Kanton Luzern

30’000 Schafe werden untersucht: Jetzt startet das Programm zur Bekämpfung der Moderhinke

Mit einem nationalen Programm wollen Bund und Kantone die Klauenkrankheit bis 2029 bekämpfen. Ob sie damit ganz eliminiert werden kann, ist jedoch fraglich.

In den kommenden Tagen starten im Kanton Luzern aufwendige Arbeiten, um eine heimtückische Krankheit bei Schafen endlich in den Griff zu bekommen. Es geht um die Moderhinke, eine ansteckende und für die Tiere äusserst schmerzhafte Klauenkrankheit. Seit Jahren schon kämpfen Schafhalter und Schafhändler erfolglos dagegen an. Ein nationales Programm zur Bekämpfung der Moderhinke soll dies nun ändern.

Im Kanton Luzern leben rund 30’000 Schafe. Wie viele davon unter der Moderhinke leiden, ist nicht bekannt. Schätzungen zufolge liegt die Zahl infizierter Schafbestände in der Schweiz heute zwischen 25 und 40 Prozent. Die Krankheit ist nicht nur schmerzhaft für die Tiere, sondern für die Halter auch wirtschaftlichen Einbussen verbunden. Dies, weil erkrankte Tiere nicht mehr richtig fressen. Sie geben weniger Milch und wachsen langsamer.

Mit dem nationalen Programm werden neu sämtliche Schafbestände jährlich kontrolliert. Die erste Untersuchungsperiode dauert vom 1. Oktober bis am 31. März 2025. Die Tierärztinnen und Tierärzte entnehmen bei den Schafbeständen Proben. Die Halterinnen und Halter sind verpflichtet mitzuwirken.

Behandlung der kranken Tiere ist aufwendig

Die Ergebnisse werden in der Tierverkehrsdatenbank eingetragen. So soll verhindert werden, dass Schafe aus Moderhinke-freien Betrieben in Kontakt kommen mit Tieren aus betroffenen oder nicht kontrollierten Betrieben. Geschieht dies doch, verlieren alle den Status Moderhinke-frei.

Die Behandlung der kranken Schafe und die Sanierung der Betriebe ist Sache der jeweiligen Halter. «Dabei müssen die Klauen der betroffenen Tiere behandelt werden. Zudem müssen sämtliche Schafe zwei Mal pro Woche durch ein Klauenbad. Das ist mit viel Arbeit und Zeitaufwand verbunden», sagt der stellvertretende Kantonstierarzt Tobias Frink.

Die Kosten für die Sanierung haben die Tierhalter zu tragen. Der Kanton koordiniert und überwacht die Untersuchung der Schafe. Die Kosten für die Erstuntersuchung und die erste Untersuchung nach der Sanierung gehen zu Lasten der Tierseuchenkasse. Die Halterinnen und Halter müssen einen Selbstbehalt von maximal 90 Franken pro Schafherde übernehmen. Beim Kanton rechnet man mit Kosten von rund 500’000 Franken in der ersten Untersuchungsperiode. Bei den Tierhaltern dürften im ersten Jahr rund 80’000 Franken anfallen.

Ziel: Massnahmen in Betrieben etablieren

Frink geht davon aus, dass die Zusammenarbeit mit den Tierhaltern grösstenteils reibungslos funktionieren wird. «Es ist auch in deren Interesse, die Moderhinke zu bekämpfen.» Eine Schwierigkeit könnte darin bestehen, jene Personen über das nun anlaufende Programm zu informieren, die hobbymässig kleine Schafbestände halten.

Ziel des nationalen Programms ist es, die Anzahl infizierter Schafbestände innert fünf Jahren auf unter 1 Prozent zu senken. Das bedeutet aber auch, dass die Krankheit nicht ganz eliminiert wird und sich wieder ausbreiten kann. Eine Sorge, die auch Frink teilt. «Unsere Idee ist es deshalb, dass wir die Massnahmen zur Bekämpfung der Moderhinke in den Betrieben etablieren können. Kommt es zu einem Austausch zwischen verschiedenen Schafbeständen, sollte es zur Selbstverständlichkeit werden, dass man die Tiere auf die Moderhinke untersucht und Schutzmassnahmen trifft.»

Weitere Informationen unter: veterinaerdienst.lu.ch .

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