«Reissen Sie sich zusammen – es geht schliesslich um das Vaterland!» Der renommierte Anwalt Dr. Adam Rechsteiner (gespielt von Linus Amstutz) macht dem schusseligen Buchhalter Gottlieb Bütler (Dominik Barmettler) unmissverständlich klar, wie ernst die Lage sei. Wenn er die Mehrheitsbeteiligung der International Energy Investment Corporation nicht schleunigst dem afrikanischen Multimilliardär Alikongo Dandango (Christian Odermatt) überschreibt, zieht dieser sein ganzes Vermögen ab – was die Schweiz und ihrem Finanzplatz in eine Staatskrise stürzen würde. Doch hat Buchhalter Bütler den Mut, seine gefälschte Unterschrift unter das Dokument zu setzen?
Witzige Gegensätze und starke Figuren
Mit dem Stück «Ä unverträgliche Vertrag» bringt die Theatergruppe Junge Ennetmoos die internationale Vermögensverwaltung ins heile Nidwalden. Die Kontraste könnten nicht grösser sein. Hier die gutmütige Bethli Bütler (Ramona Gander), die sich nach Ferien in ihrer Traumdestination – dem Melchtal – sehnt; dort der erfolgreiche Direktor der International Energy Investment Corporation, Frank Luginbühl (Pascal Barmettler), der seinen Kunden und sich selbst ein paar vergnügliche Stündchen mit der charmanten Stella (Sarah Arnold) verschafft.
Diese Gegensätze sorgen für Witz im Zweiakter. Turbulent wird es allerdings, als Direktor Luginbühl kurz vor der Vertragsunterzeichnung wegen Rückenschmerzen ausfällt und sich Buchhalter Bütler für ihn ausgeben muss. Ein Verwirrspiel beginnt, bei dem selbst die Gattin des Direktors (Stefanie Barmettler) mitmacht, um Investor Dandango und seinen misstrauischen Anwalt Dr. Isaac Goldstein (Nico Schleiss) bei Laune zu halten.
Gleich vier Neue machen mit
Speziell am diesjährigen Stück sei, dass gleich vier Neue auf und hinter der Bühne stehen, schreiben die Verantwortlichen in der Mitteilung. Während Ramona Gander, Christian Odermatt und Nico Schleiss ihr Schauspieldebüt geben, amtet Giampi Voci erstmals als Co-Regisseur.
Der Einstand ist geglückt. So verleiht Christian Odermatt dem Investor Dandango mit seiner Körpersprache eine dominante Präsenz. Ramona Gander lässt Bethli Bütler am ganzen Leib zittern, während um sie herum das Chaos tobt: «Bin ich hier denn nur von Verrückten umgeben?» Nico Schleiss wiederum verkörpert den jüdischen Anwalt Goldstein, der zwischen Geschäft und Glauben hin- und hergerissen ist: «Ich wusste doch, es kommt nicht gut, wenn ich am Schabbat arbeite.»
Natürlich darf auch eine Prise Lokalkolorit nicht fehlen, etwa wenn Direktor Luginbühl schimpft: «Mein Rücken hat mehr Kurven als der neue Bachlauf in St. Jakob.» Solche Einschübe sorgen für zusätzliche Lacher. Gleichzeitig bleibt die Spannung bis zum Schluss – mit der entscheidenden Frage, ob es ihnen gelingt, den Milliardendeal zu retten und ihr «Vaterland» vor der Staatskrise zu bewahren.
Tickets und weitere Informationen gibt es unter www.jungesennetmoos.ch.


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