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Fasnacht Uri

Drei Generationen am Start beim «Biräweggärennen»

Mitten im Tristel fand am Sonntag das «Biräweggärennen» statt. Das kleine Volksrennen für Kinder bis sieben Jahre lockte Einheimische und Gäste gleichermassen an und zeigte, wie lebendig die Tradition in Andermatt ist.
Prinz Elvelinus LXIII. (René Zgraggen) verteilte allen Kindern «Birräweggä» und gratulierte ihnen.
Bild: Ilona Schmid (Andermatt, 15. 2. 2026)

Es war ein wunderschöner Sonntag am 15. Februar, als Prinz Elvelinus LXIII. zum Biräweggärennen in Andermatt lud. Das kleine Volksrennen hat in Andermatt eine sehr lange Tradition. Grosseltern, die ihre Grosskinder auf dem Schlitten zogen, erinnerten sich noch daran, wie sie selbst einst teilnahmen. Bei diesem Rennen sind Kinder bis sieben Jahre eingeladen. Entweder auf Skiern oder auf dem Schlitten, gezogen von Eltern oder Verwandten.

Die Rennbahn, die in Richtung Hospental präpariert wurde, befand sich im Tristel gegenüber der Gemsstockbahn. Dort wurden ab 14.30 Uhr auch die Startnummern vergeben. Richtig professionell organisiert. Die Elvelinus-Zunft verkaufte Getränke und sorgte für gute Stimmung. Laute Partymusik dröhnte aus den Boxen und Marcel Wenger moderierte den Anlass. Prinz Evelinus LXIII., der dieses Jahr René Zgraggen ist, stand mit seinem Narren und seiner Prinzessin bereits im Ziel und hielt die legendären «Biräweggä» bereit. Die Distanz betrug ungefähr 50 Meter. Als Erste starteten die kleinen Skiläufer. Mit viel Eifer und Ehrgeiz machten sich die Kleinen auf den Weg Richtung Ziel. Dort wurden sie vom Prinzen und seiner Gefolgschaft angefeuert. Im Ziel angekommen, erhielt jedes Kind eine «Biräweggä». Auch wenn sich die Kinder freuten, die als Erste ins Ziel gelangten, war es kein Rennen im klassischen Sinn. Denn alle sind Gewinner.

Voller Ehrgeiz und Enthusiasmus starteten die Kleinen und sprinteten ins Ziel.
Bild: Ilona Schmid (Andermatt, 15. 2. 2026)

In einer zweiten Runde reihten sich Erwachsene mit Kindern auf Schlitten ein. Auch die Kleinsten waren mit dabei. Schon bei der Startnummernvergabe wünschten sich einige Eltern spezielle Nummern, etwa die Eins. «Die Eltern sind manchmal ehrgeiziger als die Kinder», meinte Noel Tresch lachend, der die Startnummern verteilte. Als die Stimme aus dem Lautsprecher zählte, rannten die Eltern bereits los. Mit dabei waren nicht nur Einheimische, sondern auch ein oder zwei Touristen. Ganz vorn war ein niederländischer Gast, der alle anderen hinter sich liess. Auch Englisch sprechende Menschen waren zu hören. Es war ein Anlass, der definitiv Brücken schlägt und Touristen oder Gästen ermöglicht, ein Stück Kultur mitzugestalten.

Das «Biräweggärennen» reicht weit zurück

Als sich alle Eltern und Kinder am Schluss wieder beim Startpunkt einfanden, erinnerten sich viele zurück. Eine Teilnehmerin erzählte, dass sie vor vielen Jahren ebenfalls mitgemacht habe, damals noch im Dorf. Andere wussten gar nicht, wie weit die Tradition zurückreicht. «Sogar meine Grossmutter hat noch davon erzählt», erinnerte sich jemand anderes. Die Elvelinus-Zunft, die das Rennen durchführt, reicht bis in die 50er-Jahre zurück. Damals wurde sie von den Altvätern gegründet und seither traditionell weitergeführt. Wer in die Liste der Prinzen schaut, erkennt, dass vorwiegend Einheimische zum Prinzen oder zur Prinzessin auserwählt wurden. Aber auch Zweitwohnungsbesitzer wie René Zgraggen. Er war sichtlich erfreut, als er den Kindern die «Biräweggä» verteilte und darauf achtete, dass kein Kind leer ausging. Es war ein sehr gelungener Anlass, der bis zu drei Generationen verband, die alle einmal am «Biräweggä»-Rennen mitmachten.

Die Kinder zeigten stolz ihren Preis. Eine feine «Birräweggä».
Bild: Ilona Schmid (Andermatt, 15. 2. 2026)
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