379 Schülerinnen und Schüler zählen zum diesjährigen Urner Abschlussjahrgang. Rund 92 Prozent von ihnen haben bereits eine direkte Anschlusslösung in der Sekundarstufe II gefunden; im Zentralschweizer Vergleich ist das laut Medienmitteilung ein Spitzenwert. Das zeigt die diesjährige Schulenderhebung der Abteilung Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung des Kantons Uri. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die sich für eine weiterführende allgemeinbildende Schule wie das Gymnasium oder die Fachmittelschule entschieden, liegt bei 22,7 Prozent – und damit im Bereich des langjährigen Durchschnitts. Nur vier Schülerinnen und Schüler hatten zum Stichtag noch keine Anschlusslösung – auch ausserhalb der Sekundarstufe II – gefunden.
Urner Jugendliche wählen vielfältige Berufswege
Weiterhin wählen am meisten Jugendliche laut Mitteilung nach der obligatorischen Schulzeit den direkten Einstieg in die berufliche Grundbildung. Die Zahl der Lernenden, die parallel zur Lehre die Berufsmaturität absolvieren (BM I), hat sich gegenüber dem Vorjahr auf 22 verdoppelt. Erfreulich sei, dass gut 76 Prozent der Urner Schulabgängerinnen und Schulabgänger angaben, ihren Wunschberuf gefunden zu haben.
Die Urner Schülerinnen entschieden sich in diesem Jahr für 29 (im Vorjahr 32) der insgesamt mehr als 150 im Kanton Uri angebotenen Lehrberufe. Fachfrau Gesundheit EFZ ist weiterhin der beliebteste Lehrberuf, gefolgt von Kauffrau EFZ, Detailhandelsfachfrau EFZ und Medizinische Praxisassistentin EFZ. Bei den jungen Frauen zeigt sich aber auch zunehmend eine geschlechtsuntypische Berufswahl: So beginnen Urner Schulabgängerinnen in diesem Jahr unter anderem ihre Ausbildung als Gipserin-Trockenbauerin EFZ, Spenglerin EFZ, Zimmerin EFZ oder Fachfrau Betriebsunterhalt EFZ.
Demgegenüber entscheiden sich viele Schulabgänger weiterhin für Berufe, die überwiegend von Männern gelernt werden. Sie wählten ein deutlich breiteres Spektrum an Berufen, nämlich 45. Grösstenteils sind es handwerkliche Berufe; einzig der Kaufmann EFZ, der Informatiker EFZ und der Zeichner EFZ sind dem Dienstleistungssektor zuzuordnen. Zwei Personen wählten Fachmann Gesundheit EFZ, je eine Dentalassistent EFZ und Augenoptiker EFZ.
Quote der frühen Lehrstellenzusagen sinkt
Der Grossteil der Jugendlichen verspürte laut Mitteilung keinen oder nur wenig Druck beim Finden einer Anschlusslösung nach der Volksschule. Gleichwohl sind es heuer 23 Prozent, also knapp ein Viertel aller Jugendlichen auf Lehrstellensuche, die grossen oder sehr grossen Druck verspürt haben. Immerhin ist der Zeitpunkt der Lehrstellenzusage vor Beginn der 3. Oberstufe gegenüber dem Vorjahr (60 Prozent) deutlich gesunken: auf 52,1 Prozent.
Rund 18 Prozent aller Jugendlichen haben schon während der 1. Oberstufe geschnuppert – obwohl der Urner Berufswahlfahrplan diesen Schritt erst ab der 2. Oberstufe empfiehlt, denn ein erfolgreicher Berufswahlprozess braucht ausreichend Zeit. Deshalb ist es zentral, die Zahl der sehr frühen Lehrstellenzusagen deutlich zu reduzieren. Davon profitieren sowohl die Jugendlichen, die eine fundierte Entscheidung für ihren künftigen Beruf treffen müssen, als auch die Lehrbetriebe, die passende und motivierte Lernende gewinnen wollen. Damit dies gelingt, braucht es die Mitwirkung aller am Berufswahlprozess beteiligten Akteure. (sim)


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