Die Veranstaltung der Abteilung Sport, der Bibliothek Obwalden und der Gesundheitsförderung im Mehrzwecksaal der Kantonschule Sarnen, vermittelte mit Carlo Janka persönliche Einblicke aus seinem Buch «Durchbruch». Er sprach über Erfahrungen und Erkenntnisse aus seiner Karriere. Anschliessend wurde das Thema «Im Kopf stark sein» unter der Moderation von Roland Bösch mit Lara Binkert (Leichtathletik), Claude Bucher (CEO Ochsner Shoes) und Monika Wicki-Hess (Mentaltrainerin) diskutiert.
Carlo Janka möchte mit seinem Buch Aufs und Abs des Lebens weitergeben. «Es enthält viele Bilder, ist einfach geschrieben und wie ein Krimi aufgebaut. Zudem soll das Buch mit 200 Seiten Hilfestellung leisten und ein guter Ratgeber sein», fasste Janka zusammen. Stolz ist der Obersaxer und dreifache Familienvater auf seine Weg-Begleiter, die sich im Buch wohlwollend über ihn äusserten. So zum Beispiel sein Vorbild Hermann Maier. An den Olympischen Spielen in Vancouver 2010 kam Janka in den ersten drei Rennen nicht richtig auf Touren und gewann in der Kombi unbeliebtes Leder. «Mir gelang der mentale Switch nach dem Misserfolg. Hadern verlieh mir Flügel und die Leichtigkeit ermöglichte die Goldmedaille im Riesenslalom», so Janka.
Carlo Janka sah sich in jungen Jahren eher als Mannschaftssportler und stand nicht gerne im Mittelpunkt. Die beste Schule sei die Lebensschule und man soll sich treu und authentisch bleiben. Monika Wicki sprach von Vertrauen schenken, damit die Jugendlichen an sich selber glauben. «Die Eltern leiden oft mit den Kindern und sind der Fels in der Brandung. Heute wird alles aufs Äusserste ausgereizt und Träume werden plötzlich wahr. Loslassen und im Moment mit Intuition fahren ist ein guter Ratgeber», so Wicki. Zu ihrer Zeit im Weltcup war das Frauenteam eher eine Schicksalsgemeinschaft: «Vieles lief damals eher unterschwellig. Die Männer regeln Probleme direkt und in unserem Team war das schwierig. Aber heute ist das alles vergessen und wir verstehen uns blendend», sagte Wicki.
Freier Kopf erleichtert vieles
Claude Bucher, CEO Ochsner Shoes, navigiert mit einem Plan durchs Jahr und bestätigte: «Stress im Beruf verlangt den Austausch mit Arbeitskollegen, Familie und Freunden. Sport erleichtert vieles.» Menschen muss man mögen, da sind sich alle einig. So auch Claude Bucher: «Kunden und Angestellte muss man mögen. Teamgeist am Arbeitsplatz und Teammanagement sind wichtig, auch wenn man nicht zusammen Ferien verbringt», betonte Bucher. Mit Menschen zusammen sein, bedeutet Carlo Janka inzwischen enorm viel, ergänzte der ehemalige Iceman.
Leichtathletin Lara Binkert absolvierte die beste Prüfung als Kauffrau mit Berufsmatura und arbeitet mit einem 80‑Prozent-Pensum auf dem Steueramt. Ein Kreuzbandriss im März beim Skifahren warf sie zurück. Sie switcht zwischen zwei Welten mit Beruf und Spitzensport und zählt auf grosses Verständnis des Arbeitgebers. Nächsten Sommer will sie durchstarten und wieder unbedingt für die Schweiz am Start stehen. «Ich will aus der Verletzung das Beste machen. Mein Umfeld brachte mich wieder auf die Bahn und Mentaltraining bestätigte mir, dass Verletzungen nicht das Ende der Welt bedeuten.» Hilfe holen sei keine Schande. Binkert musste lernen, nicht überall höchste Anforderungen zu haben und auch mal Durchschnitt akzeptieren.
Wenn langsames Denken erschreckt
«Jetzt ist mir klar, warum es in der Politik manchmal gemächlicher vorwärts geht. Wenn Denken langsam macht, muss auch ich positiv bleiben und nach Lösungen suchen. Meine Agenda ist ein Ding des Teufels und ist überall oft zu spät», betonte der gut gelaunte Regierungsrat Christian Schäli. Die Ziele der Protagonisten sind gesteckt. Claude Bucher hat sein Karriereziel erreicht und privat möchte er vermehrt Sport treiben. Carlo Janka visiert den Familienwanderweg an und sucht im Coachingbereich den richtigen Abzweiger. Monika Wicki-Hess sei auf dem Gipfel angekommen und will junge Menschen begleiten, damit sie ihre Leidenschaft umsetzen.


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