notifications
Infrastruktur

Abwasser Uri: Sinkende Einnahmen führen zu grossem Defizit im Budget 2025

Die Budgetvorstellung an der Generalversammlung von Abwasser Uri zeigte vor allem eines: Wirtschaftlich läuft es schlecht.
Die ARA Altdorf weist zunehmend Sanierungsbedarf auf und muss mit der gesetzlich geforderten vierten Reinigungsstufe ergänzt werden.
Bild: Valentin Luthiger / Urner Zeitung

Im Zentrum der Generalversammlung der Abwasser Uri vom 6. November stand das Budget 2025, denn das birgt keine guten Nachrichten. Darüber informiert eine Medienmitteilung des Unternehmens.

Denn das Defizit des Unternehmens steigt und erreicht mit nun 960’000 Franken die Millionengrenze. Trotzdem steigen die Investitionen gegenüber den Vorjahren markant auf rund 6,4 Millionen Franken an. Insofern mussten die Delegierten der Aktionärsgemeinden ein gegenüber dem Vorjahresvoranschlag doppelt so hohes Minus zur Kenntnis nehmen.

Ganz überraschend sei der Fehlbetrag jedoch nicht. Der langfristige Finanzplan der Abwasser Uri habe diese negative Tendenz bereits seit Jahren ausgewiesen. Die Gründe für das schlechte Ergebnis lägen insbesondere bei den tiefer prognostizierten Erträgen der Anschlussgebühren. Diese würden aufgrund der schwächer eingeschätzten Wohn- und Gewerbebautätigkeit sukzessive sinken und so entsprechend zu Mindereinnahmen führen

Verwaltungsrat Josef Zopp, der das Budget 2025 im Detail vorstellte, wies ausserdem darauf hin, dass die jährlichen Betriebsgebühren bestehend aus Grund- und Mengengebühren den laufenden Betriebsaufwand nicht mehr zu decken vermögen. Mit ein Grund seien die markant gestiegenen Material-, Energie- und Entsorgungskosten. Der Verwaltungsrat werde die Finanzlage genau analysieren und bei Bedarf mit Tarifanpassungen reagieren müssen.

Betriebsgebühren decken nicht den Aufwand

Verwaltungsrätin Melina Marty stellte anschliessend die Investitionen künftiger Projekte vor. Insgesamt plant Abwasser Uri 2025 diverse Projekte im Umfang von 6,35 Millionen Franken in Angriff zu nehmen. Mit der Revision des Kantonalen Umweltgesetzes vom 3. März 2024 wurde Abwasser Uri unter anderem dazu verpflichtet, künftig auch Weilerzonen abwassertechnisch zu erschliessen. Bei der Groberschliessung des Meientals werde Abwasser Uri die Gelegenheit wahrnehmen und Synergien mit dem geplanten Kraftwerkbau der Kraftwerk Meiental AG nutzen. Dennoch seien die Kosten mit 3,2 Millionen Franken erheblich und belasten den bereits angespannten Finanzhaushalt zusätzlich. Neben diversen Kleinprojekten werden weitere 1,9 Millionen Franken in verschiedenen Gemeinden in die Sanierung und den Ersatz der bestehenden Leitungsinfrastruktur investiert.

Die ARA Altdorf wurde Anfang der Sechzigerjahre gebaut, Anfang der Neunzigerjahre saniert und dann auf den heutigen Ausbaustand erweitert. Mittelfristig stehen erneut umfassende Sanierungs- und Ausbaumassnahmen bevor. So muss die Anlage bis Mitte der 2030er-Jahre um eine zusätzliche Reinigungsstufe ergänzt werden, um auch Mikroverunreinigungen zu entfernen.

Ausserdem solle in der nächsten Zeit bezüglich des hohen Sanierungs- und Ersatzbedarfs das weitere Vorgehen und der damit notwendige Finanzbedarf geklärt werden.

Dazu wurde von der Versammlung ein Kredit in der Höhe von 200'000 Franken gesprochen. Zum Schluss der Versammlung orientierte Verwaltungsrat Andreas Bossart über aktuell laufende Abwasserprojekte und stellte drei davon vor, bei denen es finanziell gut läuft. ( zvg/dyl )

Kommentare (0)