Baar bleibt finanziell auf Rosen gebettet. Dies geht aus einer Medienmitteilung der Gemeinde hervor. Für das kommende Jahr rechnet die Einwohnergemeinde bei einem Aufwand von gut 160 Millionen Franken und einem Ertrag von rund 207 Millionen mit einem Überschuss von 46,9 Millionen Franken. Damit bewegt sich das Budget 2027 praktisch auf dem Niveau des Vorjahres mit 47,1 Millionen.
Noch besser dürfte allerdings das laufende Jahr abschliessen. Finanzvorstand Mark Gustafson (FDP) erwartet in der Rechnung 2026 derzeit einen Überschuss von über 63 Millionen Franken. Zu diesem aussergewöhnlich hohen Ergebnis trägt insbesondere die definitive Veranlagung einer Handänderung aus dem Jahr 2020 bei, die der Gemeinde einen unerwartet hohen Betrag an Grundstückgewinnsteuern beschert.
Firmen bringen mehr Steuern ein
Auch abseits dieses Sondereffekts entwickeln sich die Baarer Finanzen erfreulich, wie es weiter in der Mitteilung heisst. Für 2027 rechnet die Gemeinde mit Steuererträgen von knapp 161 Millionen Franken. Vor allem bei den juristischen Personen erwartet die Gemeinde höhere Einnahmen. «Die Prognosen deuten trotz der globalen Unsicherheiten auf eine stabile Entwicklung der Steuererträge hin», lässt sich Finanzvorstand Gustafson zitieren.
Das Geld kann Baar gut gebrauchen. Denn die Gemeinde investiert weiterhin kräftig. Für 2027 sind Nettoinvestitionen von fast 61 Millionen Franken vorgesehen. Ein wesentlicher Teil davon fliesst in den Ausbau der Schulen, der Freizeit- und Sportinfrastruktur sowie in weitere gemeindeeigene Liegenschaften.
Gleichzeitig steigen verschiedene Ausgaben. Besonders ins Gewicht fällt der Zuger Finanz- und Lastenausgleich: Baars Beitrag erhöht sich von 5,3 auf 11,5 Millionen Franken und damit auf mehr als das Doppelte. Auch die Beiträge an öffentliche Unternehmungen und die Spitex Zug sowie die Zahlungen für ungedeckte Pflegekosten nehmen gemäss Medienmitteilung zu. Der Personalaufwand hingegen bleibt weitgehend stabil.
Finanzvorsteher hebt Mahnfinger
Trotz des erwarteten Millionenüberschusses möchte der Gemeinderat den Steuerfuss nicht erneut reduzieren. Erst auf das Jahr 2026 war dieser von 51 auf 49 Prozent gesenkt worden, was dem tiefsten Stand im Kanton Zug entspricht. An der Gemeindeversammlung vom 9. Dezember beantragt der Rat nun, für 2027 an den 49 Prozent festzuhalten. Als Grund führt er insbesondere den weiterhin hohen Investitionsbedarf an.
Effektiv würden die Baarer Steuerpflichtigen allerdings weniger bezahlen. Die Stimmberechtigten hatten an der Rechnungsgemeindeversammlung vom vergangenen Juni beschlossen, einen Teil des Ertragsüberschusses 2025 für einen Rabatt auf den Steuerfuss einzusetzen. Wird der Antrag des Gemeinderats angenommen, käme deshalb ein effektiver Steuerfuss von gut 47,5 Prozent zur Anwendung.
Der Finanzkommission geht dies nicht weit genug. Angesichts der hohen Überschüsse, mit denen auch in den kommenden Jahren gerechnet wird, spricht sich eine Mehrheit für eine Senkung des ordentlichen Steuerfusses auf 47 Prozent aus.
Der Gemeinderat mahnt dagegen zur Zurückhaltung. Der Finanzplan für die Jahre 2027 bis 2031 zeige zwar weiterhin eine komfortable Lage. «Wir können unsere Investitionen auch in Zukunft aus selbst erwirtschafteten Mitteln finanzieren und müssen uns nicht verschulden», betont Gustafson. Gleichzeitig warnt er: «Wir dürfen deshalb jedoch nicht übermütig werden.»




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