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Kanton Uri

Armut im Fokus der 1.-Mai-Feier in Altdorf

Die Urner Maifeier 2026 im Mehrzweckgebäude Winkel in Altdorf hat gut 90 Personen angezogen. Der Anlass war von aktuellen Themen, engagierten Diskussionen und gemütlichem Beisammensein geprägt.

Der Urner Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind eröffnete die diesjährige 1.-Mai-Feier in Altdorf. Er informierte in klaren Worten über die SVP-Initiative für eine 10-Millionen-Schweiz, die Wirtschaft und Arbeitsplätze gefährdet, und die es deshalb abzulehnen gilt. Als zweiter Referent ergriff Daniel Furrer, Geschäftsleiter der Caritas Zentralschweiz, das Wort. Mit zahlreichen Statistiken und Analysen zeigte er die Erscheinungsformen und Ursachen von Armut in der Schweiz auf. In der – vermeintlich – reichen Schweiz leben 8,4 Prozent der Bevölkerung in Armut, und 16,4 Prozent sind armutsgefährdet. Darunter sind auch viele Kinder.

Die Urner Maifeier wurde von rund 90 Anwesenden besucht.
Bild: zvg

Daniel Furrer ging weiter auf das Thema «Armut trotz Arbeit» ein. Viele Menschen haben nämlich (zu) wenig Geld, obwohl sie arbeiten. Besonders gilt dies für Berufstätige im Gastgewerbe, für Arbeit auf Abruf und mit befristeten Verträgen, für Alleinerziehende und Ausländer/innen. Zum Schluss zeigte der Referent auf, was Politik und Gesellschaft gegen Armut unternehmen können. Wichtige Massnahmen wären: Zugang zu Aus- und Weiterbildung, Ergänzungsleistungen für Familien (wie es sie in den Kantonen Tessin, Solothurn, Freiburg, Waadt und Genf bereits gibt), Mindestlöhne oder auch Betreuungsangebote.

Armut ist kein Tabu

Das Inputreferat wurde von den gut 90 Anwesenden an ihren Tischen engagiert diskutiert und vertieft. Zum Schluss trug ein Podium – zusammengesetzt aus Daniel Furrer, Jelena Banadinovic, Hans Gisler, Nina Marty, Evelyne Zopp und Therese Ziegler – die Resultate der Diskussion zusammen und ging auf weitere Aspekte des Themas Armut ein. Als Fazit hoben die Fachleute zwei Punkte besonders hervor: Armut ist keine Schande und darf kein Tabu sein – wir alle sind aufgefordert, hinzuschauen und darüber zu sprechen. Und: Niederschwellige, günstige Angebote für Menschen mit wenig Geld sind wichtig. Wer Anrecht auf Unterstützung hat, soll diese auch in Anspruch nehmen können.

Am Anlass wurde über das Thema Armut diskutiert.
Bild: zvg

Das Thema berührte und beschäftigte die Anwesenden auch über den offiziellen Teil hinaus. Nach Abschluss des Podiums und der Beantwortung von einigen Fragen aus dem Publikum wurde an den Tischen engagiert weiterdiskutiert. Das Buffet mit indonesischen Spezialitäten von Komang Suherman und ihrem Team sowie italienischen Leckerbissen von Fabio Negrini und Anja Kopina stiess auf grossen Anklang, und auch an der Bar gab es einiges zu tun. Das Organisationskomitee freut sich über eine gelungene Maifeier mit aktuellen Themen, angeregtem Austausch und gemütlichem Beisammensein. (zvg)

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