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Ausbau

Optimierte Aussenküche soll den Kulturhof Hinter Musegg wetterfest machen

Der Luzerner Kulturhof will den ganzjährigen Betrieb stärken und nachhaltige Bildungsangebote fördern.

Die Zwergschweine geniessen ein entspanntes Sonnenbad, die vier Ziegen grasen friedlich, und die Appenzeller Spitzhaubenhühner scharren im gemeinsamen Auslauf auf der Suche nach einem Vormittagsleckerbissen. Nur 10 Gehminuten vom Trubel der Stadt entfernt liegt beschaulich direkt hinter den Museggtürmen der Kulturhof Hinter Musegg.

Seit kurzem liegt ein neues Baugesuch des Hofes auf. Die Aussenküche des Hofes soll allwettertauglich gemacht werden. Geplant ist unter anderem eine Vergrösserung der Küche und die Isolation dieser. Weiter soll diese auch technisch, beispielsweise mit einer Abzugshaube und einem Warenlift, ergänzt werden.

Pia Fassbind zeigt die Ausbaupläne des Kulturhofes Hinter Musegg. Wo sie steht, soll künftig die allwettertaugliche Aussenküche den Betrieb garantieren.
Bild: Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25.7. 2024)

«Wir sind ursprünglich als reine Sommerbeiz gestartet», erklärt Pia Fassbind vom Kulturhof Hinter Musegg. Damals wurde die Beiz mit freiwilligen Helfern betrieben, heute ist ein Gastroleiter und ein professionelles Team am Werk. Vor drei Jahren habe man dann die erste Testphase gestartet und die Öffnungszeiten auch auf den Winterbetrieb ausgeweitet.

Gastronomie ist wichtig für Anlässe und Eigenfinanzierung

Das Konzept des Kulturhofs ist stark auf Bildung, nachhaltige Entwicklung und biologische Bewirtschaftung ausgerichtet. «Wir haben oft Schulklassen auf dem Hof, aber auch die Nachfrage in der Erwachsenenbildung hat stark zugenommen», so Fassbind.

Unter der Woche dient die ausgebaute Scheune als Tagungslokal und wird für verschiedenste Anlässe vermietet. Der Ausbau der Gastronomie sei auch deshalb wichtig. Die Bildungsangebote sowie auch die Tagungen laufen Hand in Hand mit dem Gastronomieangebot. So kämen die Besuchenden beispielsweise für eine Führung auf dem Kulturhof vorbei und möchten anschliessend noch ein gemeinsames Znacht zu sich nehmen.

Weiter sei der Ausbau auch finanziell von Bedeutung. «Wir sind eine Non-Profit-Organisation, mit dem Ausbau wird auch die Eigenfinanzierung gestärkt», erklärt Fassbind. Auch die Arbeitsbedingungen für das Gastronomieteam werden durch den Ausbau, besonders die Isolierung der Küche, verbessert. Nach diesem Ausbau sei dann aber alles so, wie es sein soll. «Das ist der definitive Abschluss unserer Bautätigkeit.»

In Zukunft will der Kulturhof den Bereich der Erwachsenenbildung weiter ausbauen, erzählt Fassbind. Zudem wolle man auch das Tagesgeschäft unter der Woche und die Individualgäste am Wochenende stärken. «Viele haben uns noch als reine Sommerbeiz im Kopf». Das wolle man ändern. Insgesamt sei der Kulturhof aber mit den Gästezahlen zufrieden. Im Sommer laufe es sehr gut. Im Winter gäbe es gute und schlechtere Tage. «Das Hofzmorge ist aber meistens ausgebucht.»

Öffnungszeiten des Hofladens geraten unter Druck

Auch der Hofladen ist ein wichtiger Teil des Kulturhofs. Von Gemüse und Milchprodukten über Gewürze bis zu Glace ist dort alles zu finden. Alles biologisch und nachhaltig von regionalen Produzenten produziert. Auch hier merke man, dass sich die Bedürfnisse der Leute geändert haben. Die Kundschaft schätze möglichst lange Öffnungszeiten.

Doch gerade nach der neu aufgeflammten Debatte zu den Ladenschlusszeiten der Luzerner Hofläden ist dies schwierig. Für Fassbind braucht es einen Kompromiss. Ein möglicher Lösungsansatz wäre für sie zum Beispiel eine Differenzierung zwischen bedienten und Selbstbedienungsläden. «Die Landwirtschaft ist stark auf die Selbstvermarktung angewiesen», sagt Fassbind und betont, dass eine Ausnahmebewilligung aus ihrer Sicht Sinn machen würde.

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