Bestens gelaunt führten Julia Trottmann und Jonas Gisler von der Kulturkommission rund 70 Kulturinteressierte zu den Kunstwerken, die dieses Jahr im Rahmen der Ausstellung «Ansichtssachen» im öffentlichen Raum in Altdorf präsentiert werden. «Es ist schön, dass das Interesse an dieser Ausstellung so rege ist», sagte Gemeinderat Lorenz Jud, der die Kulturkommission präsidiert. «Ich denke, mit der dritten Ausstellung in Folge ist das Format den Altdorferinnen und Altdorfern ein Begriff geworden.»
Der Rundgang startete im Kulturkloster, wo Illustratorin Lina Müller ihr Werk «POV» persönlich vorstellte. Es handelt sich um drei grossformatige Fahnen, die im Sinne des aktuellen Social-Media-Zeitgeistes eine Ich-Perspektive (POV – Point of View) auf das Kulturkloster und den Blick über Altdorf widerspiegeln. Auch das Künstlerduo Gisler/Gähwiler liess sich in seinen zwei Werken vom jeweiligen Ausstellungsort inspirieren: dem Türmli beim Telldenkmal und dem Fremdenspital beim Gemeindehausplatz.
Metallbaukünstler Michael Regli stellte den Besucherinnen und Besuchern beim Polizeiposten seine «Verstärkung» dieser wichtigen gesellschaftlichen Institution vor – der Polizei als Stütze der Gesellschaft. Bildhauer Simon Ledergerbers Hemmschwelle regt im Winterbergpark zum Nachdenken über psychologische Grenzen im Alltag an. Dabei ist es durchaus erlaubt, sich auf die Hemmschwelle zu setzen. Zum Abschluss erläuterte Natalie Bissig im Pavillon des Schulhauses Hagen ihre Installation «Nachtsturz». Die grossformatigen Fotografien zeigen den Bergsturz von Blatten im Lötschental ein Jahr nach dem Ereignis. Die Parallelen zum Kanton Uri werden auf zwei Arten evident: einerseits in den geografischen Voraussetzungen als Bergkanton, der mit den gleichen klimatischen Veränderungen konfrontiert ist, andererseits durch die Transparenz der auf Mesh aufgezogenen Bilder, durch die hindurch ein Stück Altdorf zu sehen ist.
Im Anschluss profitierten die Besucherinnen und Besucher beim Apéro auf dem Schulhausareal vom direkten Austausch mit der Kulturkommission und den Kunstschaffenden vor Ort. Die Installationen können bis am 27. September 2026 besucht werden. Eine vierte Auflage von Ansichtssachen fasst die Kulturkommission für 2027 wieder ins Auge. (zvg)





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