WM 2026

Shootingstar Manzambi fällt gegen Kolumbien aus – wer soll ihn jetzt ersetzen?

Die Schweizer Nati muss im WM-Achtelfinal gegen Kolumbien auf ihren besten Skorer verzichten. Für Coach Murat Yakin heisst es nun: Ersatz für den Entscheidungsspieler suchen. Wer die grössten Chancen hat – und wessen Nominierung überraschen würde.
Das darf doch nicht wahr sein! Johan Manzambi (rechts) hat sich im Abschlusstraining verletzt und fällt im Achtelfinal gegen Kolumbien aus.
Bild: Toto Marti/Blick/freshfocus

Er ist der Unterschiedsspieler der Schweizer Nati an der laufenden Weltmeisterschaft: Johan Manzambi. Fünf Skorerpunkte hat er bereits gesammelt, doch nun kommt Stunden vor dem kapitalen Achtelfinal der Schweiz gegen Kolumbien (22.00 Uhr) die Hiobsbotschaft: Der 20-Jährige fällt verletzt aus. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Der Schweizer Fussballverband (SFV) will aber zeitnah informieren.

Was Fans in einen Schockzustand versetzt, dürfte auch beim Nationaltrainer für Kopfzerbrechen sorgen. Denn Murat Yakin muss nun innert kürzester Zeit mit seinem Staff eine Alternative für den alles überragenden Manzambi suchen. Eine immens schwierige Aufgabe. Denn Manzambi ist nicht nur aufgrund seiner drei Tore und zwei Assists an dieser WM zum Schlüsselspieler geworden.

Vielmehr hat der Shootingstar auch eindrücklich bewiesen, wie er die Dynamik im Spiel der Nati verändern kann. Bestes Beispiel: Agierten seine Kollegen im zweiten Gruppenspiel gegen Bosnien noch uninspiriert und zu harmlos, schraubte Manzambi nach seiner Einwechslung in der 71. Minute das Niveau markant nach oben. Seine Kreativität, sein Spielwitz und seine Fähigkeit, Spiele im Alleingang zu entscheiden – nicht wenige erinnert er dadurch an den früheren Star der Schweizer: Xherdan Shaqiri.

Wer also soll nun diese Aufgaben übernehmen? Wer ist die erste Alternative, um gegen den stärksten Gegner, auf den die Schweiz bislang an dieser WM traf, Manzambi zu ersetzen?

Rieder dürfte die naheliegendste Lösung sein

Die wahrscheinlichste Option heisst wohl Fabian Rieder. Zwar erlebt der 24-Jährige aus persönlicher Sicht keine einfache WM, kam zu zwei Teileinsätzen gegen Algerien und Katar, gegen Kanada musste er ganz zuschauen. Und gegen Bosnien war er einer von drei Spielern, die in der 71. Minute Platz machen mussten. Auf den Dreifachwechsel folgte schliesslich die Manzambi-Show.

Murat Yakin (links) könnte Fabian Rieder als Manzambi-Ersatz ins Rennen schicken gegen Kolumbien.
Bild: Toto Marti/Blick/freshfocus

Dennoch ist Rieder Kandidat Nummer 1, weil er mit seiner Laufstärke und seiner Mannschaftsdienlichkeit besticht. Ausserdem gilt der Augsburg-Profi als einer der Lieblinge Yakins und könnte liefern, was es gegen Kolumbien unbedingt benötigen wird: die Fähigkeit, physisch dagegenzuhalten.

Sollte Yakin sich für ihn entscheiden, würde sich das Spiel der Schweizer in seiner Statik verändern, wohl defensiver werden. Dabei war der Plan ursprünglich, gegen die Kolumbianer, die seit drei Partien kein Tor kassiert haben, ähnlich offensiv zu agieren, wie es die Schweizer gegen Algerien getan hatten.

Werden die kaum eingesetzten Ergänzungsspieler plötzlich zur Hoffnung?

Ein weiterer möglicher Ersatz für Manzambi heisst Zeki Amdouni. Punkto Kreativität kommt er Manzambi wohl am nächsten. War der 25-jährige Amdouni fit, bestach er in seiner Nati-Karriere auch immer mit Skorerpunkten. Nur ist genau die Gesundheit der Knackpunkt bei Amdouni: Er verpasste fast die komplette Saison nach einem Kreuzbandriss, ist entsprechend nicht voll im Rhythmus. Aktuell summiert er an der WM nur gerade 18 Minuten. Daher scheint es eher unwahrscheinlich, dass Yakin ihn plötzlich in die Startelf beordert – obschon auch Amdouni als einer der Lieblinge des Nati-Coaches gilt.

Zeki Amdouni käme punkto Kreativität Manzambi am nächsten.
Bild: Toto Marti/freshfocus

Weitere, potenzielle Alternativen für Manzambi wären Noah Okafor und Christian Fassnacht. Ersterer jedoch hat sich mit seinem Kurzeinsatz gegen Algerien nicht eben empfohlen. Weil der Baselbieter die Vorgaben nicht befolgte, wurde Yakin in der Schlussphase des Sechzehntelfinals gar so wütend, dass er seine Wasserflasche auf den Boden schleuderte. Entsprechend steht hinter einem Einsatz – gerade in einem so bedeutenden Spiel und von Anfang an – bei Okafor wohl eher ein Fragezeichen.

Fassnacht seinerseits kommt bislang auf mickrige fünf Einsatzminuten an der WM, wäre positionstechnisch aber dennoch ebenfalls eine Alternative. Möglich auch, dass Yakin etwas aus dem Hut zaubert. Allenfalls mit einer neuen Position für einen Hoffnungsträger wie Ardon Jashari? Für Überraschungen ist der Nati-Coach bekannt.

Am Ende steht und fällt wohl einiges auch noch damit, ob Ruben Vargas tatsächlich auch ausfällt. Auch er musste das Abschlusstraining abbrechen. Dann braucht die Nati nicht nur Ersatz für den Entscheidungsspieler Manzambi, sondern auch noch für den drittbesten Skorer der Schweizer an diesem Turnier. Die Aufgabe gegen Kolumbien würde nur noch schwieriger.

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