notifications
Uri

Altdorfer Brocki gehört zu den schönsten der Schweiz

Bäre Schulers One-Way-Brockenhaus wird in einem neuen Buch ausführlich vorgestellt.
Bäre Schuler freut sich, dass er es mit seinem One-Way-Brockenhaus in Altdorf ins Buch «die schönsten Brockis der Schweiz» geschafft hat. (Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 14. Dezember 2019))

Markus Zwyssig

Er hat Grund zur Freude. Sein One-Way-Brockenhaus in Altdorf hat es ins Buch «Die schönsten Brockis der Schweiz» geschafft. Am Wochenende fand in der Brockenstube Toni in Glarus die Vernissage statt. Ehrensache, dass Bernhard Schuler, den alle «Bäre» nennen, auch dabei war. «Das gibt mir die Möglichkeit, viele andere Brocki-Betreiber aus der Schweiz zu treffen, so Schuler. Besuche bei anderen Brockis seien für ihn eher schwierig. «Meistens bin ich ja dann, wenn andere Brockis geöffnet haben, selber auch am Arbeiten», gibt er zu bedenken.

Seit mehr als 30 Jahren bietet Bäre Schuler im ehemaligen Schlachthaus an der Hellgasse 4 in Altdorf Antiquitäten und Kuriositäten feil. 1987 hat er mit dem Brocki begonnen. Inzwischen hat er selber auch schon das 60. Altersjahr überschritten. «Ich habe einen grossen Teil meines Lebens im Brockenhaus verbracht», sagt Bäre Schuler. Er betont aber: «Es macht immer noch Spass und ich bin nach wie vor motiviert weiter zu machen.» 1995 haben Mick Hoffmann, Luca Schenardi – damals noch Kollegi-Schüler – unter Beteiligung von Thomi Dittli die Fassade des Hauses künstlerisch bemalt. Und das besondere Äussere wirkt bis heute nachhaltig. «Nach dem Telldenkmal ist dieses Haus wohl das meistfotografierte Motiv in Altdorf», sagt Bäre Schuler. Aber auch das Innere hat es in sich. So heisst es im neu erschienenen Buch über Bäre Schulers One-Way-Brockenhaus: «Verwunschene Winkel verteilt über vier Stockwerke laden zum Entdecken ein. Bäre ist ein wunderbarer Gastgeber, es lässt sich bestens mit ihm philosophieren und er hat für alle etwas Besonderes in seinem Sortiment.»

«No waste» ist im Trend

In seinem Brockenhaus darf Bäre Schuler in letzter Zeit eher mehr Besucher begrüssen. «Der Trend, umweltbewusster zu leben, macht sich auch bei uns bemerkbar», so Schuler. «No waste» sei eben in aller Munde. Bei ihm finde man alles rund um den Haushalt. «Es hat auch Aussergewöhnliches und Trouvaillen dabei», gibt sich Schuler überzeugt. Eher schwierig sei es mit den Möbeln geworden. «Die Leute kaufen, was billig ist», so Schuler. Es müsse gefallen und im Trend sein. Sei dies nicht mehr der Fall, würde auch schnell wieder etwas weggeworfen. Dabei ist Schuler überzeugt: «Ein antikes Möbelstück macht sich in jeder Wohnung gut.»

21 Brockis werden im neuen Buch vorgestellt. Dazu gehören in unserer Umgebung dasjenige im alten Bahnhofgebäude auf der Brünig-Passhöhe, beim Ökihof in Zug und das Bücher-Brocky in Luzern. Das Buch soll aber kein Brocki-Führer sein. Vielmehr wollen Iris Becher und David Knobel eher dem Zauber huldigen, der von den Brockis ausgeht. Becher, Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin ist im Schweizer Verlagswesen tätig. Knobel ist diplomierter Yogalehrer und arbeitet in der Brockenstube Toni in Glarus. Ganz wichtig sind im Buch die vielen Bilder, die der in Sri Lanka geborene Fotograf Sasi Subramaniam mit seinem speziellen Blick auf Schweizer Eigenheiten und seinem Gespür für Porträts aufgenommen hat.

Bäre Schuler gefällt das Buch. «Es ist für mich eine Ehre, dass ich ausgewählt worden bin», sagt er stolz. Und er hofft, dank dem Buch vielleicht noch ein paar weitere Gäste in seinem Brockenhaus begrüssen zu dürfen.

Hinweis: Das Buch «Die schönsten Brockis der Schweiz» ist im One-Way-Brockenhaus in Altdorf für 40 Franken erhältlich. Der offizielle Verkaufspreis liegt bei 48 Franken.

Kommentare (0)