Es ist ein Ort an bevorzugter Wohnlage mit Blick auf See und Berge: das Chrischona-Areal in Kastanienbaum auf der Horwer Halbinsel. Derzeit befindet sich dort die Hotelfachschule IMI. Doch schon länger ist klar, dass die Eigentümerin AWS Chrischona AG, die der Luzerner Arthur-Waser-Stiftung gehört, dort eine Wohnüberbauung realisieren will.
Dafür muss ein rund 30'000 Quadratmeter grosses Grundstück umgezont werden, denn derzeit befindet sich dieses in der Tourismuszone. Dort ist Wohnen nur in untergeordnetem Mass gestattet. Zudem unterliegt das Grundstück einer Bebauungsplanpflicht. Dieser Bebauungsplan und die Zonenplanänderung werden nun erarbeitet, wie die Gemeinde Horw kürzlich mitgeteilt hat. Bauvorsteher Thomas Zemp (Mitte) ergänzt auf Anfrage, dass der erste Entwurf und der weitere Terminplan im September vorliegen sollen. Danach folgen die öffentliche Mitwirkung sowie Auflage, allfällige Einspracheverhandlungen, die Behandlung des Geschäfts im Einwohnerrat und die Genehmigung durch den Regierungsrat.
45 Wohnungen und ein öffentlicher Aussichtspunkt
Wie die Überbauung aussehen soll, wurde im Rahmen des Richtprojekts 2022 bekannt. Geplant sind 45 Wohnungen (davon 30 im Eigentum) in zehn Gebäuden sowie ein öffentlicher Aussichtspunkt. Ein Teil der neuen Überbauung soll am Seeacherweg entstehen, wo sich derzeit die Hotelfachschule befindet. Weitere Häuser sind darunter an der Seestrasse geplant. Der Grossteil des Grundstücks bleibt unbebaut, zwischen den beiden Siedlungsteilen ist eine grosse Wiese geplant.
Die Pläne kamen im Horwer Einwohnerrat grundsätzlich gut an. Das Parlament hat den entsprechenden Planungsbericht 2022 einstimmig zur Kenntnis genommen . Allerdings gab es auch Kritik aus der Nachbarschaft wegen der Bauvolumen oder weil Mehrverkehr und Lärm auf dem Aussichtspunkt befürchtet werden . Wie gut das Projekt jetzt ankommt, wird dann die öffentliche Mitwirkung zeigen.
Abklärungen benötigten mehr Zeit
Seit der Vorstellung des Richtprojekts sind drei Jahre vergangen. Dies unter anderem, weil die Absprachen zwischen der Gemeinde und der Eigentümerin zum weiteren Vorgehen, Vorabklärungen für den Bebauungsplan sowie die Erstellung eines Gutachtens der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission mehr Zeit benötigt hatten als erwartet, wie die AWS Chrischona AG und die Gemeinde Horw auf Anfrage gemeinsam schreiben. Dem Landschaftsraum gelte ein besonderes Augenmerk, denn die Horwer Halbinsel ist im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler aufgeführt.
Der Aufwand habe sich aber gelohnt, «da nun detaillierte Rahmenbedingungen für die Erarbeitung des Bebauungsplans vorliegen», wie Gemeinde und AWS Chrischona AG festhalten. Das Gutachten bescheinige eine «gute Einpassung des Projekts in das Landschaftsbild und bestätigt somit auch die diesbezügliche Qualität des Richtprojekts».
Der Name des Chrischona-Areals und dessen Einteilung in die Tourismuszone gehen übrigens auf das evangelische Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona in Basel zurück. Dieses hat um 1960 die Bauten erstellt und danach als Kuranlage betrieben.


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