Vieles neu beim Bahnhof Littau: In den kommenden Jahren soll der Bahnhof, sowie das Gebiet drumherum umgestaltet werden . Am Freitag hat der Luzerner Stadtrat an einer Medienkonferenz bekannt gegeben, wie es mit dem Gebiet weitergehen soll.
Die Situation vor Ort ist laut Stadtrat unzureichend: «Es hat hier noch Luft nach oben. Es gibt das eine oder andere, das man in diesem Gebiet aufwerten kann», sagte Umwelt- und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) vor den Medien. Mit dem Entwicklungskonzept zum Umfeld des Bahnhofs Littau soll die Situation in den nächsten Jahren verbessert werden.
Das Hauptproblem: Der Übergang über die Bahnstrecke Luzern-Wolhusen und die Einmündung von der Cheer- in die Thorenbergstrasse bereiten seit vielen Jahren Schwierigkeiten. Immer wieder kommt es deswegen zu Stau im Gebiet. Betroffen ist nicht nur der motorisierte Individualverkehr, sondern auch der ÖV. Auch für den Fuss- und Veloverkehr ist die Situation nicht optimal.
Bahnschranken künftig weniger lang geschlossen
In den Jahren 2024 und 2025 will die SBB den Bahnhof Littau modernisieren. Unter anderem wird dieser behindertengerecht ausgebaut und die Steuerungsanlagen werden erneuert. Letzteres hat massive Auswirkungen auf die Schliessungszeiten der Bahnschranken beim Bahnhof. So sind diese heute pro Stunde bis zu 18 Minuten geschlossen. Nach der Modernisierung sollen die Schranken lediglich noch neun Minuten stündlich zu sein. Auch sollen die Trottoirs beim Bahnübergang verbreitert und an der Ostseite des Bahnhofs eine weitere Querung installiert werden. Die Baubewilligung werde demnächst erteilt.
Durch den Umbau entstehe eine völlig neue Ausgangslage. «Die Reduktion der Schliessungszeiten ist ein wichtiger Teil der Umgestaltung. Das hat auch Auswirkungen auf den Rückstau und fällt stark ins Gewicht», so Borgula. Zwar bleibe der Verkehr auf den bestehenden Strassen, der Stau werde jedoch reduziert. Dadurch könne man den Verkehr nach der Umgestaltung «sicherer und verträglicher» abwickeln, wie der Stadtrat auch im Bericht und Antrag (B+A) an das Parlament schreibt.
Gelöst wird das Stauproblem damit noch nicht. Es braucht weitere Massnahmen. Vier Varianten wurden untersucht, mit denen das Problem gelöst werden soll. Drei davon beinhalten Umfahrungsstrassen zwischen dem Littauerboden und Littau Dorf. Bei einer Variante wurde der Einsatz einer Ampelsteuerung an der Thorenberg- und der Cheerstrasse geprüft. Zwar werde dadurch bei diesem Knoten der Platzbedarf etwas grösser, es komme aber nicht zu anderweitigen negativen Auswirkungen – etwa für die Landschaft oder durch eine Verkehrsverlagerung in andere Quartiere.
Umsetzung zwischen 2026 und 2030
Der Stadtrat hat sich deshalb für die Ampelsteuerung entschieden: «Sie weist gegenüber den Umfahrungen das deutlich beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aus», so Borgula. Zum Vergleich: Während die Variante mit einer Ampelsteuerung rund acht Millionen Franken kosten soll, schlagen die drei Umfahrungsvarianten mit 25 bis 35 Millionen Franken zu Buche. Zur Erinnerung: 2021 hatte das Stadtparlament das Umfahrungsprojekt Cheerstrasse aus Kostengründen nach vielen Jahren Planung versenkt . Auch der Kanton Luzern stehe einer Steuerung mit einer Lichtsignalanlage positiv gegenüber. Umgesetzt werden soll sie zwischen 2026 und 2030. Im Oktober befindet das Stadtparlament über das Geschäft.
Das Entwicklungskonzept zum Umfeld des Bahnhofs enthält aber noch diverse weitere Massnahmen: Unter anderem wird der Bushof neu gebaut, es entsteht ein neuer Bahnübergang und die Cheerstrasse sowie der Grünauring sollen saniert werden.


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