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Verkehr

Autofreie Luzerner Quartiere: Der Gegenvorschlag steht vor dem Aus

Die Stadtluzerner Baukommission lehnt die Initiative der Jungen Grünen für autofreie Quartiere knapp ab. Der Gegenvorschlag des Stadtrats fällt sogar deutlich durch.

Die Stadtluzerner Baukommission empfiehlt die Initiative «Begrünte und autobefreite Quartiere für Luzern» knapp zur Ablehnung. Den Gegenvorschlag des Stadtrats lehnt sie sogar deutlich ab, wie die Kommission mitteilt. Die beiden Vorlagen werden voraussichtlich am 12. Juni im Grossen Stadtrat behandelt. Fällt der Gegenvorschlag dort ebenfalls durch, wäre dieser definitiv vom Tisch. Dann käme nur die Initiative der Jungen Grünen vor das Stimmvolk.

Diese fordert, dass die Quartiere Bruch, Hirschmatt, Neustadt und Kleinmatt «wo immer rechtlich möglich» autofrei gestaltet werden, wie es im Initiativtext heisst. Der Strassenraum soll teilweise entsiegelt und begrünt werden, um die Luftqualität zu verbessern und eine zu starke Hitzeentwicklung im Sommer zu verhindern. Dem Stadtrat geht dies zu weit. Er schlägt stattdessen vor, lediglich das Bruchquartier teilweise umzugestalten – mit einem Fahrverbot auf der Zähringer- und Dufourstrasse sowie auf einem Abschnitt der Bruchstrasse.

Unter anderem das Bruchquartier soll gemäss Initiative möglichst autofrei werden.
Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 2. 5. 2024)

Der Gegenvorschlag sei von der einen Seite als «zu wenig fortschrittlich» kritisiert worden, andere hielten diesen für «unnötig», wie die Kommission ausführt. Ein Antrag, mit dem der Gegenvorschlag zur Überarbeitung an den Stadtrat hätte zurückgewiesen werden sollen, fand keine Mehrheit.

Begrünungen in der Innenstadt würden von der Mehrheit der Baukommission zwar begrüsst. Die Gegner der Initiative hätten in der Diskussion aber auf diverse Projekte der Stadt verwiesen, die ähnliche Ziele wie die Initiative anstrebten. Zudem lehnten sie den «weiträumigen Abbau von Parkplätzen im Sinn des ansässigen Gewerbes und der Anwohnenden ab», wie es in der Mitteilung heisst. Als Argumente für die Initiative seien die Aufwertung des öffentlichen Raums und die Verbesserung der Sicherheit für den Fuss- und Veloverkehr genannt worden. (std)

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