WM 2026

Captain Kane rettet England ins Achtelfinale: Der Überspieler dreht die Partie gegen Kongo

Die «Three Lions» knorzen sich in den Achtelfinal. Die Kongolesen zeigen eine unglaublich reife Leistung und reisen mit erhobenem Haupt von ihrer ersten Weltmeisterschaft nach Hause.
Harry Kane erzielt gegen Kongo beide Treffer für England.
Bild: AP/Butch Dill

Lange Zeit muss man sich fragen: Ist das die nächste Sensation, die sich hier anbahnt? Stolpert Mitfavorit England über den Kongo?

Doch dann kommt er. Harry Kane. Der Captain Englands. Der Rekordtorschütze der Three Lions an Weltmeisterschaften. Der Leitwolf. Die Überfigur. Innerhalb von elf Minuten verwandelt er ein 0:1 in ein 2:1.

Bis zu diesem Doppelpack aber muss man sich immer wieder die Augen reiben in diesem Sechzehntelfinal. Denn es sind die Kongolesen, die besser loslegen, sofort andeuten: Wir sind nicht hier, um sang- und klanglos aus dem Turnier geschossen zu werden. Wir wollen etwas reissen!

Sieben Minuten nur dauert es, bis diese Überzeugung in Zählbares umgemünzt werden kann. Nach einer schönen Seitenverlagerung auf Brian Cipenga geniesst dieser viel zu viel Platz und zieht ab. 1:0! Kongo führt gegen England. Während sich Goalie Jordan Pickford eine Mitschuld geben muss am ersten Rückstand der Engländer an diesem Turnier, scheinen seine Vordermänner wie in einer Schockstarre.

Es ist erschreckend passiv, fahrig und unkonzentriert, was die «Three Lions» über weite Strecken zeigen. Die erste Chance verzeichnen die Engländer erst nach 30 Minuten – Jude Bellinghams Kopfball wird von Lionel Mpasi pariert.

Erneut trumpft ein Keeper auf

Mpasi, diesen Namen muss man sich merken. Denn der Kongo-Keeper pariert lange fast alles, was auf sein Tor fliegt – und ist er einmal geschlagen, dann retten Aaron Wan-Bissaka oder Axel Tuanzebe gegen Harry Kane oder Marcus Rashford – so geschehen in einer Doppelchance in Minute 35.

Ohnehin muss man festhalten: Was die Kongolesen im ersten K.o.-Spiel ihrer Historie an einer WM zeigen, ist beachtlich. Sie treten mutig auf, mit Ideen am Ball, mit Konsequenz in der Defensive. Der Underdog? Er präsentiert sich nicht als solcher.

In der 42. Minute ist das Team, bei dem der Solothurner Charles Pickel nicht eingesetzt wird, gar nahe am 2:0. Nach rund einer gespielten Stunde verschiebt sich jedoch das Momentum. Ein Doppelwechsel bei den Engländern verleiht dem Team neue Energie und neue Impulse. Sinnbildlich dafür steht Anthony Gordon, der Neuzugang des FC Barcelona, der beide Treffer von Harry Kane vorbereitet und damit grossen Anteil an der Wende hat.

Die Kongolesen spielen bis zum Ende aufopferungsvoll und mit unbändigem Willen. Doch es reicht nicht, um eine Verlängerung zu erzwingen. Dennoch darf das Team mit erhobenem Haupt nach Hause reisen. Für England seinerseits geht die Reise auf dem Weg zum ganz grossen Traum weiter. Nächster Halt: Mexiko-City. Dort wartet am Sonntagabend Ortszeit Gastgeber Mexiko. Es wird der nächste heisse Tanz für die Three Lions um Captain Kane.

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