notifications
Abstimmung am 9. Februar

45 Millionen für neues Ebikoner Höfli-Schulhaus? SVP empfiehlt ein Nein

«Zu luxuriös, zu überdimensioniert» findet die SVP das Projekt. Sie dürfte mit ihrer Meinung allerdings wohl alleine dastehen.

Wenn es ein Wort gibt, das die Ebikoner SVP gerne verwendet, ist es «Nein». Beim Budget ist es sowieso fast verlässlich jedes Jahr im Einsatz, und auch bei so manchem Sachgeschäft kommt es zum Zug. Jüngstes Beispiel: der Sonderkredit für den Ersatzneubau des Höfli-Schulhauses von fast 45 Millionen Franken, über den die Stimmbevölkerung am 9. Februar befindet. Die SVP lehnt diesen ab. Dies hat die Mitgliederversammlung grossmehrheitlich beschlossen, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist.

Auch die im Höfli-Schulhaus geplante, für Ebikon zusätzliche Aula – hier die Visualisierung – ist der SVP ein Dorn im Auge.
Bild: Visualisierung: zvg

«Zu luxuriös, zu überdimensioniert» sei das vorliegende Projekt. Die Partei schreibt: «Obwohl sich Ebikon in einer finanziell herausfordernden Situation befindet, wird bei diesem Projekt der Sparwille sowie das Augenmass vermisst. Bei gewissen Parametern, beispielsweise der Schulzimmergrösse, werden die Empfehlungen des Kantones erheblich überschritten. Ausserdem leistet sich Ebikon mit diesem Projekt eine zusätzliche Aula.» Die SVP lehne aber einen Neubau nicht grundsätzlich ab. Doch müsse dieser redimensioniert werden und für Ebikon passen.

Überraschend kommt die Parole nicht. Bei der Debatte im Einwohnerrat im vergangenen September – es war das erste Geschäft überhaupt im neuen Parlament – forderte die SVP die Rückweisung des Berichts und Antrags. Es seien zu viele Fragen offen, das Projekt sei ohnehin zu teuer. Nachdem der Rückweisungsantrag von allen anderen Parteien abgelehnt worden war, enthielt sich die Partei bei der Schlussabstimmung der Stimme.

Welche Parolen die anderen Parteien für den 9. Februar fassen werden, ist noch offen: Die entsprechenden Versammlungen finden in den nächsten zwei Wochen statt. Doch sollten die Parteimitglieder ihren Fraktionen im Einwohnerrat folgen, so dürfte es von den Grünen bis zur FDP hin überall eine Ja-Empfehlung für die Abstimmung geben.

«Alles andere ist Augenwischerei»

So sagt FDP-Präsident Franz Isaak auf Anfrage: «Die Parole werden wir erst noch beschliessen, aber grundsätzlich ist für unsere Partei der Neubau des Höfli-Schulhauses mit diesem Projekt notwendig.» Auch Mitte-Co-Präsident Patrick Gunz schreibt: «Der Vorstand wird sich der Haltung unserer Einwohnerratsfraktion anschliessen.»

Derweil wird die SP ihrem Gemeinderat André Renggli, er steht dem Ressort Bildung vor, ohnehin den Rücken stärken. Und Grünen-Co-Präsident Markus Aregger sagt sogar: «Wir werden auf eine formelle Parolenfassung verzichten, weil es für unsere Partei so klar ist, Ja zu sagen. Ebikon braucht das neue Höfli, alles andere ist Augenwischerei.»

Altbau ist mit Naphthalin verseucht

Mit dem Neubau will die Gemeinde Ebikon das seit 2018 wegen Naphthalin geschlossene Höfli-Schulhaus von 1964 ersetzen. Das geplante Gebäude aus Holz mit grossen Glasfronten umfasst sechzehn Klassen- und zwölf Fachzimmer, eine Aula, eine Bibliothek und eine Dreifachturnhalle. Das Projekt schafft laut Botschaft des Gemeinderats den benötigten Schulraum und bietet Ebikon einen Mehrwert. Weiter heisst es: «Ein Nein würde die Gemeinde dazu zwingen, weitere provisorische Container zu beschaffen.»

Kommentare (0)