Alpgenossenpräsident Paul Odermatt durfte am diesjährigen Alpausflug über 80 Teilnehmende willkommen heissen. Bei hochsommerlichen Temperaturen erreichten die geladenen Gäste die Bergstation Rugisbalm entweder zu Fuss oder bequem mit der Kleinseilbahn Mettlen-Rugisbalm. Nach einem entspannten Fussmarsch zum idyllischen Rugisbalmsee wartete bereits ein feiner Apéro mit heimischem Käse und Wurst auf die Teilnehmenden.
Der erste Bannwart Wendel Waser informierte über das Alpgebiet Lutersee, welches sich vom Grünboden bis zum Salistock erstreckt und bequem mit zwei Bergbahnen erreichbar ist. Die Alp unterteilt sich in ein oberes Gebiet und ein unteres Gebiet beim Storeggpass. Namensgeber für die gesamte Alp ist der dortige Lutersee. Auf den rund 343 Hektaren Weidland werden ausschliesslich Rinder für eine durchschnittliche Sömmerungszeit von 106 Tagen angenommen. Die Nutzungsrechte der Gemeinalp sind in Alptiteln geregelt, was rechnerisch Platz für rund 257,5 Rinder bietet.
Früher waren die Hüttenrechte auf Lutersee in privatem Bauernbesitz. Das änderte sich im Jahr 1919, als das letzte dieser Rechte an die Alp überging. Seither befinden sich alle sieben Hüttenrechte – Stafel, Lochhütte, Jollergädeli, Grünenboden, Eggen, Glattboden und Hüehütte – im vollständigen Besitz der Alpgenossenschaft Lutersee.
Toni Töngi erzählte über die Entstehungsgeschichte der beiden Kleinseilbahnen, welche das Alp- und Wandergebiet Lutersee erschliessen. Seit der Erstellung einer Materialseilbahn im Kriegsjahr 1942 erfolgten schrittweise Sanierungen und Modernisierungen bis hin zur offiziellen Zulassung und Konzession für den Personentransport.
Herausforderung Klimawandel
Nach dem Mittagessen informierte Alpgenossenpräsident Paul Odermatt über aktuelle Projekte der Nidwaldner Gemeinalpen. Die einzelnen Gemeinalpen überarbeiten derzeit ihre speziellen Gesetze. Die Verabschiedung ist im Rahmen einer Extra-Alpgenossengemeinde im Spätherbst 2026 angedacht.
Nach schweren Unwettern kämpften viele Alpgenossenschaften nicht nur mit Geröll, sondern auch mit der kantonalen Bürokratie. Dass für die dringende Instandstellung zerstörter Infrastrukturen aufwendige Baueingaben nötig sind, sorgt bei den betroffenen Älplern für grossen Unmut. Neben der ohnehin harten Aufräumarbeit ist dieser administrative Leerlauf unverständlich. Gefragt sind jetzt pragmatische Lösungen und gesunder Menschenverstand.
Gleichzeitig leidet die Land-, Forst- und Alpwirtschaft massiv unter der anhaltenden Trockenheit. Zu den bekannten Problemen mit invasiven Neophyten gesellt sich nun eine neue Bedrohung: Der extrem gefrässige Japankäfer breitet sich rasant aus und hinterlässt immense Schäden an Kulturen und Pflanzen.
Alpgenossenpräsident Paul Odermatt dankte abschliessend für die Gastfreundschaft auf Lutersee, was die Gäste mit Applaus bestätigten. Anschliessend wünschte er allen einen unfallfreien und gesunden Alpsommer.
*Melanie Zumbühl ist Alpschreiberin der Nidwaldner Gemeinalpen.

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