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Luzern

14. Adventsfenster: Ihre weihnächtlichen Bilder erwärmen die Herzen

Wir öffnen das 14. Fenster in unserem LZ-Adventskalender: Im AWB Sursee der Stiftung Brändi gestalten Menschen mit einer Behinderung im Malatelier farbenfrohe Bilder, aktuell vor allem für Weihnachtskarten. Im Atelier kommt es immer wieder zu Überraschungen.
Kindern bestaunen das Adventsfenster der Familie Kirchhofer. (Bild: Eveline Beerkircher (Büron, 9. Dezember 2018))
Das Hallenbad Luzern mit seiner Weihnachtsbeleuchtung. (Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 4. Dezember 2018))
Ein Geislechlöpfer mit dem Samichlaus und seinem Gefolge auf dem Areal des Schulhauses Moosmättili in Schüpfheim. (Bild: Dominik Wunderli, 5. Dezember 2018)

Das Malatelier im AWB (Arbeiten, Betreuung, Wohnen) Sursee der Stiftung Brändi ist beliebt. Es ist eines von vier Angeboten der Werkgruppe. Hier arbeiten unter der Woche jeweils sechs bis acht Mitarbeitern mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung im kreativen Bereich. Sie malen und gestalten Bilder von grosser Ausdruckskraft. Dabei werden sie von ausgebildeten Mal- und Sozialpädagoginnen begleitet. «Niemand sagt, ‹ich kann das nicht›. Gemalt wird intuitiv, mit Freude an Farben und Formen, weniger vom Kopf sondern vom Herzen gesteuert», sagt Gruppenleiterin und Malpädagogin Pia Jungo. So entstehen warme, farbenprächtige Bilder, die auch die Herzen der Betrachter erwärmen.

Bei den Kunden besonders beliebt sind die Weihnachtskarten mit Motiven vom Weihnachtsbaum über Sterne, Engel bis hin zu Wintermotiven. «Die Mitarbeitenden können frei wählen, mit welchen Techniken, Materialien und Farben sie arbeiten wollen», so Pia Jungo. Häufig wird Gouache (wasserlösliche Farbe) verwendet. Aber auch Öl-, Aquarell- , Neocolor- oder Tusch-Farben sind möglich. «Die Wahl ist sehr individuell. Die Teilnehmer entwickeln über die Jahre ihre ganz eigenen Techniken», erklärt sie. Auch die Gruppe im Malatelier wechselt stetig, so dass sich alle innerhalb der Werkgruppe kreativ betätigen können. Jene, die im Malen begnadet sind, kommen vermehrt ins Malatelier. «Einige haben sich über die Jahre einen Namen gemacht, zum Beispiel Irene Wanner oder Ruedi Blättler, der soeben ein Bild für die katholische Landeskirche malen konnte.» Hin und wieder komme es auch zu Überraschungen, wie sich einzelne in dieser Tätigkeit entwickeln und ihr verborgenes Talent zeigen

Nächste Ausstellung im Rathaus Sursee

Die Weihnachtskarten werden im Bazar des AWB Sursee verkauft. Auch über den Online-Shop (www.braendi.ch) und den Brändi Shop in Luzern können die Karten erworben werden. Die nächste Ausstellung des Malateliers wird im September 2019 im Rathaus Sursee stattfinden. «Es bedeutet unseren Mitarbeitenden viel, wenn sie auf ihre Werke Reaktionen und Wertschätzung erhalten», so Jungo.

Die Stiftung Brändi mit 15 Unternehmen im Ausbildungs-, Produktions- und Wohnbereich für Menschen mit einer Behinderung feiert heuer ihr 50-Jahre-Jubiläum; das AWB Sursee vor 40 Jahren. Es bietet 223 Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung Arbeits- und Ausbildungsplätze. (Autorin Susanne Balli)

13. Adventsfenster: Wenn die Luzerner Stadtoriginale Weihnachten feiern

Es geht stets fröhlich zu und her, wenn die Luzerner Originale Weihnachten feiern. Aber auch besinnliche Töne fehlen nie. Gestern Abend war es wieder so weit. Auch der Ort des Treffens ist ein spezieller. Es ist die Pro-Ticino-Bocciabahn, ein heimeliges Lokal beim Eichwäldli in Luzern, oberhalb des einstigen Restaurants Eichwald auf dem Weg Richtung Südpol/Kriens.

Nach und nach trudelten sie ein, die Protagonisten des Abends. Die Originale: Das sind Menschen mit einem besonderen Schicksal und meist einer speziellen, einzigartigen Begabung.

Chilesigrist, Tanzmüüsli, Worzuwädu

Sie haben es nicht immer einfach im Leben, ecken an, gehen eigene, unkonventionelle Wege. Sie wirken auf sympathische Weise eigenartig, gelten häufig als Aussenseiter und sind halt eben – originell. In Luzern gibt eine eigene Zunft, die sich um die Originale sorgt, die 1978 gegründete Güüggali-Zunft. Sie bietet Hilfeleistungen an und organisiert gemeinsame Anlässe, darunter eben die jährliche Weihnachtsfeier.

Güüggali-Zunftpräsident ist Hans Pfister; der neue Zunftmeister heisst Ruedi Gantenbein. Ihre Helfer tischten gestern wieder ein gediegenes Essen auf und verteilten viele Geschenke.

29 lebende Originale listet die Website der Güüggali-Zunft Luzern zurzeit auf. Es ist also ein erlesener Kreis von Menschen. Sie haben Namen wie Festredner, Chilesigrist, Kaminfeger, Tanzmüüsli, Worzuwädu. Viele sind stadtbekannt, einige leben eher im Stillen. Eines ist klar: Die Weihnachtsfeier ist für sie ein wichtiger Anlass. So waren denn auch gestern ganz viele von ihnen anwesend, erzählten sich gegenseitig Erlebnisse, sangen gemeinsam Weihnachtslieder und liessen für ein paar Stunden ihre Alltagssorgen hinter sich. (Autor Hugo Bischof)

12. Adventsfenster: Selber Kerzen ziehen ist «extrem gefragt»

Das Kerzenziehen Luzern feiert heuer sein 40-Jahr-Jubiläum. Es ist ein fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit in Luzern. Auch dieses Jahr ist das Kerzenhüsli im Vögeligärtli (Sempacherplatz) wieder ein beliebter Treffpunkt. Jeder kann hier eintreten und täglich zwischen 10 und 18.30 Uhr Advents- und Weihnachtskerzen aus Bienenwachs herstellen.

«Der Anlass ist extrem gefragt, vor allem bei Kindern», sagt OK-Mitglied Elias Lötscher. «Ganze Schulklassen kommen. Aber auch viele Erwachsene machen begeistert mit.» Lötscher, heute 24-jährig, drehte hier einst als kleiner Bub selber seine erste Kerze. «Jetzt treffe ich hier wieder viele Kollegen, die mit mir aufgewachsen sind; die Freude bleibt.»

Unterstützung für Menschen mit Behinderung

Immer mehr finden im Kerzenhüsli auch Familien-und Firmenanlässe statt. Für Events ab acht Personen ist eine Anmeldung vor Ort oder auf der Website (www.luzernerkerzenziehen.ch) obligatorisch. 4 Franken zahlt man für 100 Gramm Wachs; das entspricht einer schlanken Tischkerze. Der Zeitaufwand beträgt ungefähr zwei Stunden, wobei man gleichzeitig vier bis sechs Kerzen ziehen kann. Rund 1,5 Tonnen Bienenwachs werden jährlich zu Kerzen verarbeitet.

Der Verein Luzerner Kerzenziehen wurde 1978 mit dem Ziel gegründet, Menschen mit einer Behinderung in der Zentralschweiz zu unterstützen. Unzählige freiwillige Helfer unterstützen die Besucher beim Kerzenziehen. Der Anlass wird von Sponsoren unterstützt. Mit dem Gewinn werden Ferienlager und Wohngemeinschaften sowie die Mobilität für Menschen mit Behinderung unterstützt. «Im Rahmen unseres 40-Jahr-Jubiläums konnten wir 10 000 Franken an Pro Infirmis überweisen, zur Wertschätzung von deren Tätigkeit», freut sich Lötscher. (Autor Hugo Bischof)

11. Adventsfenster: Diese Kreationen werden zum Treffpunkt im Dorf

Noch bevor sie das Sujet definiert hatten, war für die an der Bahnhofstrasse wohnhafte Familie Kirchhofer klar: «Diesmal melden wir uns wieder fürs Dekorieren eines Adventsfensters an», sagt Vater Walter. Zwar hätten sie die letzten zwei Jahre pausiert, «jetzt sind wir aber wieder dabei». Es sei immer ein Familienprojekt, und zusammen mit ihren vier Söhnen investieren die Eltern Sibylle und Walter jeweils einige Stunden Arbeit in das Fenster. Allerdings nicht allzu intensiv, da die Familie vor allem auch den gesellschaftlichen Teil geniesst. «Das gehört einfach dazu.»

Gebastelt haben die Kirchhofers ein kleines Holzhaus, welches sie vorgestern direkt vor das Haus transportiert und dort als Adventsfenster eröffnet haben. Darin zu sehen ist ein Samichlaus, der mit dem Esel durch den Wald zum nächsten Haus zieht. Ein kleines Kind blickt aus dem Fenster und wartet auf ihn. Apropos Fenster: Dasjenige an der Bahnhofstrasse in Büron soll bis Anfang Januar offenbleiben.

Zur Eröffnung des eigenen Fensters sagt Walter Kirchhofer: «Wir haben den stimmungsvollen Moment erneut genossen.» Es sei bestimmt das zehnte Mal gewesen. Bei Glühwein, Punsch und selbst gemachten Kuchen oder Magenbrot haben sie interessante Gespräche geführt. Das Adventshäuschen war für kurze Zeit ein Treffpunkt für jedermann. Kirchhofers freuen sich auf weitere Begegnungen bei anderen Fenstern im Dorf.

Initiiert wurde der weihnachtliche Brauch übrigens vom Verein Frauen plus Büron – Schlierbach, und speziell von Rita Hutmacher und Sohn Michael. (Autor Ernesto Piazza)

10. Adventsfenster: Päckli-Flut vor Weihnachten

Das Video ging um die Welt – und ist unter den Luzerner Paketboten bereits Kult: Der Blick in ein chinesisches Paketverteilzentrum, dessen Pöstler mit ihrer Arbeit sichtlich überfordert sind. Sie stolpern über die Paketberge, stossen die Kartonboxen von links nach rechts, schieben Pakete vor sich hin.

Ein solches Chaos könne in Rothenburg niemals ausbrechen, lacht Beat Odermatt. Er ist Produktionsleiter der Distributionsbasis der Post in Rothenburg. Alle Pakete aus den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden sowie Uri kommen zunächst nach Rothenburg, um dann von den Boten an die jeweilige Zieladresse ausgeliefert zu werden. In diesen Tagen herrscht hier in Rothenburg Hochbetrieb – noch nie war die Paketmenge so gross wie jetzt.

30 000er-Marke geknackt

Es ist Donnerstagmorgen, kurz vor 5:45 Uhr. In der Rothenburger Verteilhalle wird nicht viel gesprochen; die rund 80 Postboten, die ihre Fahrzeuge beladen, arbeiten fast wortlos. Hie und da fallen Kommentare, kurzes Absprechen, Handklatschen, ein «guten Morgen». Die meisten sind schon seit rund zwei Stunden hier; dann nämlich verlassen die ersten Pakete das Zentrum.

Beat Odermatt greift zu einem Zettel, auf dem die Paketmengen von heute dokumentiert sind. «Sehen Sie, heute bewältigen wir genau 29 542 Pakete.» Das sind rund 8000 mehr als in den Monaten zwischen Januar bis Oktober. Grund für diesen Paketboom sind etwa der «Black Friday» und die «Cyber Week» Mitte November: Der Online- Handel lockte mit attraktiven Spezialangeboten – und brachte das Verteilzentrum in Dichtestress: Im November gab es Tage, da wurden über 30 000 Pakete täglich ausgeliefert – Rekord!

Auf die Billigwochen folgt nun das Weihnachtsgeschäft, das der Post eine weitere Paketflut mit Rekordmengen bescheren wird. Odermatt rechnet in den nächsten Wochen mit bis zu 35 000 Paketen pro Tag. Schweizweit sortiert die Post an einem gewöhnlichen Arbeitstag rund 80 000 Pakete pro Tag, sagt Post-Mediensprecher Markus Flückiger. «Während der Rekordtage vor Weihnachten schnellt die Tagesmenge auf rund 1,3 Millionen Pakete.» Einen steilen Anstieg gibt es nach dem Black Friday (siehe Grafik). «Danach bleibt die Paketmenge bis Weihnachten kontinuierlich hoch», sagt Flückiger. «Aktuell haben wir 6,7 Prozent mehr Pakete verarbeitet im Vergleich zum Vorjahr.»

Für die Arbeiter in Rothenburg bedeuten diese Paketmengen vor allem eines: Feriensperre, Fünfzigstundenwochen, Samstagslieferungen. Odermatts Finger deutete nochmals auf sein DIN-A4-Papier: «Das maximale Füllgewicht der Fahrzeuge beträgt eine Tonne. Schauen Sie, wie viele Boten diese Marke überschreiten würden.» Er zeigt auf lauter rot markierte Kästchen. Jetzt hat die Post deshalb ihre Fahrzeugflotte um 25 Busse aufgestockt. Damit sei die Kapazität des Verteilzentrums aber «voll ausgelastet – sonst würden wir auf dem Areal unser eigenes Verkehrschaos produzieren».

«Noch mehr Menschen eine Freude bereiten»

Seit der Eröffnung des Verteilzentrums 2011 wurden pro Jahr rund 10 Prozent mehr Pakete verarbeitet. Statt 160 Arbeiter wie zu Beginn sind heute 240 Leute im Einsatz. Das Paketgeschäft boomt – ganz im Gegensatz zur Briefpost, die jährlich einen Rückgang von etwa 5 Prozent hinnehmen muss.

Auch Jasmine Birrer, seit vier Jahren Paketbotin, kurvt in diesen Tagen statt mit 250 mit über 300 Paketen durch die Gemeinden. Heute fährt sie die Route 370: eine Strecke von Emmen nach Ballwil. Dass auch sie schlagartig einen Drittel mehr Pakete verteilen muss, stört sie jedoch nicht – im Gegenteil: «Ist doch schön, wenn ich noch mehr Menschen eine Freude bereiten kann.» Solange die Pakete klein und handlich seien, sei ihre Arbeit angenehm. Seien sie aber schwer und sperrig, werde es anstrengend. Hinzu komme der Zeitdruck: «Jeder möchte sein Paket pünktlich bekommen, sonst gibt es Reklamationen.»

Interessanterweise laufe der Betrieb seit Mitte November effizienter als in den anderen Monaten, sagt Odermatt: «Der Kunde bestellt seine Ware, wann er will; wir müssen nun darauf reagieren.» Sinnbildlich dafür dürfte etwa der Pausenraum sein, der in diesen Tagen ungewohnt leer steht. So zehren die Paketmengen an der Pausenzeit der Boten und fordern Disziplin.

Spätestens um halb fünf Uhr nachmittags werden alle mit ihrer Arbeit fertig sein. Am nächsten Morgen werden sie vor Sonnenaufgang wieder aufstehen. Jeder von ihnen, um die nächsten 300 Pakete zu verteilen – und damit insgesamt rund 30 000 Menschen eine Freude zu bereiten. (Autorin Larissa Haas)

9. Adventsfenster: Das kleine Wunderland im Schatten des Klosters von Einsiedeln

Wenn hier keine Weihnachtsstimmung aufkommt, sind Hopfen und Malz verloren. Vorweihnachtlicher als im Klosterdorf Einsiedeln wird’s nämlich kaum mehr. Dafür sorgt natürlich in erster Linie die Kulisse vor dem unverkennbaren Kloster. Der riesige Weihnachtsmarkt lässt seine Besucher tief in eine Welt aus Kerzen, Fellmützen, Traumfängern, Küchenhilfen, Lebkuchen und Glühwein abtauchen. Nicht weniger als 140 Verkaufsstände bieten heuer wieder ihre Waren feil und laden zum Schlendergang zwischen den Holzhäuschen ein.

Organisiert wird der Grossanlass jeweils vom Detaillistenverein Einsiedeln Ybrig. Die Organisatoren sind denn jeweils auch um ein umfassendes Rahmenprogramm besorgt. Zu sehen gibt es alles von Konzerten, über Lichterumzüge und das Lebkuchenmuseum, bis hin zur gewaltigen Weihnachtskrippe – nach eigenen Angaben die weltgrösste – mit stolzen 450 handgeschnitzten Figuren.

Wer sich überlegt noch ein bisschen Weihnachtsluft zu schnuppern, muss sich allerdings beeilen. Heute ist der letzte Tag des diesjährigen Einsiedler Weihnachtsmarkts. (Autor Ismail Osman)

8. Adventsfenster: 750 Sterne funkeln beim Hallenbad auf der Luzerner Allmend

Insgesamt 750 an Stahlseilen befestigte LED-Lampen verströmen warmes Licht. Sie sind entlang der Gebäude-Fassade des Hallenbades auf der Luzerner Allmend drapiert und bilden dessen Weihnachtsbeleuchtung. Ursprünglich wurden solche Lampen für die Automobilindustrie konzipiert. Der Sterneneffekt entstehe dann durch speziell angefertigte Abdeckungskolben über den LEDs, erklärt Michèle Bucher, Leiterin Kommunikation des Hallenbades.

Das Hallenbad wird in der Adventszeit bereits seit dem Jahr 2015 beleuchtet. Heuer gingen die Lichter am 1. Dezember an, zu bewundern gibt es sie noch bis am 6. Januar. Eingeschaltet wird das Sternennetz jeweils von 6 bis 8.30 Uhr morgens und von 16 bis 24 Uhr abends. So verbraucht die Weihnachtsbeleuchtung gemäss den Verantwortlichen des Hallenbades rund 10.2 kWh Strom am Tag. Dies sei etwa gleich viel, wie ein eingeschaltetes Bügeleisen für eine halbe Stunde benötige.

Die Reaktionen auf das Sternennetz fallen gemäss Bucher positiv aus; Es sorge für eine schöne Stimmung im Hallenbad, auch im Innenbereich beim Schwimmen, und das warme Licht sei in der kalten Jahreszeit eine Wohltat fürs Gemüt.

Die Lichtstränge montiert jeweils das Unternehmen MK Illumination. Auch das Konzept dafür stammt von der Schweizer Firma, respektive deren Vorgängerin Kronux. Hergestellt wurde die Beleuchtung in der Schweiz. Wie viel die Weihnachtsbeleuchtung pro Jahr kostet, möchte das Hallenbad nicht preisgeben.

7. Adventsfenster aus Schüpfheim: Für diese Tradition braucht es die richtige Technik

Wir öffnen das siebte Fenster in unserem LZ-Adventskalender: Zwei bis vier Geislechlöpfer begleiten in Schüpfheim den Samichlaus jedes Jahr beim Auszug aus der Kirche und bei den Hausbesuchen. Der Samichlaus verzeichnet heuer sogar einen Rekord.

Aktuell sind sie in Schüpfheim wieder überall unterwegs. Erneut machen die Geislechlöpfer mit ihren zuweilen ohrenbetäubenden Klängen, mit ihrem «fätzigen Getätsche» auf sich aufmerksam. «Für uns ist es ein grosses Anliegen, diesen schönen Brauch in unserer Gemeinde zu erhalten», erklärt Tony Weibel, welcher den Verein «Schüpfheimer Samichlaus» präsidiert.

Auch deshalb können Interessierte seit Ende Oktober jeden Dienstagabend im Rahmen eines Kurzseminars das Handwerk bei Toni Thalmann erlernen. «Er ist ein Profi auf dem Gebiet», schwärmt Tony Weibel. Das ist auch umso wichtiger, denn bei der Ausübung dieses traditionellen Hobbys ist die Technik ein entscheidender Faktor.

Die Geisel richtig «zwicken» zu lassen, dass es richtig chlöpft, sei immer wieder faszinierend, erklärt der Vereinspräsident. Und bei manch einem tönt das Geräusch in den Ohren fast wie Musik. Für die routinierteren Geislechlöpfer wird in Schüpfheim während dieser Zeit abends zwischen fünf und acht Uhr fürs Training sogar ein Fabrikareal beleuchtet.

Rund 100 Freiwillige engagieren sich

Zwischen zwei und vier «Chlöpfer» begleiten – neben Schmutzlis und Diener – jeden Samichlaus beim Auszug aus der Kirche und an den drei Abenden bei den Hausbesuchen.

In diesem Jahr verzeichnet der Schüpfheimer Samichlaus mit über 60 Anmeldungen sogar ein Rekordergebnis. Dafür engagieren sich in Schüpfheim immer wieder auch rund 100 Freiwillige. Und Adrian Sommer sorgt seit vielen Jahren als Organisator und Koordinator für einen reibungslosen Einsatz- und Ablaufplan bei dieser Tradition.

Dass der Event im Entlebucher Amtshauptort in der Bevölkerung breit verankert ist, zeigt ebenfalls die grosse Resonanz aus der Bevölkerung. «Wir wollen das Brauchtum würdig leben und nicht verkitschen», ist für Weibel ein wichtiges Anliegen. Und wie Ernst die Verantwortlichen diese Ansage nehmen, zeigt, dass sie sich für den mehrtägigen Samichlaus-Anlass achtmal zu Vorstandssitzungen trafen. (Autor Ernesto Piazza)

6. Adventsfenster: Mit Barney auf der Rigi

Sie heissen Barry oder Barney und gehören seit jeher zur Rigi: Bernhardiner-Hunde. Während die Vierbeiner Anfang des 20. Jahrhunderts den Bewohnern noch bei der täglichen Arbeit halfen, sind sie heute vielmehr zur Touristenattraktion geworden. Von Dezember bis März führt der Verein Barry & Friends jeweils mittwochs und samstags eine Winterwanderung mit den Bernhardinern durch (siehe Hinweis).

Immer waren die Hunde allerdings nicht auf der Rigi zugegen. Die seit 1884 offiziell als Schweizer Nationalhund geltenden Bernhardiner verschwanden in den 1980er-Jahren vom Berg. Wieso, ist nicht belegt. Ebenso wenig, ob die Bernhardiner für Einsätze bei Lawinenniedergängen abgezogen wurden und mit ihrem Schnapsfässchen um den Hals den einen oder anderen Verschütteten wieder aufgewärmt haben.

So oder so: Mit der Vereinsgründung im Jahr 2015 sind die braun-weiss gefleckten Hunde auf die Rigi zurückgekehrt. Geplant ist zudem, eine Zucht aufzubauen, wie das schon um 1900 der Fall war. Lawineneinsätze müssen die Hunde auf der Rigi glücklicherweise keine bewältigen. Denn abseits des Winterwanderwegs bewegen sich die Teilnehmer der besagten Wanderung kaum. Diese führt jeweils strikt von der Station Rigi Kaltbad zum Chalet Schild in Rigi-First. Dort gibt es dann zwar etwas Aufwärmendes zu trinken – allerdings aus der Glühwein- und Punschpfanne, und nicht aus dem Holzfässchen. (Autor Niels Jost)

Hinweis: Winterwanderung mit Bernhardiner-Hunden, mittwochs und samstags, 13.40 Uhr. Kosten: 24 Franken pro Person. Reservation unter www.rigi.ch

5. Adventsfenster: Päckli voller Hoffnung in Rain

Es ist eine bekannte Geschichte, die besonders in der besinnlichen Adventszeit immer wieder gerne erzählt wird: jene vom roten Paket. Dieses ist gefüllt mit Glück, Zufriedenheit und neuer Hoffnung, dass sich alles zum Guten wendet. Bloss öffnen darf man dieses spezielle Päckchen nicht. In der Geschichte wandert das Paket von Bewohner zu Bewohner des Dorfes. Den Anfang macht Annas Grossmutter, die das Paket gemacht hat. Sie gibt es weiter an den einsamen Förster. Als dieser neuen Mut geschöpft hat, reicht er es wiederum weiter an einen niedergeschlagenen Handwerker. Auch ein krankes Mädchen und ein Bäcker-Lehrling, der ein Brot verbrannt hatte, sowie ein Mädchen mit Liebeskummer erhalten danach das Paket.

Am Schluss, so gehört es sich bei einem richtigen Märchen, kommt das rote Paket wieder in die Hände der Grossmutter, die ab der Abreise ihrer Nichte betrübt ist. Glück, Zufriedenheit und Hoffnung: Das versprühten gestern auch die Fünftklässler des Religionsunterrichts von Irene Meyer in Rain. In der Kirche führten sie die Geschichte des roten Pakets für die Senioren der Gemeinde auf, begleitet von Gesang und den Melodien von Panflöten. Organisiert wird diese Adventsfeier, die jedes Jahr stattfindet, vom Frauenbund Rain, Team Aktives Alter. Die Senioren waren sichtlich gerührt ab der Aufführung. Nach dem besinnlichen Schauspiel wartete in der Pfarrei noch Kaffee und Kuchen auf die Senioren – und natürlich auch ein kleines rotes Paket. (Autorin Martina Odermatt)

4. Adventsfenster: Neuer Lichterweg in Gisikon

Startpunkt ist die Figurengruppe «Maria, Josef mit Esel» in der Nähe des Gemeindehauses. Der Weg führt von der Kreuzung der Mühlehof- und Wissehrlistrasse über den Panoramaweg (wo es eine Grillstelle mit Engel und den Kneipp-Garten mit Krippe gibt) bis zur Feldhofstrasse. Den richtigen Weg weisen alle paar Meter Holzlaternen, deren Kerzen rund ein Dutzend Freiwillige während der Adventszeit bei Dämmerung anzünden, und um 22 Uhr wieder löschen. «Die Idee dazu hatte eine Bürgerin aus der Gemeinde», sagt Gemeindepräsident Alois Muri (parteilos). Für die Umsetzung habe man sich Wege in Hünenberg und Oberägeri als Vorbild genommen.

Kerzen und Laternen von Privaten finanziert

Schön findet Alois Muri, dass Private das Projekt umgesetzt haben und keine Steuergelder aufgewendet werden mussten. Für den Weg hat man Sponsoren gefunden: Kerzen für einen Abend konnte man sich für 100 Franken kaufen, eine Laterne für 150 Franken, und die Krippenfiguren für einen «etwas höheren Beitrag», so Muri. «Der Lichterweg soll zum Innehalten und Geniessen einladen.» Die Kerzen brennen mindestens noch bis zum Drei-Königs-Tag am 6. Januar – je nach Interesse sogar noch länger. (Autor Niels Jost)

3. Adventsfenster: Der Luzerner (Hof-)Samichlaus ist auch eine Integrationsfigur

Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Am ersten Dezember-Sonntag zieht in der Stadt Luzern der Hofsamichlaus aus der Hofkirche aus. Der Anlass zieht viel Publikum an – egal, ob es regnet, windet oder gar schneit. Gestern um 17 Uhr war es wieder so weit. Das Ritual ist stets gleich: Der Hofsamichlaus, in rotem Gewand und rotgoldener Mitra, tritt vor die Hofkirche. Sein Gefolge aus Zwergli, Ministranten, Dienern und Schmutzli postiert sich auf der grossen Treppe vor der Hofkirche.

Umrahmt von Trompetenklängen seiner Herolde, hält der Samichlaus eine kurze Ansprache an die vielen grossen und kleinen Zuhörer. Dann macht er sich auf den Weg zu den Familien im Gebiet der Pfarrei St. Leodegar, um deren Kinder zu besuchen, sie zu loben, zu ermahnen, zu bescheren und ihre Verslein anzuhören.

Von gefürchteter Person zum fürsorglichen Freund

Der Auszug des Hofsamichlaus findet schon seit mehr als 100 Jahren statt. Früher war der Samichlaus für viele Kinder noch eine gefürchtete Person, vor der man sich in Acht nahm. Heute tritt er als fürsorglicher väterlicher Freund auf. Wichtig ist der katholischen Kirchgemeinde, dass der Samichlaus alle Kinder besucht, egal von welcher Konfession. So ist der Samichlaus heute auch eine Figur, die zur Integration der Menschen in unsere Gesellschaft beiträgt. Interessant auch: In den letzten Jahren hat die Anzahl Familien, die den Samichlaus zu sich nach Hause einladen, zugenommen. (Autor Hugo Bischof)

2. Adventsfenster: Den Samichlaus zieht's zur «Riviera der Zentralschweiz»

Es ist unüberhörbar: Der Klang von rund 300 Trycheln erfüllt die kühle Nachtluft und breitet sich bis in die hintersten Winkel des Dorfes aus – und das ist erst der Anfang. Gestern war es wieder soweit: Der St. Nikolaus zog im Rahmen des Weggiser Klausenjagens entlang der Seestrasse. Dabei wurde er standesgemäss von seinem lautstarken Gefolge begleitet. Dazu gehörten nebst den erwähnten Trychlern auch rund 60 Infulnträger, Schmutzlis und diverse Musikanten. Organisiert wird der Anlass von der St. Niklausengesellschaft Weggis.

«Generalprobe» für Küssnacht

Es ist ein urchiges Spektakel, dass bei diesen Umzügen jeweils geboten wird. Jener gestern in Weggis macht den auch Lust auf das Küssnachter Klausjagen, das am kommenden Mittwoch stattfinden wird. An die Küssnachter Variante des Klausjagens strömen jeweils rund 20'000 Besucher von nah und fern – vor allem um die 250 Iffelen zu bestaunen. Der Weggiser Umzug kann in diesem Sinne als Generalprobe für den Mega-Event verstanden werden. Und diese ist einmal mehr perfekt gelungen. (Autor Ismail Osman)

1. Adventsfenster: Zum Schmücken der Tanne in Horw braucht es einen Haken

An vielen Orten steht sie schon, die Weihnachtstanne, für alle gut sichtbar im Dorfzentrum. Sie kündet die Adventszeit an, die heute Samstag beginnt. Als grösster weit und breit preist sich seit Jahren jeweils jener in Luzern auf dem Schweizerhofquai beim Luzernerhof an. Dabei gibts auch viele andere prächtige Exemplare. Etwa jenen im Horwer Zentrum, beim Kreisel Merkur.

Anfang Woche wurde er aufgerichtet. Am Donnerstag haben ihn Mitarbeiter des Horwer Werkdienstes dekoriert. Mithilfe eines Hebekrans hievten sie sich bis ganz zuoberst und brachten Kugeln und Lämpchen an. «Wir verwenden zum Energiesparen LED-Lampen», sagt Daniel Imbach vom Werkdienst.

Wärmender Lichtblick im kalten Dezember

Nun steht er also da. Er trotzt Regen, Wind und auch dem Verkehr. In der Dämmerung beginnt er dezent zu leuchten. Erst wenn’s ganz dunkel wird, zeigt der Baum sich in voller Pracht – zur Freude vieler Passanten. Viele nehmen ihn bewusst wahr, andere vielleicht erst beim zweiten oder dritten Vorbeigehen. Für viele ist er gerade im kalten, oft dunklen Dezember ein wärmender Lichtblick.

Der diesjährige Horwer Weihnachtsbaum stammt aus dem Horwer Hochwald. «Häufig verwenden wir aber auch Tannen aus privaten Gärten, die für deren Besitzer zu gross geworden sind», sagt Daniel Imbach. Man erhalte ab und zu solche Angebote und nutze sie, «wenn der Transport nicht zu aufwendig ist». Hauptsache, die Tanne ist schön und wohlgeformt. (Autor Hugo Bischof)

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