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Baar

104 neue Wohnungen entstehen: Auf der Baarermatte wird bald gebaut

Am Standort des ehemaligen Shell-Hauptsitzes entsteht eine neue Überbauung. Das Besondere am Projekt: Es werden Elemente aus dem alten Gebäude wiederverwendet.
So soll es in der Baarermatte künftig aussehen.
Bild: Visualisierung: Roman Hutter Architektur GmbH

In Baar, direkt an der Stadtgrenze zu Zug, wo heute das Gebäude des ehemaligen Shell-Hauptsitzes steht, realisiert das Immobilienunternehmen Allreal in den nächsten drei Jahren eine neue Überbauung. Wie die Bauherrschaft mitteilt, laufen aktuell die Vorbereitungsarbeiten für den Rückbau des Bürogebäudes, der Ende Sommer beginnen wird.

Die Überbauung trägt den Namen «Bama» und soll bis 2028 fertiggestellt sein. Es entstehen 104 Wohnungen, die Allreal im Stockwerkeigentum verkauft. Zudem sind ein Bürogebäude und ein so genannter Mobilitätsturm geplant. Bei diesem handelt es sich um ein modernes Parksystem, das wie ein Hochregallager funktioniert.

Das Besondere an diesem Bauvorhaben: Es werden Elemente aus dem Bestand für die Wiederverwendung im neuen Projekt gewonnen. «Das Ziel ist es, den CO 2 -Ausstoss sowohl bei der Erstellung wie auch im Betrieb so tief wie möglich zu halten», schreibt Allreal. Konkret werden Elemente aus dem bestehenden Gebäude für Treppenhauswände und als Stützen in den neuen Häusern wiederverwendet. Nach dem Prinzip: Je weniger Bauteile bearbeitet werden müssen und je kürzer die Transportwege ausfallen, desto besser die CO 2 -Bilanz.

Wird rückgebaut: der Bürokomplex und ehemalige Hauptsitz von Shell.
Bild: Matthias Jurt (Baar, 9. 1. 2024)

Ebenfalls sorgt die geplante Holzbauweise für geringe Emissionen. Gemäss Allreal wurde das für den Bau benötigte Holz «ausschliesslich in nachhaltig bewirtschafteten Zentralschweizer Hochwäldern geschlagen». Die Baarermatte setze so «in Bezug auf Kreislaufwirtschaft und minimalen Ressourcenverbrauch neue Massstäbe», so die Immobilienunternehmung. Was die CO 2 -Emissionen betrifft, schneide das Projekt deutlich besser ab als die strengen Minergie-Vorgaben fordern.

Der Teich wird weiter bestehen

Das Projekt funktioniert nach dem «Schwammstadtprinzip», bei dem möglichst viel Regen- und Oberflächenwasser gespeichert wird. So bleibe Lebensraum für Insekten und Kleintiere erhalten und gleichzeitige verbessere sich das Klima in der Siedlung bei Hitzetagen. Zudem wird der bestehende Teich näher an den natürlichen Wasserlauf verlegt und in ähnlichem Rahmen wieder hergestellt.

Für das Projekt hatte Allreal einen Studienwettbewerb mit sechs Architekturbüros durchgeführt. Das Projekt von Roman Hutter Architektur setzte sich dabei durch «und überzeugte nicht nur mit den tiefsten CO 2 -Werten, sondern auch hinsichtlich Architektur und Wirtschaftlichkeit», wie es in der Mitteilung heisst. Grundlage bildet ein einfacher Bebauungsplan, der im Januar 2024 öffentlich aufgelegen ist.

Der markante Bürokomplex auf der Baarermatte, der jetzt wegkommt, ist im Jahr 1981 erbaut worden. Er erfülle nicht mehr die aktuellen Standards, erklärte der Mediensprecher der Allreal-Gruppe im Januar 2024 gegenüber unserer Zeitung . Das ganze Projekt soll über 160 Millionen Franken kosten, hiess es damals.

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