Pro Initiative: «Luzern kann mutig vorangehen und klares Zeichen setzen»
Gewalt, Sachbeschädigungen und Angriffe haben rund um Sportveranstaltungen nichts verloren. Trotzdem wird seit Jahren nach Ausschreitungen gewaltbereiter Chaoten endlos diskutiert, ohne dass daraus genügend konkrete Konsequenzen entstanden sind. Die Initiative «Gegen Fan-Gewalt» setzt hier an und schafft verbindliche und griffige Massnahmen.
Für die Mitte ist die Sicherheit von Familien, Einsatzkräften und friedlichen Fans nicht verhandelbar. Wer Gewalt verursacht, soll nicht länger in der Masse anonym untertauchen können. Mit einer ID-Kontrolle sollen Personen mit Stadionverboten und bekannte Gewalttäter gezielt erkannt und von Veranstaltungen ausgeschlossen werden. Kommt es trotzdem zu Ausschreitungen, können Täter identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden. Die Massnahmen richten sich damit gezielt gegen gewaltbereite Chaoten und schützen das Gros der friedlichen Fans. Dass solche Instrumente funktionieren, zeigen Erfahrungen beim EV Zug und im Ausland.
Ausschreitungen finden zudem nicht nur im Stadion statt, sondern auch in Zügen, an Bahnhöfen und im öffentlichen Raum. Deshalb braucht es auch bei der An- und Rückreise klare Zuständigkeiten. Die Initiative nimmt Veranstalter und Klubs mit verbindlichen An- und Rückreisekonzepten stärker in die Verantwortung. Rivalisierende Fangruppen können gezielter getrennt und Konfrontationen verhindert werden. Das schafft mehr Sicherheit für alle. Für unbeteiligte Private, die Ladenbesitzer in der Fanroute, Familien und vor allem auch unsere Einsatzkräfte.
Die Initiative fordert zudem einen Auflagenautomatismus. Nach wiederholten Ausschreitungen sollen Konsequenzen stufenweise verschärft werden. Klubs und Veranstalter wissen damit, was sie erwartet, wenn Gewalt toleriert oder nicht verhindert wird.
Denn eines ist klar: Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit für einzelne Chaoten geradestehen muss. Polizeieinsätze, Schäden an Infrastruktur und zusätzliche Sicherheitsmassnahmen verursachen Kosten, die letztlich die Steuerzahlenden tragen.
Ende September hat Luzern die Chance, vom Reden ins Handeln zu kommen. Wir können weiterhin nach jeder Ausschreitung diskutieren und Runde Tische durchführen. Oder wir beschliessen endlich konkrete Konsequenzen. Ein Ja zur Initiative bedeutet: Täter aus der Anonymität holen, Verantwortung einfordern und friedliche Fans schützen. Luzern kann hier mutig vorangehen und ein klares Zeichen setzen. Sport gehört den Fans, nicht den gewalttätigen Chaoten.
Pro Gegenvorschlag: «Friedliche Fans schützen und gezielt vorgehen»
Gewalt hat im Fussball keinen Platz. Wer Polizisten angreift, Sachwerte beschädigt oder friedliche Fans gefährdet, muss konsequent zur Verantwortung gezogen werden. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob wir gegen Fangewalt vorgehen, sondern welche Massnahmen tatsächlich wirken.
Die ursprüngliche Initiative «Gegen Fan-Gewalt» wurde 2025 vom Kantonsrat teilweise für ungültig erklärt. Zur Abstimmung steht nur noch der rechtlich zulässige Teil. Dieser ist zwar gültig, aber nicht zielführend.
Ein Beispiel sind obligatorische Identitätskontrollen. Sie vermitteln Sicherheit, lösen das eigentliche Problem aber kaum. Ein vorgezeigter Ausweis verhindert weder Sachbeschädigungen auf dem Weg zum Stadion noch Gewalt bei einem Fanmarsch. Und auch im Stadion sagt die ID-Kontrolle zunächst nur, wer eingetreten ist, und nicht wer später eine Straftat begeht. Entscheidend ist, tatsächliche Gewalttäter identifizieren und zur Verantwortung ziehen zu können.
Genau hier setzt der Gegenvorschlag an. Er ergänzt die bestehenden Instrumente des Hooligan-Konkordats und nimmt insbesondere die Veranstalter stärker in die Pflicht. Für Risikospiele gelten klare Bewilligungen und Auflagen. Die Klubs müssen Verantwortung bei Prävention, Fanreisen und zumutbaren baulichen Sicherheitsmassnahmen übernehmen. Gleichzeitig schafft der Gegenvorschlag eine klare Grundlage für Videoüberwachung bei Fanmärschen und beim organisierten Stadioneinlass.
Die Kamera richtet sich nicht gegen den friedlichen Fan, sondern gegen die Anonymität des Gewalttäters. Wer sich vermummt, Sachen beschädigt oder Polizisten angreift, muss damit rechnen, identifiziert und zur Verantwortung gezogen zu werden. Ebenso klar ist die Verantwortung der Klubs. Wer professionellen Fussball veranstaltet und damit Geld verdient, trägt Mitverantwortung für die Sicherheit. Gewinne privatisieren und Sicherheitsprobleme der Allgemeinheit überlassen darf nicht unser Modell sein.
Der Gegenvorschlag bleibt dabei verhältnismässig. Nicht jedes Spiel ist ein Risikospiel und nicht jeder Fan ein Gewalttäter. Wir schützen die grosse Mehrheit der friedlichen Fans, indem wir gezielt gegen jene vorgehen, welche die Fankultur als Deckmantel für Gewalt missbrauchen. Der Gegenvorschlag ist deshalb nicht die weichere, sondern die wirksamere Lösung. Denn härter klingen und härter wirken sind zwei verschiedene Dinge.




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