notifications
Crans-Montana

Eine halbe Stunde Trost und Hoffnung: Gedenkanlass füllte Luzerner Peterskapelle

Auch in der Stadt Luzern versammelten sich am Freitag Menschen, um der Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana zu gedenken.
Raum für Unaussprechbares: Am Freitagmittag fand in der Peterskapelle ein Gedenkanlass mit Blick auf Crans-Montana statt.
Bild: Patrick Hürlimann (Luzern, 9. 1. 2026)

Um 12.12 Uhr läuten die Glocken der Peterskapelle in der Stadt Luzern. Die Kirchen des Kantons Luzern laden am nationalen Trauertag zu einem ökumenischen Gedenkanlass für die Opfer des verheerenden Brandes in Crans-Montana. 40 junge Menschen, die ums Leben gekommen sind, Menschen, die für den Rest ihres Lebens gezeichnet sein werden, Angehörige, die Kinder, Geschwister, Eltern und Freunde verloren haben.

Eine halbe Stunde vor Beginn haben sich die Ersten bereits eingefunden. Viele alleine, aber auch kleine Gruppen von Menschen, die sich kaum unterhalten. An diesem Freitag steht viel Unaussprechbares im Raum. Während erste Gitarrenklänge ertönen, füllt sich die Kirche. Als Meinrad Furrer und Aline Kellenberger das Wort ergreifen, haben rund 60 Personen auf den Bänken Platz genommen.

Sie geleiteten durch den Gedenkanlass: die reformierte Pfarrerin Aline Kellenberger und Meinrad Furrer, Leiter des Teams Peterskapelle.
Bild: Patrick Hürlimann (Luzern, 9. 1. 2026)

Die beiden Pfarrpersonen gestalten die folgende halbe Stunde mit Gedanken, die Trost und Hoffnung spenden sollen, mit Gebeten für die Betroffenen, Musik, gemeinsamem Singen – und Momenten des Schweigens. «Wir wollten eine einfache Gedenkfeier, in der auch Stille Platz hat», sagt Aline Kellenberger danach im Gespräch. Ein offenes Format, das den Menschen erlaube, selbst zu entscheiden, wie sie teilnehmen, ihnen aber auch die Möglichkeit gebe, sich zu beteiligen.

«Es hilft, Trauer gemeinsam zu begehen»

Und so geht es nach dem Anlass für einige wieder zurück in den Alltag, während viele in Gedanken versunken sitzen bleiben oder sich erheben, um eine Kerze anzuzünden. «Bleiben Sie hier, wenn Sie möchten», hatte Furrer zuvor gesagt, «kommen und gehen Sie, wie es Ihnen passt». Sie seien bis 14 Uhr hier, bis zur nationalen Schweigeminute mit Glockenklängen der Solidarität. Nicht nur für diejenigen, die kalt haben, steht Tee bereit. Wer ein Gespräch wünscht, kann sich mit den anwesenden Seelsorgern unterhalten.

In der Peterskapelle wurden auch zahlreiche Kerzen angezündet.
Bild: Patrick Hürlimann
(Luzern, 9. 1. 2026)

Es seien mehr Menschen gekommen als sonst für die «Zwölfnachzwölf»-Veranstaltungen, erzählt Kellenberger. Dass die Brandkatastrophe viele Menschen sehr beschäftigt, liege wohl auch daran, dass so junge Menschen gestorben oder schwer verletzt sind. «Hier waren heute sicherlich viele Eltern, Grosseltern und junge Leute, die auch feiern gehen. Solche Dramen berühren, weil wir sie mit der eigenen Biografie in Verbindung bringen», sagt sie. Sie hoffe, dass es gelungen sei, den Menschen Raum zu geben für unterschiedliche Gefühle – und die Möglichkeit, Solidarität zu zeigen mit denjenigen, die Unfassbares erleiden müssen. Sie ist überzeugt: «Es hilft, Trauer gemeinsam zu begehen und zu teilen.»

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)