Luzern

«Auf die bürgernahe Kultur bin ich stolz» -der Departementssekretär des Bildungs- und Kulturdepartements geht in Pension

Zwölf Jahre lang hat Hans-Peter Heini (65) das Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern mitgeprägt. Er schaut auf die grossen Entwicklungen der letzten Jahre zurück und übt auch Selbstkritik.
Hans-Peter Heini, Departementssekretär des Bildungs- und Kulturdepartements, geht per Ende März in Pension. (Bilder: Pius Amrein (Luzern, 4. März 2021))

Roseline Troxler

Roseline Troxler

Roseline Troxler

Ende Monat verabschiedet sich der Weggiser Hans-Peter Heini vom Bildungs- und Kulturdepartement (BKD). Der 65-Jährige kennt das BKD mit seinen vier Dienststellen, zig Schulen sowie 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach zwölf Jahren als Departementssekretär in- und auswendig. In dieser Zeit hat Heini zahlreiche Projekte begleitet und mit Anton Schwingruber, Reto Wyss und Marcel Schwerzmann gleich drei Bildungsdirektoren erlebt.

Besonders eng und mit acht Jahren am längsten war die Zusammenarbeit mit CVP-Regierungsrat Reto Wyss. Auch Heini ist CVP-Mitglied. Die politische Couleur ist aber nicht die einzige Gemeinsamkeit mit dem heutigen Finanzdirektor. Wyss wie Heini absolvierten einst als Ausgangspunkt eine Lehre als Bauzeichner, stehen beruflich heute aber an einem ganz anderen Ort. Mit einem Schmunzeln meint Heini:

«Ich bin bestes Beispiel für die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems.»

Er konnte von der Erfahrung aus der Privatwirtschaft profitieren

Nach der Lehre absolvierte Heini die Ausbildung zum Wirtschaftsinformatiker an der Höheren Wirtschafts- und Verwaltungsschule (HWV), machte eine Weiterbildung als Organisator, ein Executive MBA an der Hochschule Luzern und fand den Weg in die Unternehmensberatung. «Diese Erfahrung war sehr wertvoll. Wenn du als Mitarbeiter möglichst viele Folgeaufträge generieren musst, lernst du, wie wichtig der Kunde ist.»

Der Fokus auf die Kunden ist für Heini bis heute zentral und er betont auch dessen Wichtigkeit im BKD: «Das Departement hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Dass das BKD für seine Kundinnen und Kunden einwandfreie Arbeit leistet, steht an oberster Stelle.» Ziel sei es, gut zu kommunizieren, stets schnell zu reagieren und freundlich auf die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger zu reagieren. «Auf diese bürgernahe Kultur bin ich stolz.» Angesprochen auf seine persönlichen Erfolge sagt der Vater dreier erwachsener Töchter: «Zusammen mit unserem Geschäftsleitungs-Team konnten wir einen roten Faden ins BKD bringen, an welchem alle Mitarbeitenden gemeinsam ziehen.»

Zugute kam Heini seine Erfahrung als Leiter zweier Projekte für eine wirkungsorientierte Verwaltungsführung im Kanton Luzern um die Jahrtausendwende. «Es war eine spannende Zeit des Umbruchs.» Eingeführt wurden in der Verwaltung damals etwa ein Qualitätsmanagement, Globalbudgets und Kosten- sowie Leistungstransparenz. Von 2002 bis 2008 leitete Heini dann die Abteilung Controlling, Finanzen und Informatik des BKD, bevor er zum Departementssekretär ernannt wurde.

In den letzten Jahren benötigte Hans-Peter Heini manchmal eine dicke Haut. Als der Kanton mehrere Sparpakete schnüren musste, war Heini daran beteiligt, wo der Rotstift angesetzt wird. «Die Konsequenzen der Massnahmen auszuhalten, die viele Reaktionen hervorriefen, war nicht immer einfach.» Rückblickend sagt der begeisterte Rennvelofahrer:

«Nicht alle Sparmassnahmen waren schlau. Mit der zusätzlichen Ferienwoche im Gymnasium und den Berufsschulen konnten wir zwar Millionen sparen, aber über Jahre erhielten wir teils heftige, negative Reaktionen.»

Heini führt dies auch auf die vielen Anspruchsgruppen des Bildungswesens zurück und betont: «In dieser Funktion muss man einen langen Atem haben, aber eben auch das Gespür, wann es schnelle Entscheide braucht.» Dafür seien Menschenkenntnisse und eine gewisse Unabhängigkeit nötig. Er sieht es deshalb als Vorteil, dass die Stelle des Departementssekretärs die letzte seiner beruflichen Karriere war.

«Die neue Generation hält wenig von Hierarchien»

Geprägt war der Arbeitsalltag von Hans-Peter Heini von kontrovers diskutierten politischen Themen, organisatorischen Projekten oder Digitalisierungsvorhaben. Es galt, Botschaften zu verfassen, Regierungsbeschlüsse vorzubereiten oder strategische Weichen zu stellen. «Die Tätigkeit war total abwechslungsreich», sagt Heini und führt aus:

«In pädagogische Themen habe ich mich selten eingemischt. Dafür gibt es im BKD ausgezeichnete Fachleute.»

Weiter war es ihm wichtig, immer auch einen Fuss in der Privatwirtschaft zu belassen. Als zertifizierter Projektmanager hat er diverse Projekte begleitet. «So blieb ich bei neuen Entwicklungen stets am Ball», erzählt Heini. «Die Arbeitswelt befindet sich im Umbruch. Das wirkt sich seit Jahren auch auf die Verwaltungen aus. Die neue Generation hält wenig von Hierarchien. Vielmehr bestimmt der Inhalt die Form.» Agiles Arbeiten gewinne an Bedeutung. Einzig vor einer zu grossen Absicherungskultur, die schnelle und flexible Lösungen verhindert, warnt der abtretende Sekretär.

Nun freut sich der 65-jährige Rockmusikfan auf eine weniger volle Agenda – «auch wenn ich die Struktur vermissen werde». Heini hofft, dass er mit seiner Frau weiterhin den afrikanischen Kontinent bereisen kann. Von hundert auf null gehen will er aber nicht. «Mit einem kleinen Mandat möchte ich künftig meine Erfahrung als selbstständiger Unternehmensberater einbringen oder meine Freunde endlich vermehrt bei der Fertigstellung eines Buchs über die Luzerner Rockszene unterstützen.»

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