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Stadt Luzern

Bleibt das Kleintheater am Bundesplatz oder zieht es ins Himmelrich? Stiftungsrat nimmt zwei Standorte unter die Lupe

Das Kleintheater Luzern braucht bis Sommer 2028 einen neuen Standort. Zwei Optionen stehen zur Wahl – im Gespräch war zunächst noch eine dritte.
Das Kleintheater Luzern kann noch bis im Sommer 2028 an der aktuellen Spielstätte bleiben.
Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 16. 1. 2024)

Kleinkunst, Comedy, Konzerte – das Kleintheater am Bundesplatz ist für Luzerner Kulturinteressierte seit fast 60 Jahren eine treue Begleitung. Bekanntlich muss es aber eine neue Spielstätte suchen, weil die Hauseigentümerin Luzerner Pensionskasse (LUPK) einen Neubau plant – und zwar auf spätestens Sommer 2028. So lange kann das Kleintheater auf eigenen Wunsch bleiben. Und danach? Nun ist klar, der Stiftungsrat konzentriert sich auf die Prüfung zweier Nachfolgestandorte. Dies teilte das Kleintheater am Donnerstag mit.

Eine Option ist der bestehende Standort am Bundesplatz . In einem laut der Mitteilung «konstruktiven Dialog» wird geprüft, unter welchen Bedingungen das Kleintheater im Neubau an der bestehenden Adresse eingeplant werden könnte. Aktuell wird dazu von der LUPK in Zusammenarbeit mit dem Kleintheater Luzern eine umfassende Machbarkeitsstudie ausgearbeitet. Über das Ergebnis der Studie wird die LUPK im Januar 2025 informieren.

Diese Gewerbebauten an der Ecke Himmelrich-/Moosstrasse sollen durch eine grosse Arealüberbauung ersetzt werden - vielleicht mit Kleintheater.
Bild: rk

Die andere Option liegt an der Himmelrichstrasse , dort wo sich heute flache Gewerbebauten befinden. Die Zürcher Atlas Stiftung hat dort sowie an der Bundes- und Moosstrasse umfangreiche Grundstück erworben. Sie plant dort eine grosse Arealüberbauung mit Mietwohnungen, Seniorenresidenz, Gewerbe- und Dienstleistungsflächen. In diesem Zusammenhang prüft sie die Eingliederung des Kleintheaters entlang der Himmelrichstrasse.

«Beide Standorte machbar und gleichwertig»

Wie Peter Bucher, Co-Präsident des Stiftungsrats Kleintheater Luzern, ergänzt, sei man beim Standort Bundesplatz mit Blick auf die laufende Machbarkeitsstudie sicher weiter – so etwas existiere bei der Himmelrichstrasse noch nicht. Es handle sich dort auch um ein komplexes Gesamtprojekt. Dennoch verfolge man vorerst beide Optionen weiter. Er habe die Atlas Stiftung von sich aus angefragt aufgrund guter Beziehungen. «Beide Standorte wären für das Kleintheater machbar und gleichwertig», hält Bucher fest.

Die Atlas Stiftung lässt derzeit Machbarkeitsstudien erstellen und befindet sich im Austausch mit den städtischen Baubehörden und der kantonalen Denkmalpflege, wie Sprecherin Helen-Deborah Maier auf Anfrage schreibt. Es seien noch diverse Fragen zu klären, weshalb man sich nicht im Detail zum Planungsstand äussern könne. Nach wie vor soll das Areal «bis zirka 2030» neu überbaut werden. Gemäss Maier sind nebst dem Wohnangebot auch «eine öffentliche, zeitgemässe Gastronomie» sowie Gewerbe- und Dienstleistungsflächen vorgesehen: «Das Kleintheater würde dem entsprechen und Synergien zu unserem Angebot schaffen.»

Der Stiftungsrat hat mit dem Bekanntwerden der Veränderungen am Bundesplatz im vergangenen Januar unmittelbar mit der Suche nach einem möglichen Ersatzstandort begonnen. «Dabei durfte die traditionsreiche Kleinkunstbühne auf viel Zuspruch aus der Bevölkerung, von Seiten Politik, den städtischen und kantonalen Behörden, Künstlerinnen und Künstler sowie Verbänden zählen», heisst es in der Mitteilung weiter. Man habe daraufhin mehrere Standorte evaluiert.

Kauffmannweg war ebenfalls im Gespräch

Dieser Zeitung ist zu Ohren gekommen, dass darunter auch ein Grundstück der katholischen Kirche Stadt Luzern am Kauffmannweg war. Dort befinden sich aktuell unter anderem ein Pavillon und die Büros der Gassenarbeit. Peter Bucher bestätigt dies, sagt aber: «Platzmässig wäre ein Kleintheater hier nur schwierig unterzubringen.» Deshalb verfolge man diese Option vorerst nicht weiter. Eine Projektgruppe der Kirche ist aktuell an einem Vorprojekt dran – dazu zählt neben dem erwähnten Grundstück auch jenes des Pfarreizentrums Barfüsser an der Winkelriedstrasse.

Im zweiten Quartal 2025 will das Kleintheater über die nächsten Schritte zur Umsetzung an einem der zwei Standorte informieren. In beiden Fällen wäre je nach Baubeginn ein vorübergehender Ausweichstandort nötig. Abklärungen wurden diesbezüglich noch keine vorgenommen, wie Bucher sagt: «Infrage kämen bestehende Säle in der Stadt Luzern.»

Zentrales Element für die Wahl des Standorts sei die Finanzierung: Aktuell können laut Mitteilung weder zu Investitionskosten noch zu finanziellen Auswirkungen auf den künftigen, laufenden Betrieb Aussagen gemacht werden.

Die Neubaupläne der LUPK hatten im Januar für ziemlichen Wirbel gesorgt. Die Eigentümerin kommunizierte zunächst, das Kleintheater werde im Ersatzbau aus Renditegründen keinen Platz mehr finden. Nach der grossen (öffentlichen) Empörung und selbst einem Tadel des Regierungsrats gab der LUPK-Vorstand Entwarnung und bremste damit die Geschäftsleitung aus.

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