Horw

Einwohnerrat überweist Postulat zum Campus-Verkehr

Die FDP befürchtet rund um den neuen Campus Horw Verkehrsprobleme und bemängelt die Kommunikation. Ihr Postulat wurde teilweise überwiesen – und abgeschrieben.

Der Horwer Einwohnerrat überwies am Donnerstag ein dringliches Postulat zum Verkehrskonzept des neuen Campus Horw teilweise. Der Grossteil der dereinst rund 5000 Hochschulangehörigen soll mit der Bahn anreisen (wir berichteten). Parkplätze stehen noch 134 zur Verfügung. FDP-Einwohnerrat Stefan Maissen befürchtet ein Verkehrschaos und kritisierte zudem die aus seiner Sicht ungenügende Kommunikation seit der Abstimmung der Horwer Bevölkerung über die Campus-Vorlage 2023, als noch mit bis zu 400 Parkplätzen gerechnet wurde. Die FDP forderte unter anderem, dass der Gemeinderat dem Einwohnerrat vor der Erteilung der Baubewilligung eine Beurteilung des Mobilitätskonzeptes vorlegt, die verbindlich geregelte Rückfallebene für die Pilatusmarkt-Parkplätze, ein Parkplatzbewirtschaftungskonzept für die Quartiere, die zeitgerechte Umsetzung der Velo- und Fusswegmassnahmen sowie eine Taktverdichtung der S-Bahnen.

Es sei klar, dass es ein verbindliches Mobilitätskonzept brauche und gewisse Aspekte vertraglich geregelt und mit dem Baubewilligungsverfahren verfügt werden müssten, erklärte Bauvorsteher Thomas Zemp (Mitte). «Die Erwartungen an die Bauherrschaft sind bekannt und die notwendigen Prozesse wurden bereits in der Planungsphase gestartet.» Der Gemeinderat sei – mit Ausnahme der Punkte, die den Einwohnerrat in das Baubewilligungsverfahren involvieren würden – bereit, das Postulat entgegenzunehmen.

Versprochene Fahrplanverdichtung habe bereits stattgefunden

Für die Anliegen setzte sich der Gemeinderat ohnehin seit Langem ein. Zemp erklärte unter anderem, der versprochene Fahrplanausbau habe bereits stattgefunden. «Die S41 ist 2024 zu Spitzenzeiten um vier zusätzliche Kurspaare aufgestockt worden.» Er erläuterte weiter, die HSLU setze bereits heute Verkehrsmassnahmen um, darunter etwa Anreizpakete für den ÖV und ein Monitoring. «Unter dem Strich bleibt nichts, was nicht schon läuft oder in Bearbeitung ist», sagte der Bauvorsteher.

Auch Bernhard Wehrli (L20) sagte: «Wir sollten nicht in Panik verfallen.» Er habe rund 30 Jahre lang an der ETH Zürich gearbeitet. Da seien 50'000 Personen unterwegs, es gebe kaum Parkplätze: «Und es funktioniert.»

Die FDP pochte dennoch auf die vollständige Überweisung des Postulats und wollte dieses nicht abschreiben. «Weil die Bevölkerung das Recht auf eine Kommunikation hat und diese findet aus meiner Sicht nicht statt», sagte Maissen. Damit kam die FDP aber nicht durch. Der Einwohnerrat überwies das Postulat teilweise mit 20 Ja-Stimmen bei 5 Enthaltungen. Eine deutliche Mehrheit plädierte zudem dafür, das Postulat gleichzeitig als erledigt abzuschreiben.

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