Der Nidwaldner Skirennfahrer Marco Odermatt feierte am vergangenen Freitag seinen langersehnten ersten Sieg in Kitzbühel. Zwar gewinnt er am Freitag «nur» den Super-G auf dem Hahnenkamm; am Samstag lief es ihm dann nicht mehr so gut und er musste sich mit dem sechsten Abfahrtrang begnügen hinter dem kanadischen Sieger James Crawford und seinem Teamkameraden Alexis Monney. Mit seinen erst 27 Jahren hat Marco Odermatt ja noch mehrere Jahre Zeit, diesen prestigeträchtigen Abfahrtssieg am Hahnenkamm nachzuholen.
Der Nidwaldner meisterte die verschiedenen Schlüsselstellen beim «Super-G» auf der Kitzbühler «Streif» am Freitag am besten. Dabei legt er kurioserweise in keinem der verschiedenen Streckenabschnitte die Bestzeit hin, wobei es auch keinem seiner Kontrahenten gelang, eine fehlerlose Fahrt hinzulegen. Einzig der Österreicher Raphael Haaser kommt «Odi» mit 11 Hundertstelsekunden Rückstand sehr nahe. Der Österreicher verhinderte mit der tollen Fahrt einen Dreifachsieg der Schweizer mit Stefan Rogentin (3. Rang) und Franjo von Allmen (4. Rang).
Junge Oberrickenbacherin siegt 1959
Marco Odermatt ist nicht der erste und einzige aus Nidwalden, der am traditionellen Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel als grosser Sieger ausgerufen werden konnte. In den Jahren 1932 bis 1961 wurden in Kitzbühel auch klassische Hahnenkamm-Rennen der Frauen durchgeführt. Mit Annemarie Waser (Hess-Waser) gab es dabei im Jahre 1959 auch eine Nidwaldner Slalom-Siegerin.
Annemarie, die talentierte Slalom-Skirennfahrerin aus Oberrickenbach. Aufgewachsen im Berg-Heimet «Schmidsboden» gehörte sie in dieser Zeit zu den besten Slalom-Fahrerinnen des internationalen Ski-Zirkus. 1958 gewann die Oberrickenbacherin auch den als Hahnenkamm-Zusatzrennen deklarierte Riesenslalom. Annemarie gewann insgesamt fünf «FIS-Rennen» (vergleichbar mit dem heutigen Ski-Weltcup). Am 18. Januar 1959 siegte die damals 19-jährige Bergbauerntochter aus Nidwalden beim Hahnenkamm-Slalom in Kitzbühel. Mit Marco Odermatt hat sie nun seit letztem Wochenende einen Nachfolger als Hahnenkammsieger aus dem eigenen Kanton.
Weitere Erfolge erzielt
Ein Jahr vorher, am 3. Februar 1958, einen Tag vor ihrem 18. Geburtstag, gewann Annemarie Waser an den Ski-Weltmeisterschaften in Bad-Gastein die Bronzemedaille im Slalom hinter Inger Bjornbakken (Norwegen) und Josefa Frandel aus Österreich. Fünf Tage später wurde sie Vierte im Riesenslalom. Weil sie in der damaligen WM-Abfahrt stürzte, verpasste sie die sichere Medaille in der Alpinen Kombination.



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