
Die gute Nachricht sei, betonte Max Eberl zunächst, dass Vincent Kompany nach seinem Zusammenbruch und einer Nacht im Krankenhaus «stabil ist und in besten Händen».
Allerdings wird der Trainer des FC Bayern wohl wochenlang ausfallen. «Wir fangen nicht an, irgendwelche Zeitkorridore aufzubauen. Null komma null. Wir müssen herausfinden, was es ist, und dann geht es darum, was das für die Recoverzeit bedeutet», sagte der Münchner Sportvorstand am Samstag. Aber man rede «nicht von Tagen, sondern von Wochen».
Kompany muss noch im Krankenhaus bleiben
Noch ist nicht einmal klar, warum der 40 Jahre alte Belgier am Freitag am Rande des U23-Trainings kollabiert war. Kompany muss deshalb «noch einige Tage im Krankenhaus bleiben, bis alles geprüft und gecheckt ist», sagte Eberl: «Im Moment muss er sicherlich auf seinen Körper hören und sich die Zeit nehmen, die er braucht.»
Kompany, der schon vergangene Woche unter den Folgen einer Virusinfektion gelitten hatte, wird bis auf Weiteres von seinem Trainerteam um Assistent Aaron Danks vertreten, zunächst am Sonntag im Topspiel beim SC Freiburg. Bei einem Telefonat mit Kompany am Freitagabend musste Danks seinem Chef aber erst einmal klar machen, «dass wir nicht über Fussball sprechen werden. Wir kümmern uns um alles.» Es gehe nur darum, «dass er gesund wird».
Oberste Priorität habe, ergänzte auch Eberl, «dass er sich in Ruhe erholen kann. Und auch dann erst wieder zurückkommen soll, wenn er sich fit fühlt. Und das wird die grösste Aufgabe von uns werden, ihn zu schützen, auch ein Stück weit vor sich selber.»
In diesem Zusammenhang sprach der Bayern-Boss auch Danks und Co. das volle Vertrauen aus. «Wir haben so einen fantastischen Trainerstab, dessen Kopf Vinnie ist. Aber der Erfolg basiert auf einem herausragenden Team im Hintergrund – und daher können wir alle im Geist von Vinnie, den alle in sich haben, die nächsten Wochen bestreiten», sagte Eberl. Es gebe «keinerlei Gedanken daran, etwas zu verändern».
Man werde «versuchen, die Mannschaft nach vorne zu bringen», versprach Danks. Der 43 Jahre alte Engländer hatte Kompany an der Seitenlinie oder auf dem Trainingsplatz hin und wieder schon vertreten. Dass er nun in der Verantwortung steht, sieht Danks gelassen: «Wir werden nicht versuchen, neue Ideen reinzubringen. Wir folgen unseren Prozessen. Das beruhigt alle und dann können wir viel Energie an die Mannschaft weitergeben.»
Weitere Ausfälle bei den Bayern
Neben Kompany muss der FC Bayern in Freiburg allerdings weiter auf Joshua Kimmich nach dem Tod des Vaters verzichten. Er brauche noch Zeit mit der Familie, berichtete Danks. Zudem fehlen Min-Jae Kim, Luis Díaz und Jamal Musiala. Torwart Manuel Neuer ist angeschlagen.
Doch Danks vertraut dem Team um Superstar Harry Kane. Natürlich sei es eine «schwierige Situation, wir sind alle nur Menschen. So ein Szenario kann man sich nicht vorstellen. Aber ich weiss, wie stark die Jungs sind, wie stark ihre Siegermentalität ist.»
Man könne Kompany «die grösste Freude machen», unterstrich Eberl, «wenn wir in Freiburg erfolgreich spielen. Das ist die beste Genesungshilfe.» (sid)
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