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Leben im Alter

Buchprojekt gibt Luzernerinnen und Luzernern über 80 eine Stimme

Im Buch «Im hohen Alter» werden 24 Persönlichkeiten und ihr Umgang mit dem Altern vorgestellt.
So sieht das Buchcover aus.
Bild: std

Wie bewältigen Menschen im hohen Alter den Alltag? Worauf blicken sie zurück, was vermissen sie, welche Sorgen haben sie, schmieden sie allenfalls noch Zukunftspläne? Im Buch «Im hohen Alter» äussern sich 24 Luzernerinnen und Luzerner über 80 zu diesen Themen. Einige von ihnen leben in den eigenen vier Wänden, andere in Alterswohn- oder Pflegezentren. Erschienen ist das Buch im März, herausgegeben vom städtischen Forum «Luzern60plus», das die Mitwirkung der älteren Generation fördert und über Altersthemen sowie Dienstleistungen in der Stadt Luzern informiert.

Zu Wort kommen auch Personen, die öffentlich bekannt sind: beispielsweise der ehemalige Bundesrichter Hans Wiprächtiger, der nach wie vor in einem Anwaltsbüro arbeitet und mit seiner Frau grössere Reisen unternimmt. Ebenfalls eine gut gefüllte Agenda hat der frühere CVP-Politiker Guerino Riva, der sich für die Attraktivierung des Gebiets Baselstrasse-Bernstrasse engagiert. Auch die Schauspielerin Rita Maeder-Kempf ist im Buch vertreten.

Von Dankbarkeit und Schattenseiten

Viele Porträtierte äussern Dankbarkeit für ihr Leben oder dafür, was im Alter alles noch möglich ist. Einige haben noch grössere Wünsche beziehungsweise Pläne wie eine Hausrenovation oder eine Reise – oder kleinere wie eine Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee. Andere wiederum thematisieren den Tod. Auch Schattenseiten des Alterns werden angesprochen – etwa Einschränkungen aus gesundheitlichen Gründen oder gar Diskriminierung. Eine Frau erzählt, dass ein Car-Unternehmen sie aufgrund ihres Alters nicht mehr auf eine Reise mitnehmen wollte.

Mehrmals zur Sprache kommt, dass Angehörige oder der Freundeskreis wegsterben. Das kann zu Einsamkeit führen. «In diesem Alter hat niemand auf dich gewartet. Du musst selber Initiative zeigen, jemanden einladen», wird Rita Maeder-Kempf zitiert. Oder zu Langeweile. «Der Tag hat manchmal viele Stunden», sagt eine weitere Frau. Mehrere besuchen regelmässig die Treffpunkte der Organisation Vicino.

Erschienen ist das Buch im Rahmen der Sensibilisierungskampagne «Das hohe Alter», die zum Verständnis für hochaltrige Menschen beitragen soll. Es zeige, dass im hohen Alter und mit zunehmender Gebrechlichkeit ein sinnerfülltes Leben möglich ist, schreibt die Stadtluzerner Sozialdirektorin Melanie Setz (SP) im Vorwort. Die 24 porträtierten Menschen gäben dieser Generation, die manchmal von den nachfolgenden vergessen werde, ein Gesicht.

Gedruckte Exemplare sind aufgrund der grossen Nachfrage nur noch wenige vorhanden. Das Buch ist online unter www.stadtluzern.ch/imhohenalter gratis verfügbar.

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