dichten Erzählweise. Die Handlung springt zwei Jahrzehnte nach vorne: Carmen ist tot, doch ihre Präsenz lebt fort – als Erinnerung, als Obsession, als Halluzination. Musikalisch begleiten ein Streicherensemble sowie der Musikdirektor am Flügel die berühmte Musik Bizets – in reduzierter, aber intensiver Fassung. Neue Dialoge geben den Figuren zusätzliche Tiefe und schaffen eine Brücke zwischen Literatur, Musik und Theater.
Spontane Gänsehautmomente
Sarina Weber schlüpft in dieser Inszenierung in die Rolle von Carmen. Um auf die Aufführung in Altdorf aufmerksam zu machen, gab sie persönlich die gesangliche Kostprobe und wurde dabei durch Peter Bernhard, der als Don José an ihrer Seite spielt, sowie vom Team des Theater Uri dabei unterstützt, kräftig die Werbetrommel zu rühren. Und das kam an: Die ungewöhnliche Werbeaktion sorge bei den Passantinnen und Passanten nicht nur für Beifall, sondern auch für Gänsehautmomente. (zvg)
Boxopera Carmen, Sonntag, 26. April, 18 Uhr im Theater Uri. Informationen und Tickets: www.theater-uri.ch.

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