Wer Arlette Journeaux heute in der Bristenpraxis erlebt, sieht eine junge Frau, die ihren Platz gefunden hat. Dass sie heute als Assistenzärztin hier arbeitet, ist das Resultat einer bewussten Entscheidung während der Schulzeit. Im fünften Gymnasialjahr markierten einige Schnuppertage im Kantonsspital Uri den Wendepunkt. Die Arbeit mit Menschen und die Faszination für Naturwissenschaften gaben den Ausschlag für den Weg in die Medizin.
Gesundheitsdirektor gratuliert erfolgreicher Urner Ärztin
Die Urner Ärztin Arlette Journeaux hat am 7. März 2026 an der Diplomfeier der Medizinischen Fakultät der Universität Bern ihr Diplom als Ärztin der Humanmedizin erhalten.
Eine besondere Auszeichnung erhielt Arlette Journeaux zudem von der Ärztegesellschaft des Kantons Bern: Sie gewann sowohl den Preis für die beste schriftliche Prüfung als auch den Preis für die beste klinisch-praktische Prüfung.
Der Urner Gesundheitsdirektor würdigte diese besondere Leistung: «Die Resultate von Frau Journeaux sind beeindruckend und ein starkes Zeichen für die Qualität des medizinischen Nachwuchses aus unserem Kanton. Ich gratuliere Frau Journeaux herzlich zu diesem grossartigen Erfolg und wünsche ihr für ihre weitere berufliche Laufbahn alles Gute.» (rwi/zvg)
Dabei startete die Altdorferin ganz ohne familiäre Vorbelastung. Während viele ihrer Kolleginnen bereits Ärzte in der Verwandtschaft hatten, kam sie rein aus Eigeninteresse zu ihrem Fach. Dass sie nicht aus einer Medizinerfamilie stammt, empfand sie als befreiend. «Ich konnte ganz als ich selbst ins Studium starten», erinnert sie sich gern zurück.
Studentin mit Gemeinschaftssinn
Ihre Studienzeit in Bern beschreibt Journeaux als prägende Phase, die weit über das Fachliche hinausging. Sie genoss das soziale Umfeld in WGs und den Zusammenhalt unter den Studierenden. Besonders in den Lernphasen vor den Prüfungen war sie nie allein, was ihr nach eigener Aussage sehr half. «Wir hatten es trotz des Stresses lustig gemeinsam», sagt sie rückblickend. Entsprechend schwer fiel ihr der Abschied von der Universität. Während andere dem Berufsalltag entgegenfieberten, blickte sie mit Wehmut auf das Ende dieser Ära. «Ich war fast ein wenig traurig, als sich das Studium dem Ende neigte», gibt sie offen zu. Neben dem Studium engagierte sie sich aktiv in der Fachschaft der Medizinstudierenden und wirkte an Lehrentwicklungsprojekten mit.
Fokus auf die kleinsten Patienten
Ab Januar 2027 führt ihre berufliche Reise ans Kinderspital in Aarau. Obwohl ihr die Arbeit in der Bristenpraxis und die Allgemeinmedizin zusagt, zieht es sie langfristig in Richtung Kinderheilkunde. Die Chirurgie hat sie für sich bereits ausgeschlossen. «Im Operationssaal sehe ich mich nicht», sagt sie. In der Bristenpraxis schätzt sie besonders den Einblick in die Hausarztmedizin und betont, dass sie sich dort durch alle sehr gut betreut fühle. (rwi)

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